Ghost Pairing: Betrüger koppeln Geräte mit WhatsApp-Konten und fordern Geld
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 01:14 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Polizeipräsidium Oberpfalz warnt vor einer Betrugsmasche namens Ghost Pairing. Bei diesem Vorgehen gelingt es Kriminellen, ihre eigenen Geräte unbemerkt mit fremden WhatsApp-Konten zu verknüpfen.
Im Anschluss nutzen die Täter den Zugriff, um die gespeicherten Kontakte der Kontoinhaber anzuschreiben und unter Vorspiegelung falscher Tatsachen um finanzielle Unterstützung zu bitten. Erste Vorfälle dieser Art wurden in der Oberpfalz bereits registriert.
Hoher dreistelliger Eurobetrag nach Betrugsversuch überwiesen
Dass die Masche bereits zu finanziellen Schäden führt, zeigt ein Fall aus Bayern. Am 15. Oktober 2026 erstattete ein 26-jähriger Mann aus dem Landkreis Neustadt an der Waldnaab Anzeige bei der dortigen Polizeiinspektion. Der Mann hatte zuvor über das WhatsApp-Konto eines Bekannten eine Nachricht erhalten, in der um kurzfristige finanzielle Hilfe gebeten wurde.
Im Vertrauen auf den Absender überwies der 26-Jährige einen hohen dreistelligen Eurobetrag. Erst als kurz darauf eine zweite Zahlungsaufforderung einging, wandte sich der Mann telefonisch an seinen Bekannten. Dieser wusste von den Bitten nichts. Die Ermittlungen zu dem Fall dauern an.
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberpfalz verschaffen sich die Kriminellen den Zugang zu den Konten häufig über gefälschte Nachrichten, manipulierte Links oder präparierte QR-Codes. Auf diesem Weg koppeln sie ihr eigenes Endgerät mit dem fremden Profil, ohne dass der rechtmäßige Besitzer den Vorgang unmittelbar bemerkt.
Wer sich vor solchen Manipulationen schützen möchte, findet in diesem kostenlosen Ratgeber die wichtigsten Grundlagen für ein sicheres Smartphone. Erfahren Sie in 5 einfachen Schritten, wie Sie Hacker und Datenmissbrauch effektiv verhindern. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken
Empfehlungen der Sicherheitsbehörden zum Schutz des Kontos
Um sich vor unbefugten Zugriffen zu schützen, empfiehlt das Polizeipräsidium Oberpfalz Nutzerinnen und Nutzern, den Menüpunkt für verknüpfte Geräte in den Einstellungen des Messengers regelmäßig zu kontrollieren und dort gelistete, unbekannte Geräte umgehend zu entfernen. Zudem sollten Bestätigungscodes unter keinen Umständen an Dritte weitergegeben werden.
Treffen ungewöhnliche Geldforderungen von bekannten Kontakten ein, raten die Beamten dazu, die Echtheit der Anfrage über einen alternativen Kommunikationsweg wie einen direkten Telefonanruf zu überprüfen. Auch die Aktivierung der Zwei-Schritt-Verifizierung biete zusätzlichen Schutz.
Internationale Behörden beobachten ähnliche Angriffsmuster
Verwandte Methoden zur Übernahme von Konten und zur Verbreitung schädlicher Inhalte beschäftigen derzeit auch Sicherheitsbehörden in anderen Ländern. Die Generalstaatsanwaltschaft in Aserbaidschan warnte kürzlich vor einer Zunahme unaufgefordert versendeter Einmal-Bestätigungscodes zur Kontoaktivierung auf Fremdgeräten und empfahl die Nutzung komplexer persönlicher Identifikationsnummern sowie der Zwei-Schritt-Authentifizierung.
Ein veraltetes Betriebssystem oder fehlende Sicherheitsupdates können das Risiko für solche Kontenübernahmen zusätzlich erhöhen. Dieser kostenlose Leitfaden erklärt verständlich, wie Sie Ihr Gerät durch automatische Updates rund um die Uhr vor Cyberkriminellen schützen. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen
Eine ähnliche Warnung vor der Abfrage sechsstelliger Verifizierungscodes und anschließenden Geldforderungen gab die Polizei auf den Cayman Islands heraus.
In Pakistan informierte das Nationale Cyber-Notfall-Einsatzteam NCERT über gezielte Phishing- und Schadsoftware-Angriffe, die über WhatsApp Web, WhatsApp Desktop und E-Mails verbreitet werden.
Kriminelle gäben sich dort als Behördenvertreter aus, um Systeme zu infizieren, Zugangsdaten abzugreifen und Messengersitzungen zu kapern. Zudem wies die malaysische Kommunikations- und Multimedia-Kommission auf Betrugsgefahren durch verdächtige ZIP-Dateien und Anhänge im Messenger hin.
