Gemini ab sofort: Android-Nutzer installieren Apps per Chat
28.06.2026 - 07:25:56 | boerse-global.de
Google rüstet seinen KI-Assistenten Gemini auf: Android-Nutzer können künftig Apps per Chat entdecken und installieren.
Die Integration zwischen Gemini und dem Google Play Store ist da. Seit dem 28. Juni 2026 rollt Google die Funktion schrittweise aus, die erstmals auf der Entwicklerkonferenz Google I/O im Frühjahr vorgestellt wurde. Android-Nutzer können nun mit dem KI-Assistenten chatten, um Apps und Spiele zu finden – und sie direkt installieren zu lassen.
So funktioniert die neue Suche
Statt durch Kategorien zu blättern, reicht eine natürliche Frage: „Welche Fitness-App trackt auch Schlaf?" oder „Zeig mir Strategiespiele ohne In-App-Käufe." Gemini durchsucht den Play Store, schlägt passende Anwendungen vor und kann sie auf Wunsch sofort herunterladen.
Voraussetzung: Nutzer müssen mindestens 18 Jahre alt und in ihrem Google-Konto angemeldet sein. Zudem muss die Einstellung „Gemini Apps Activity" aktiviert sein. Die Funktion ist Teil der aktuellen Gemini-APK-Version 1.0.913571982, die auch den persönlichen Assistenten „Gemini Spark" sowie einen täglichen Briefing-Agenten mitbringt.
KI übernimmt den Bildschirm
Nur wenige Tage zuvor, am 24. Juni, hatte Google eine weitreichendere Neuerung vorgestellt: Gemini 3.5 Flash kann jetzt Computer steuern. Die sogenannte „Computer Use"-Funktion erlaubt es dem KI-Modell, Desktop-, Mobil- und Browser-Oberflächen zu bedienen. Entwickler zahlen 1,50 Euro pro Million Input-Tokens – Google hat Sicherheitsvorkehrungen gegen indirekte Prompt-Injection eingebaut.
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Einen Tag später, am 27. Juni, folgte eine weitere praktische Erweiterung: Der Chrome-Browser (Version 149) erlaubt nun das Markieren von Texten oder Bildern auf Webseiten. Ein Klick, und die Auswahl wandert direkt zu Gemini zur Analyse.
KI ohne Cloud: Lokale Modelle für Android
Für Nutzer, die ihre Daten nicht in die Cloud schicken wollen, gibt es gute Nachrichten: Die Google AI Edge Gallery App wurde am 28. Juni auf Version 1.0.16 aktualisiert. Auf Geräten mit Android 12L oder höher lassen sich KI-Modelle jetzt lokal ausführen – inklusive Chat-Funktion und Bildanalyse ohne Internetverbindung.
Apps per Sprachbefehl bauen
Google denkt gleich den nächsten Schritt mit: Der „Build Mode" in Google AI Studio erlaubt es, vollständige Web- und Android-Apps per natürlicher Spracheingabe zu erstellen. Web-Apps basieren auf React und Node.js, Android-Apps auf Kotlin und Jetpack Compose. Ein Klick genügt für die Veröffentlichung auf Google Cloud Run oder im Play Store – die ersten beiden Deployments sind kostenlos.
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Geminis Kunstsinn und die Grenzen der KI
Dass Gemini mehr kann als nur Apps verwalten, zeigte sich erst im Juni 2026 auf dem Kunstmarkt. Der Assistent identifizierte ein Gemälde, das 1966 für unter 100 Euro gekauft worden war, als Werk des schottischen Malers F.C.B. Cadell. Das Auktionshaus Lyon & Turnbull bestätigte die Zuschreibung – der Verkaufspreis: 254.000 Euro. Allerdings hatte Gemini das abgebildete Modell falsch erkannt.
Die Grenzen der Technologie wurden auch vor US-Bundesgerichten deutlich. Ein Anwalt hatte von einem Mandanten gefälschte Quellen erhalten, die Gemini (damals noch Google Bard) generiert hatte. Das Gericht verzichtete auf Sanktionen, betonte aber: Die menschliche Überprüfung KI-generierter Recherchen bleibt zwingend erforderlich.
