Gelenkschutz, Schmerzen

Gelenkschutz ab 50: 20 bis 50 Prozent leiden unter wiederkehrenden Schmerzen

Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 14:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Studien zufolge verbessern regelmäßige Dehnübungen bei älteren Erwachsenen Beweglichkeit und Flexibilität und mindern empfundene Steifheit.
Eine helle, minimalistische Trainingsfläche mit einer Yogamatte auf einem Holzboden in einem lichtdurchfluteten Raum. Illustration mit AI erstellt.

Mit zunehmendem Alter rücken die Erhaltung der Beweglichkeit und der Schutz der Gelenke verstärkt in den Fokus der Gesundheitsvorsorge. Fachleute aus der Physiotherapie raten Menschen ab der Lebensmitte zu regelmäßigen Dehneinheiten sowie gezielten Bewegungsmustern, um Steifheit entgegenzuwirken, Schmerzen zu reduzieren und die Mobilität dauerhaft zu sichern.

Das Thema gewinnt an Bedeutung: In Großbritannien sind Berichten zufolge schätzungsweise 20 bis 50 Prozent der Menschen ab 50 Jahren von wiederkehrenden Schmerzepisoden im Bereich des Rückens oder der Knie betroffen.

Wissenschaftliche Belege für Dehnprogramme

Eine im Oktober 2026 in der Fachzeitschrift Recenti Progressi in Medicina veröffentlichte Untersuchung unterstreicht den Nutzen von systematischem Dehnen bei älteren Erwachsenen.

Die Studienautoren stellten fest, dass kontinuierliche Übungen messbare Verbesserungen der Bewegungsamplitude und Flexibilität bewirken und die subjektiv empfundene Steifheit verringern. Dieser klinische Nutzen tritt demnach besonders deutlich zutage, wenn das Training auf eine Steigerung der Bewegungsqualität bei Personen mit bereits eingeschränkter Mobilität abzielt.

Gleichzeitig heben Fachkreise hervor, dass isoliertes Dehnen kein Allheilmittel ist. Es ersetzt weder Kraft- und Ausdauereinheiten noch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, gezielte Erholungsphasen oder eine entzündungshemmende Ernährung. Während Stärketraining die Muskulatur kräftigt, wird es in der Praxis dennoch häufig vernachlässigt, obwohl die Gelenkfreiheit und Muskelkraft eng miteinander verknüpft sind.

Gezielte Bewegungsmuster für den Alltag

Physiotherapeuten beschreiben mehrere funktionelle Bewegungen, die sich ohne aufwendige Ausrüstung in den Alltag integrieren lassen. Für die Gelenkgesundheit von Knien, Hüften, Knöcheln, Wirbelsäule und Schultern werden Übungen wie die Beckenbrücke (zehn Wiederholungen), Wadenheben (zehn Wiederholungen), die abwechselnde Katzen-Kuh-Bewegung für die Wirbelsäule (mindestens 30 Sekunden) sowie Dehnungen im sogenannten Y-Muster (zehn Wiederholungen) aufgeführt.

Zur Mobilisierung der Hüftpartie raten Bewegungsexperten zu einer tiefen Ausfallschritt-Position, die für 20 bis 30 Sekunden gehalten wird, oder zu schrittweisen Dehnungen mit fünf Sekunden Haltezeit pro Seite bei zehn Wiederholungen. Ein solches Dehnprogramm sollte mindestens ein- bis zweimal wöchentlich absolviert und durch Ausdauer- sowie Krafttraining, ausreichend Schlaf und eine Ernährung mit Beeren sowie grünem Blattgemüse ergänzt werden.

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Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation und Arthrose-Vorsorge

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellen Beschwerden des Bewegungsapparats die häufigste Schmerzform abseits von Krebserkrankungen dar. Bewegung stärke die betroffene Muskulatur und erhalte die Mobilität.

Die WHO empfiehlt Erwachsenen ein wöchentliches Pensum von mindestens 150 bis 300 Minuten mäßig anstrengender oder 75 bis 150 Minuten intensiver aerober Aktivität beziehungsweise eine entsprechende Kombination. Hinzu kommen muskelstärkende Übungen für alle großen Muskelgruppen an zwei oder mehr Tagen pro Woche mit mittlerer oder höherer Intensität.

Für Personen ab 65 Jahren rät die Organisation an mindestens drei Tagen pro Woche zu vielseitigen Aktivitäten mit funktionellem Gleichgewichts- und Krafttraining zur Sturzprävention.

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Auch bei degenerativen Veränderungen wie Arthrose zeigt sanftes Krafttraining therapeutische Wirkung. Gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking oder Tai Chi unterstützen die Nährstoffversorgung des Knorpels durch rhythmische Kompression und regen die Bildung von Gelenkflüssigkeit an.

Experten empfehlen hierbei ein mindestens zehnminütiges Aufwärmen, gelenkschonende Ausdauereinheiten an drei bis vier Tagen pro Woche (jeweils 30 bis 45 Minuten) sowie zwei bis drei wöchentliche Krafteinheiten mit kontrollierten Bewegungen.

Bei länger als zwei bis drei Wochen anhaltenden Schmerzen, Instabilitätsgefühlen, Taubheit oder Schwindel raten Therapeuten zu einer frühzeitigen fachlichen Abklärung.

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