Gemini, Google

Gemini: Google erlaubt Deaktivierung von KI-Wasserzeichen

Veröffentlicht am: 23.08.2026 um 08:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Google erlaubt das Deaktivieren sichtbarer KI-Wasserzeichen in Gemini-Apps, behält aber unsichtbare Herkunftsmarkierungen bei.

Google Gemini: Wasserzeichen für KI-Medien nun optional abschaltbar
Ein Smartphone-Bildschirm zeigt eine digitale Benutzeroberfläche auf einem modernen Schreibtisch bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Google hat eine Neuerung für seine Gemini-Apps angekündigt, die Nutzern künftig mehr Kontrolle über die optische Kennzeichnung von KI-generierten Medien einräumt. In der Web-Version sowie in den mobilen Anwendungen können Anwender das bisher obligatorische sichtbare Wasserzeichen – ein Stern-Symbol – über eine neue Einstellung namens „Media watermark“ abschalten. Diese Funktion umfasst sowohl KI-generierte Bilder als auch Videos und Musikstücke.

Die neue Option ist laut Unternehmensangaben standardmäßig aktiviert, sodass das Wasserzeichen zunächst weiterhin eingeblendet wird. Die Entscheidung für die Einführung dieser Wahlmöglichkeit begründete Google-Vizepräsident Josh Woodward mit dem entsprechenden Feedback der Nutzerschaft.

Trotz der Möglichkeit, das sichtbare Symbol zu entfernen, bleibt die technische Rückverfolgbarkeit der Inhalte gewahrt. Unsichtbare Sicherheitsmerkmale wie SynthID-Wasserzeichen und C2PA-Metadaten, sogenannte Content Credentials, bleiben unabhängig von der gewählten Einstellung grundsätzlich in den Dateien eingebettet.

Globale Anwendung und regionale Einschränkungen

Die Möglichkeit, das sichtbare Wasserzeichen zu unterdrücken, ist als globale Funktion konzipiert und gilt für alle Arten von Medien. Nutzer können die Einstellung jedoch nicht für einzelne Dateien separat festlegen oder rückwirkend auf bereits erstellte Inhalte anwenden; es handelt sich um eine allgemeine Kontoeinstellung.

Der Zugriff auf diese Funktion ist jedoch nicht für alle Nutzergruppen einheitlich geregelt. Arbeits- und Schulkonten sind von der Neuerung ausgenommen. In bestimmten Märkten, namentlich Indien, Südkorea und Vietnam, bleibt die Option zudem Abonnenten des Dienstes AI Ultra vorbehalten.

Anzeige

Wer sich mit der Kennzeichnung von KI-Inhalten und den rechtlichen Rahmenbedingungen befasst, sollte die neuen EU-Vorgaben kennen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen für Unternehmen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Google wies zudem darauf hin, dass in Ländern, in denen sichtbare Wasserzeichen für KI-Inhalte gesetzlich vorgeschrieben sind, keine Deaktivierung möglich sein wird.

Herausforderungen bei der Sicherung der Herkunft

Trotz der fortlaufenden Entwicklung technischer Schutzmaßnahmen wie SynthID bleibt die zuverlässige Kennzeichnung von KI-Inhalten ein komplexes Feld. Untersuchungen zeigten, dass SynthID mit erheblichem Aufwand umgangen werden kann, was im Rahmen von Tests mit 123.000 Bildpaaren dargelegt wurde.

Branchenexperten geben zudem zu bedenken, dass die Wirksamkeit unsichtbarer Provenienz-Daten maßgeblich von der Qualität und der Verbreitung des dazugehörigen Detektor-Ökosystems abhängt.

Anzeige

Die rechtliche Einordnung von KI-Systemen und deren Kennzeichnungspflichten ist ein zentraler Bestandteil der neuen EU-Gesetzgebung. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche Systeme als Hochrisiko gelten und was Verantwortliche jetzt konkret tun müssen. Kostenlosen Leitfaden zur KI-Verordnung sichern

Google hat bereits in der Vergangenheit punktuelle Anpassungen bei der Kennzeichnung vorgenommen. Im November 2025 wurde beim Nano Banana Pro für AI-Ultra-Nutzer der sichtbare Glitzer-Effekt entfernt. Seit Februar 2026 werden zudem bei KI-generierter Musik konsequent SynthID-Informationen eingebettet.

Angesichts der Skalierung der Technologie – laut Unternehmensangaben werden täglich über 150 Millionen Bilder durch die KI-Systeme generiert – gewinnt die Debatte um Transparenz und Kennzeichnungspflichten weiter an Bedeutung.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69988536 |