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Ghost Pairing: Gefälschte WhatsApp-Links kapern Smartphone-Konten

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 14:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Betrüger erschleichen Messenger-Zugänge und missbrauchen Konten; Behörden empfehlen Vorsicht bei Verknüpfungsanfragen und Bestätigungscodes.
Ein minimalistisch eingerichteter, schattiger Wohnraum bei Dämmerung mit einem leeren Stuhl und einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt.

Sicherheitsbehörden und Verbraucherschützer schlagen Alarm wegen betrügerischer Angriffe auf Smartphone-Nutzer. Wie aus Berichten von Verbraucher- und Polizeiorganisationen hervorgeht, nutzen Kriminelle manipulierte QR-Codes sowie gefälschte WhatsApp-Links, um persönliche Daten abzugreifen und vollständige Benutzerkonten zu kapern.

Bei den Angriffen kommen Methoden des Phishings, Smishings sowie Quishings zum Einsatz, über die Konten unbemerkt mit fremden Endgeräten verknüpft werden.

Vorwand eines Wettbewerbs führt zur Verknüpfung fremder Geräte

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Masche des sogenannten Ghost Pairings. Nach Angaben des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz und der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz fordern die Täter über gefälschte Abstimmungslinks Mobilfunknummern und Bestätigungscodes an.

Sobald die Angreifer Zugriff auf das Konto erlangt haben, versenden sie im Namen der Betroffenen weitere Betrugslinks oder Geldforderungen in Höhe von 400 bis 800 Euro an die hinterlegten Kontakte. Um das Entdecken der Manipulation möglichst lange hinauszuzögern, archivieren die Täter betroffene Chats.

Auch internationale Stellen beobachten diese Welle. Die spanische Cybersicherheitsbehörde INCIBE warnte vor Nachrichten vermeintlich bekannter Kontakte, die um eine Abstimmung für Minderjährige bei einem angeblichen Tanzwettbewerb bitten.

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Die verlinkte Internetseite verlangt eine Telefonnummer und gibt anschließend einen Code aus, der in Wahrheit die Autorisierung eines fremden Geräts zur Kontonutzung auslöst. Das Opfer kann den Messenger meist normal weiternutzen, während Kriminelle parallel mitlesen und sich für das Opfer ausgeben.

In den Niederlanden verzeichnete die Anlaufstelle Fraudehelpdesk nach eigenen Angaben täglich Dutzende Meldungen zu ähnlichen Aufforderungen für ein Mädchen namens Eliška. Etwas mehr als die Hälfte der dort erfassten Vorfälle seien tatsächliche Übernahmen gewesen, etwas weniger reine Phishing-Versuche.

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Auch in Belgien traten konkrete Vorfälle auf, während deutsche Polizeidienststellen bereits im September auf die Masche hinwiesen. Das Bundesministerium für Inneres in Österreich warnt ebenfalls vor Ghost Pairing; das dortige Bundeskriminalamt stellt dazu ein- und zweiseitige Informationsblätter bereit.

Sicherheitslücken bei QR-Verfahren und Schutzmaßnahmen

Gefahren drohen zudem abseits manipulierter Chat-Nachrichten über Anmeldeverfahren mit QR-Codes. Sicherheitsanalysten stellten bei Überprüfungen von Web-Applikationen wiederholt Schwachstellen in Autorisierungsmechanismen fest, die Zugriff auf Konten bei Banken, Marktplätzen und Messengern ohne Passwortdiebstahl ermöglichen.

Kriminelle extrahieren hierbei Verknüpfungs-Links aus offiziellen Login-Seiten und leiten diese an Nutzer weiter. Bestätigt das Opfer eine solche Anfrage in seiner App, erhalten Angreifer Zugriff. Die Attacke sei schwer zu erkennen, da Bestätigungsanfragen nicht immer Gerätedaten oder Standorte ausweisen.

Behörden und Bankenverbände raten zu gesteigerter Vorsicht. Nutzer sollten Links und QR-Codes aus Nachrichten grundsätzlich misstrauen, keine Bestätigungscodes oder Einmalpasswörter weitergeben und Autorisierungsanfragen unbekannter Geräte ablehnen. Zudem empfiehlt sich die Aktivierung der Zwei-Stufen-Verifizierung sowie die regelmäßige Prüfung der in den Apps hinterlegten, verknüpften Geräte.

Bei unberechtigten Zahlungen sollten Betroffene unverzüglich ihr Bankinstitut informieren und Strafanzeige erstatten. Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz bietet zur Vertiefung am 28. Oktober um 16:00 Uhr ein kostenloses Web-Seminar zum Schutz vor Cyberkriminalität an.

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