Gelenkschmerzen, Melatonin

Gelenkschmerzen: Melatonin wirkt wie Paracetamol ohne Risiken

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 03:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Bewegung und Melatonin rücken als wirksame Mittel gegen chronische Gelenkschmerzen in den Fokus aktueller Forschung.

Gelenkschmerzen lindern: Neue Studien zu Krafttraining und Melatonin
Gelenkschmerzen - Ältere Person berührt ihr Knie, im Hintergrund ein moderner Physiotherapie-Fitnessraum mit Geräten. Fokus auf Gelenkschmerzen und Bewegung. 09.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue Studien zeigen: Bewegung ist die beste Medizin – aber nicht jede.

Patientenaufklärung wird zum Schlüsselfaktor

Die Deutsche Rheuma-Liga hat im Sommer 2026 fünf ihrer wichtigsten Ratgeber überarbeitet. Die Publikationen zu Arthrose, rheumatoider Arthritis und Gelenkschutz durchliefen eine fachliche Prüfung durch Rheumatologen und Orthopäden. Ziel: Patienten sollen frühzeitig und fachgerecht auf erste Symptome reagieren können.

Der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) bietet im Oktober in Berlin zudem einen speziellen Infotag an. Unter dem Motto „Neue Wege gehen“ diskutieren Experten Ursachen von Gelenkschmerzen und Therapieansätze – von Ernährungskonzepten bis zur medikamentösen Behandlung.

Krafttraining senkt das Sterberisiko

Eine Harvard-Studie im British Journal of Sports Medicine kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Bereits 90 Minuten Krafttraining pro Woche senken das Risiko eines vorzeitigen Todes. Übungen wie der Einbeinstand, die Glute Bridge oder der Unterarmstütz trainieren nicht nur Muskeln, sondern auch das Gleichgewicht.

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Die gute Nachricht für Einsteiger: Muskelaufbau funktioniert auch im Alter mit geringen Gewichten. Laut Empfehlungen des American College of Sports Medicine aus dem Frühjahr 2026 kommt es auf die Intensität bis kurz vor der Erschöpfung an – nicht auf das absolute Gewicht. In Singapur gibt es bereits Parkour-Training für 50- bis 70-Jährige.

Wechseljahre: Wenn die Gelenke streiken

Für Frauen in und nach den Wechseljahren sind Gelenkschmerzen eine spezifische Herausforderung. Östrogenmangel kann zur „Frozen Shoulder“ oder zum muskuloskelettalen Menopausesyndrom führen – mit Knorpelabbau und Muskelschwund. Fachleute raten zur Abgrenzung gegenüber Rheuma oder Arthrose.

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Neben einer möglichen Hormonersatztherapie empfehlen Ärzte Frauen über 50 verstärkt Beintraining. Starke Beinmuskeln senken nicht nur das Sturzrisiko, sondern verbessern auch die kognitive Funktion. Bei Knieproblemen gilt das Liegeergometer als besonders gelenkschonend – es minimiert die Beugebelastung im Vergleich zu Rudergeräten oder Laufbändern.

Melatonin als Schmerzmittel?

Eine Meta-Analyse der Universität Sydney in der Fachzeitschrift PAIN sorgt für Aufsehen. Die Auswertung von 23 kontrollierten Studien zeigt: Melatonin kann chronische muskuloskelettale Schmerzen ähnlich effektiv reduzieren wie Paracetamol – und verbessert zusätzlich die Schlafqualität. Die Nebenwirkungen sind mild, ein Abhängigkeitsrisiko besteht laut den Autoren nicht.

Tai Chi Walking gewinnt als ergänzende Therapie an Bedeutung. Die Bewegungsform aus dem Tai Chi reduziert die Sturzgefahr und hilft bei der Stressregulation. Experten empfehlen täglich 10 bis 15 Minuten für nachhaltige Effekte auf Gleichgewicht und Körperwahrnehmung.

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