Gelenkschmerzen: Fünf Ernährungsfehler können Entzündungen begünstigen
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 21:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Chronische Beschwerden im Bewegungsapparat werden häufig rein mechanisch betrachtet, doch die tägliche Kost spielt bei Entzündungsprozessen eine wesentliche Rolle. Bei einem Vortrag am 5. Oktober im Pfarr- und Jugendheim Irndorf stellte eine Gesundheits- und Präventionsberaterin heraus, wie bestimmte Ernährungsmuster Schmerzen in Gelenken und Muskeln begünstigen können, wie schwaebische.de am 6. Oktober 2026 berichtete.
Fünf verbreitete Fehler im Ernährungsalltag
Im Mittelpunkt der Ausführungen standen fünf wesentliche Ernährungsfehler, die entzündliche Vorgänge im Körper antreiben können. An erster Stelle steht ein übermäßiger Verzehr von Weißmehlprodukten, zu denen auch heller Reis sowie gewöhnliche Hartweizennudeln zählen. Als zweiter und dritter Risikofaktor gelten ein hoher Konsum von Süßigkeiten sowie der Konsum von Softdrinks, da Zucker Entzündungen direkt befeuern kann.
Einen weiteren zentralen Faktor stellt ein hoher Verzehr von Fleisch und Wurstwaren dar. Diese Produkte enthalten erhebliche Mengen an Arachidonsäure, einer Omega-6-Fettsäure, aus der sich entzündungsfördernde Botenstoffe bilden können. Als funktioneller Gegenspieler hierzu dienen entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren.
Der fünfte genannte Fehler betrifft eine zu hohe Aufnahme von Obst. Übermäßiger Fruchtzucker kann die Entstehung einer nicht-alkoholischen Fettleber fördern. Von einer empfohlenen Tagesmenge von 400 bis 500 Gramm Obst und Gemüse sollten daher lediglich 100 Gramm auf Obst entfallen, während der überwiegende Teil aus Gemüse bestehen sollte.
Schutzfaktoren durch Ernährung und körperliche Aktivität
Um Entzündungsprozessen entgegenzuwirken, spielen hingegen Ballaststoffe sowie grüne Lebensmittel eine wichtige Rolle. Dazu zählen vor allem Gemüse, Kräuter und Gewürze, die über antientzündliche Eigenschaften verfügen.
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Gleichzeitig verdeutlichte die Beraterin, dass eine Ernährungsumstellung allein nicht ausreicht. Ohne regelmäßige Bewegung findet kein Muskelaufbau statt. Ein anhaltender Bewegungsmangel schwächt nicht nur die stützende Muskulatur, sondern erhöht zudem das Risiko für eine abnehmende Knochendichte und Osteoporose.
Ergänzende Ansätze bei rheumatischen Erkrankungen
Die Bedeutung der Fettsäurezusammensetzung unterstreicht auch die Deutsche Rheuma-Liga. Bei Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis entstehen Entzündungsbotenstoffe maßgeblich aus der Fettsäure Arachidonsäure, die vor allem über rotes Fleisch und Wurst aufgenommen wird.
Betroffenen wird daher ergänzend zur medikamentösen Therapie eine mediterrane Kost empfohlen, bei der rotes Fleisch weitgehend durch Fisch und pflanzliche Lebensmittel ersetzt wird.
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Um Patienten bei der Bewältigung der Symptome zu unterstützen, bietet die Deutsche Rheuma-Liga strukturierte Selbstmanagement-Kurse nach einem Konzept der Stanford Universität an. Diese vermitteln neben Ernährungsempfehlungen auch Strategien zum Umgang mit Schmerzen und Erschöpfung sowie gezielte Entspannungsübungen.
Da mehr als 100 verschiedene rheumatische Erkrankungen Muskeln, Sehnen, Gelenke und Bindegewebe betreffen können, gilt eine abgestimmte Kombination aus Ernährung, medizinischer Versorgung und Bewegung als zentraler Baustein der Schmerzlinderung.
