Gericht stoppt Bayer-Werbung: Klares Signal gegen Greenwashing
11.06.2026 - 16:06:54 | boerse-global.de
Weg vom reinen Fokus auf den individuellen CO2-FuĂabdruck â hin zu systemischen Konzepten und strengeren Regeln. Fachleute betonen: Privates Verhalten und politische Rahmenbedingungen gehören zusammen.
Der Handabdruck: Mehr bewirken als nur selbst sparen
Michael Bilharz vom Umweltbundesamt (UBA) unterscheidet zwei Konzepte: den CO2-FuĂabdruck (eigene Emissionen) und den CO2-Handabdruck (Einsparungen, die man bei Dritten anstöĂt). Ein Beispiel: Eine Person spart mit Sparduschköpfen rund 240 Kilogramm CO2 pro Jahr. Stattet sie einen Vier-Personen-Haushalt aus, sind es 720 Kilo.
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Der Handabdruck ergĂ€nzt den FuĂabdruck â er ersetzt ihn nicht. Eine Dissertation am Karlsruher Institut fĂŒr Technologie (KIT) von Markus Szaguhn untermauert das Konzept. Sie zeigt, wie sich diese indirekten KlimaschutzbeitrĂ€ge messen lassen.
Strengere Regeln: Kreislaufwirtschaft statt Wegwerfen
Politisch stehen Emissionsminderung und Abfallvermeidung im Fokus. Der EU-Emissionshandel hat die Emissionen seit 2005 um 51 Prozent gesenkt, so das Umweltbundesamt (Stand Oktober 2025). Doch die nationale Gesetzgebung bleibt umstritten.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisierte im Juni 2026 das Verpackungsrecht-DurchfĂŒhrungsgesetz scharf. Der Vorwurf: Die Bundesregierung setze zu stark auf Recycling von Einwegverpackungen statt auf Mehrweg. Die DUH fordert einen verbindlichen Mechanismus zur Mehrwegförderung, finanziert durch Lizenzentgelte fĂŒr Einweg. Dabei zeigt die Technik: Recycelter Kunststoff senkt den CO2-AusstoĂ in der Produktion um bis zu 80 Prozent.
Greenwashing ade: Gericht stoppt Bayer-Werbung
Die Justiz zieht eine klare Linie bei Klimaversprechen. Das Landgericht Köln erlieĂ ein VersĂ€umnisurteil gegen die Bayer AG (Az. 84 O 21/26). Das Unternehmen warb mit dem Ziel âNetto-Null-Emissionenâ bis 2050 â ohne konkreten Umsetzungsplan. Die Werbung ist unzulĂ€ssig. Ein klares Signal gegen Greenwashing.
Klimaschutz vor Ort: Von Beratung bis Schulwettbewerb
Auf regionaler Ebene tut sich ebenfalls einiges:
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- Saarland: Die Verbraucherzentrale erhĂ€lt rund 808.000 Euro Förderung fĂŒr Energie- und ErnĂ€hrungsberatung.
- MĂŒnchen: Mitte Juni startet das Stadtradeln â im Vorjahr legten ĂŒber 22.000 Teilnehmende mehr als vier Millionen Kilometer zurĂŒck.
- Sachsen-Anhalt: Sieger eines Schulwettbewerbs fĂŒr Klimaschutzprojekte wurden mit insgesamt 19.000 Euro ausgezeichnet.
Das UBA bietet zudem einen âHitzekniggeâ in Leichter Sprache an â Klimaanpassung fĂŒr alle.
Nachhaltiger Konsum bedeutet 2026 mehr als die richtige Kaufentscheidung. Es geht um politische Teilhabe und transparente Kommunikation. Der Wandel ist systemisch geworden.
