Gelenkerkrankungen: Orthesen erst nach akuter Entzündungsphase
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 06:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Versorgung von entzündlichen Gelenkerkrankungen im Alter erfordert differenzierte therapeutische Ansätze, bei denen Knieorthesen eine zentrale Rolle einnehmen.
Aktuelle medizinische Einschätzungen verdeutlichen, dass die Wahl des Hilfsmittels und der Zeitpunkt des Einsatzes maßgeblich vom Krankheitsstadium und der spezifischen Diagnose abhängen. Dabei stehen funktionelle Einsatzmöglichkeiten sowie die technische Anpassbarkeit der Systeme im Vordergrund der orthopädischen Behandlung.
Anforderungen bei septischer Arthritis und Entzündungsphasen
Besondere Vorsicht gilt bei der Behandlung der septischen Kniearthritis. Fachleute weisen darauf hin, dass in der akuten Phase dieser Erkrankung von eng anliegenden Orthesen abzusehen ist.
Der Einsatz solcher Hilfsmittel berge in diesem Stadium das Risiko von Blutzirkulationsstörungen und könne die Schmerzsymptomatik verstärken. Die primäre Therapie konzentriert sich hierbei auf die Gabe von Antibiotika sowie die Durchführung einer chirurgischen Drainage.
Erst mit dem Übergang in die Erholungsphase kommen medizinische Stützen in Betracht. In diesem Stadium können federbelastete, verstellbare oder Kompressions-Kniestützen die Mobilisierung unterstützen. Es wird jedoch betont, dass eine solche Anwendung ausschließlich unter ärztlicher Anleitung erfolgen sollte.
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Technische Merkmale und individuelle Anpassung
Moderne Knieorthesen zeichnen sich durch eine hohe technische Variabilität aus. Insbesondere Modelle mit integrierten Scharnieren sind in der Regel verstellbar konzipiert. Sie verfügen über Riemen für eine individuelle Passform sowie Scharniere, mit denen sich der Bewegungsumfang in Beugung und Streckung präzise begrenzen lässt. Teilweise kommen verschiebbare Polsterungen zum Einsatz, um den Tragekomfort zu erhöhen.
Bei der Auswahl und Einstellung von Gelenkorthesen ist die Konsultation von Fachpersonal unerlässlich. Es wird empfohlen, neben den spezifischen Herstellerangaben stets einen Arzt oder Physiotherapeuten einzubeziehen, um eine Fehlbelastung zu vermeiden.
Der Markt bietet hierfür verschiedene Typen an, die als prophylaktische, funktionelle, rehabilitative oder Entlastungsorthesen – etwa bei Arthrose – klassifiziert werden. Als gängige Materialien dienen Neopren, Nylon, Metall und Kunststoff.
Ursachen von Schmerzen im oberen Kniebereich
Ein häufiges Krankheitsbild, das den Einsatz von Orthesen begründet, ist das Patellofemorale Schmerzsyndrom (PFSS), welches als die am weitesten verbreitete Ursache für Schmerzen im Bereich der Kniescheibe gilt. Diese Beschwerden resultieren oft aus einer Überlastung, können aber auch durch eine beginnende Arthrose, Fußfehlstellungen oder ein muskuläres Ungleichgewicht ausgelöst werden.
Zur Behandlung empfehlen Experten neben der Entlastung und ergonomischen Anpassungen vor allem die Kräftigung der Quadrizeps- und Glutealmuskulatur. Auch Kompression kann den Heilungsprozess unterstützen. Sollten Schmerzen jedoch über einen Zeitraum von mehr als einem Monat anhalten, ist eine fachärztliche Abklärung zwingend erforderlich.
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Marktakteure und pädiatrische Besonderheiten
Die Branche wird durch spezialisierte Anbieter geprägt. Zu den namhaften Herstellern zählen Yangzhou Jiwei Sports Products aus China, das nach ISO 13485 zertifiziert ist, sowie das US-Unternehmen Mueller Sports Medicine, das über eine mehr als 60-jährige Markterfahrung verfügt. Ein weiterer bedeutender Akteur im Bereich orthopädischer Stützprodukte ist DonJoy.
Auch in der pädiatrischen Anwendung kommen Knieorthesen zum Einsatz, wobei die korrekte Vermessung entscheidend für den Therapieerfolg ist. Für Kinder sollte die Messung am 90 Grad gebeugten Knie erfolgen. Relevante Messpunkte liegen fünf Zentimeter oberhalb der Kniescheibe am Oberschenkel, fünf Zentimeter unterhalb an der Wade sowie direkt auf Höhe der Kniescheibenmitte.
Bei Werten, die zwischen zwei Konfektionsgrößen liegen, wird geraten, die größere Variante zu wählen. Das Spektrum reicht hier von Modellen mit Seitenstabilisatoren über federbelastete bis hin zu speziellen Ausführungen für das Radfahren.
