Gene.01: Italienischer Roboter mit künstlicher Haut startet Produktion
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 19:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein italienisches Startup hat auf der AMD-Konferenz „Advancing AI“ in San Francisco einen humanoiden Roboter vorgestellt, der mit einer vollflächigen „Smart Skin“ ausgestattet ist. Die künstliche Haut soll Mensch und Maschine in Fabrikhallen gefahrlos zusammenarbeiten lassen.
Fühlen wie ein Mensch: Die Technik hinter der Smart Skin
Die Gene.01 genannte Maschine des Startups Generative Bionics ist mit einer innovativen Beschichtung überzogen, die mehrere Eigenschaften menschlicher Haut nachahmt. Die Oberfläche erinnert in ihrer Textur an einen Neopren-Tauchanzug. Darin verbaut sind zwei zentrale Sensortypen: Berührungssensoren und Näherungssensoren. Das System kann Position, Kraft, Temperatur und Druck erfassen.
Die entscheidende Neuerung: Der Roboter kann Menschen erkennen, bevor sie ihn überhaupt berühren. Time-of-Flight-Sensoren registrieren, wenn sich eine Person nähert. Daraufhin passt der Roboter seine Bewegungen an, um Zusammenstöße zu vermeiden. Kommt es dennoch zu einer Berührung, reagiert die künstliche Haut präzise auf die einwirkende Kraft und die genaue Stelle des Kontakts.
Vom Konzept zum laufenden Roboter in sechs Monaten
Die Entwicklung ging rasant voran: Im Januar auf der CES in Las Vegas noch als Konzept gezeigt, präsentierte sich der Gene.01 nun als vollständig lauffähiger Roboter. Die Steuerung basiert auf Forschung des Italienischen Instituts für Technologie (IIT), die bereits im Fachjournal Nature Machine Intelligence veröffentlicht wurde – speziell aus dem ergoCub-Projekt.
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Generative Bionics setzt auf eine sogenannte physik-native KI, die Hardware, Mechanik und Bewegung gleichzeitig optimiert. Dieses Physical-AI-System sorgt dafür, dass der Roboter auch bei Reaktionen auf Umwelteinflüsse stabil bleibt. Zusätzlich präsentierte das Unternehmen das GEN-1 Embodied Foundation Model – ein KI-Modell, das verschiedene Endeffektoren unterstützt und es Menschen erlaubt, dem Roboter Bewegungen durch direktes Führen seiner Gliedmaßen beizubringen.
Erster Einsatz als Schweißroboter bei Fincantieri
Mit 81 Millionen US-Dollar (rund 74 Millionen Euro) Seed-Finanzierung im Rücken treibt das Startup die Kommerzialisierung voran. Der erste industrielle Einsatz ist bereits fix: Beim italienischen Schiffbauer Fincantieri wird der Gene.01 als Schweißroboter arbeiten. Für den weiteren Ausbau des europäischen Ökosystems kooperiert Generative Bionics zudem mit dem deutschen Unternehmen Synapticon.
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Das Startup hat einen digitalen Zwilling des Roboters für Simulationen verfügbar gemacht und Teile des Projekts als Open Source veröffentlicht. Noch in diesem Jahr soll die Version 1.1 erscheinen. Der Preis für den Humanoiden ist zwischen 50.000 und 70.000 Euro angesetzt – eine Ansage für den Markt der Industrieroboter.
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