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Ghost Pairing: Polizei warnt vor neuer WhatsApp-Betrugswelle

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Cyberkriminelle kapern WhatsApp-Konten über Geräteverknüpfungen und fordern Geld von Kontakten; ein Fall aus der Oberpfalz wird ermittelt.
Ein sanft beleuchteter Flur bei Dämmerung mit einer leicht geöffneten Zimmertür. Illustration mit AI erstellt.

Das Polizeipräsidium Oberpfalz hat am 25. Oktober 2026 vor einer neuen Vorgehensweise von Cyberkriminellen gewarnt. Bei der als Ghost Pairing bezeichneten Masche verschaffen sich Täter durch Täuschung unbemerkt Zugriff auf fremde Konten des Nachrichtendienstes WhatsApp. Nach Angaben der Ermittler sind in der Oberpfalz bereits erste Fälle bekannt geworden. Das Phänomen sei jedoch deutschlandweit verbreitet.

Täuschung über manipulierte Links und QR-Codes

Das Ziel der Angreifer besteht darin, eine autorisierte Verknüpfung zwischen dem WhatsApp-Konto der Betroffenen und einem fremden Endgerät zu erzwingen. Um dies zu erreichen, versenden die Kriminellen gefälschte Nachrichten, präparierte Weblinks oder QR-Codes.

Bringen sie Nutzer dazu, diese Verknüpfung unwissentlich auf dem eigenen Smartphone zu bestätigen, erhalten die Täter vollen Zugriff auf den Chatverlauf sowie die gespeicherten Kontakte. Anschließend nutzen sie die kompromittierten Konten, um im Namen der ahnungslosen Kontoinhaber finanzielle Forderungen an Freunde und Bekannte zu stellen.

Dass diese Methode bereits erfolgreich angewendet wird, zeigt ein Fall aus der Oberpfalz: Ein 26-jähriger Mann aus dem Landkreis Neustadt an der Waldnaab erstattete am 15. Oktober 2026 Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizeiinspektion Neustadt an der Waldnaab.

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Der Mann war zuvor über das WhatsApp-Konto eines Bekannten kontaktiert und um eine kurzfristige finanzielle Unterstützung gebeten worden. Daraufhin überwies er einen hohen dreistelligen Eurobetrag.

Erst als eine zweite Geldforderung einging, schöpfte der 26-Jährige Verdacht. Ein anschließender telefonischer Kontakt mit dem Bekannten brachte Klarheit: Dieser wusste nichts von den Geldforderungen und hatte die Nachrichten nicht selbst verfasst. Die Ermittlungen der Polizeiinspektion Neustadt an der Waldnaab zu diesem Vorfall dauern an.

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Schutzmaßnahmen und Verhaltensempfehlungen der Ermittler

Um sich vor einem derartigen Identitätsdiebstahl zu schützen, rät das Polizeipräsidium Oberpfalz zu erhöhter Wachsamkeit beim Umgang mit Verknüpfungsanfragen. Nutzer sollten unter keinen Umständen WhatsApp-Bestätigungscodes an Dritte weitergeben und niemals unbekannte Geräteverknüpfungen bestätigen.

Zudem wird empfohlen, in den Einstellungen der Anwendung den Menüpunkt für verknüpfte Geräte regelmäßig zu kontrollieren. Werden dort unbekannte oder verdächtige Geräte aufgeführt, sollten diese sofort aus der Übersicht entfernt werden. Zur Erhöhung des Sicherheitsniveaus empfiehlt die Polizei überdies, die Zwei-Schritt-Verifizierung in den Kontoeinstellungen zu aktivieren.

Sollten Kontakte unerwartet Nachrichten mit Geldforderungen senden, rät die Behörde dazu, die Angaben stets über einen persönlichen Anruf unter der bekannten Telefonnummer zu verifizieren, anstatt voreilig Überweisungen zu tätigen. Bei einem begründeten Betrugsverdacht sollte umgehend die Polizei eingeschaltet werden.

Mehr zum Thema bei FOCUS online: „Betrug über WhatsApp: Polizei warnt vor Ghost Pairing“

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