Ghost Pairing bei WhatsApp: Fremde Geräte bleiben 30 Tage verknüpft
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 11:13 Uhr | Redaktion boerse-global.deSicherheitsbehörden und Verbraucherschützer in mehreren Ländern schlagen Alarm wegen koordinierter Betrugswellen auf dem Kurznachrichtendienst WhatsApp. Kriminelle nutzen fingierte Gewinnspiele, angebliche Geldgeschenke und Wettbewerbsaufrufe, um persönliche Daten abzugreifen, Zugangsdaten zu stehlen oder fremde Mobiltelefone direkt mit den Benutzerkonten der Opfer zu verknüpfen.
Falsche Behördennachrichten und angebliche Festtagsgeschenke
In Mexiko warnte das Innenministerium von Mexiko-Stadt (Segob CDMX) am 29. Oktober 2026 vor Kriminellen, die Namen und Bild der Behörde missbrauchen. Über die Rufnummer +52 55 2501 2434 stellen Unbekannte Gewinne in Höhe von 200.000 Pesos sowie zwei Mobiltelefone in Aussicht.
Die Behörde stellte klar, dass sie Nachrichten von dieser Nummer nicht versende. Nutzer sollten keinesfalls Daten preisgeben, nicht reagieren, die Rufnummer melden und amtliche Angaben ausschließlich über offizielle Kanäle gegenprüfen.
In Indien meldete das Telangana Cyber Security Bureau (TGCSB) gefälschte Benachrichtigungen, die im Namen von Premierminister Narendra Modi eine Prämie von 8.000 Rupien anlässlich des Diwali-Fests versprechen.
TGCSB-Direktorin Shikha Goel erklärte, dass die enthaltenen Verweise auf betrügerische Seiten führten, die persönliche Informationen sowie Bankverbindungen abfingen, unberechtigte Transaktionen auslösten oder Schadsoftware auf Endgeräten installierten.
Goel mahnte, solche Links keinesfalls anzuklicken, Nachrichten nicht weiterzuleiten, Einmalpasswörter sowie PIN-Codes unter Verschluss zu halten und bei Verdachtsfällen umgehend die Bank oder behördliche Meldestellen einzuschalten.
Auch der Chef der indischen Finanzaufsicht SEBI, Tuhin Kanta Pandey, kündigte ein hartes Vorgehen gegen Gruppen auf WhatsApp und Telegram an, die mit irreführenden Renditeversprechen operieren.
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Manipulierte Online-Abstimmungen und Übernahme von Benutzerkonten
Eine europaweit verbreitete Betrugsform tarnt sich als Abstimmung für Nachwuchswettbewerbe. In Portugal warnte die Republikanische Nationalgarde (GNR) vor Nachrichten, in denen Kontakte angeblich um eine Stimmabgabe für ein Kind bitten.
Der Link führe zu einer falschen Abstimmungsseite, die Telefonnummern und Verifizierungscodes abfragt, um ein fremdes Gerät mit dem WhatsApp-Konto zu verbinden und anschließend im Namen des Betroffenen Geld zu fordern.
Ähnliche Fälle meldeten die katalanische Cybersicherheitsagentur sowie das spanische IT-Sicherheitsinstitut INCIBE, wo Links zu angeblichen Tanzwettbewerben die Verknüpfungscodes abgreifen. Auch die Generaldirektion für Handel und Verbraucherschutz der Regierung von Cantabria wies auf diese Masche hin.
In Frankreich berichtet das Verbrauchermagazin RMC Conso über Nachrichten, die im Namen bekannter Kontakte um Unterstützung für angebliche Teilnehmerinnen namens Sophie oder Eliska bitten und über achtstellige Codes Kontozugriffe ermöglichen. Bereits vor einem Jahr habe das Sicherheitsunternehmen Kaspersky eine solche Vorgehensweise analysiert.
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Warnung vor Kopplungsbetrug in Deutschland
Vor einer Masche namens „Ghost Pairing“ warnt auch das Polizeipräsidium Oberpfalz, nachdem erste Fälle in Bayern registriert wurden. Hierbei entlocken Kriminelle ihren Opfern über fingierte Internetseiten einen achtstelligen Kopplungscode, um ein eigenes Gerät unbemerkt mit dem fremden Profil zu verknüpfen.
Am 15. Oktober 2026 erstattete ein 26-jähriger Mann aus dem Landkreis Neustadt an der Waldnaab Anzeige, nachdem er infolge einer solchen Kontoverbindung über den Account eines Bekannten einen hohen dreistelligen Eurobetrag überwiesen hatte.
Da fremde Geräte erst nach 30 Tagen Inaktivität automatisch abgemeldet werden, fordern die Ermittler Nutzer dazu auf, aktive Sitzungen in den Einstellungen regelmäßig zu überprüfen.
Auch die Kriminalpolizei in Jordanien warnt vor Anrufen auf oft internationale Rufnummern nach vermeintlichen Gewinnen, bei denen Täter Gebühren von beispielsweise 500 US-Dollar verlangen, um angebliche Ausschüttungen freizugeben. IT-Sicherheitsexperten raten dringend dazu, niemals Authentifizierungscodes weiterzugeben, verknüpfte Sitzungen auf unbekannte Geräte zu kontrollieren und standardmäßig die Zwei-Schritt-Verifizierung zu aktivieren.
