Ginsenosid, Rb1

Ginsenosid Rb1: Ginseng-Verbindung bremst BauchspeicheldrĂŒsentumoren in MĂ€usen

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 05:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Ginsengverbindung verringerte Tumorwachstum und Lebermetastasen bei MĂ€usen; Wirkmechanismus und orale Aufnahme sind noch nicht abschließend geklĂ€rt.

Ginsenosid Rb1 bremst Pankreastumoren im prÀklinischen Mausmodell
Nahaufnahme von rohen Ginsengwurzeln auf einer dunklen HolzoberflÀche in einer Laborumgebung. Illustration mit AI erstellt.

In der prÀklinischen Onkologie gewinnen Naturstoffderivate und Substanzen aus der traditionellen chinesischen Medizin zunehmend an wissenschaftlicher Aufmerksamkeit.

Eine Untersuchung einer Forschungsgruppe um Dong an der Shanghai University of TCM, die im Fachjournal Food Science & Nutrition unter der DOI 10.1002/fsn3.72468 publiziert und ĂŒber die laut einem Bericht vom 10.10.2026 informiert wurde, liefert neue Einblicke in potenzielle Wirkmechanismen gegen das Pankreaskarzinom.

Im Mittelpunkt der Arbeit steht Ginsenosid Rb1, eine bioaktive Verbindung aus Panax ginseng, die in prĂ€klinischen Versuchsmodellen das Tumorwachstum ĂŒber eine Beeinflussung des Immunsystems eindĂ€mmen konnte.

Hemmung des Tumorwachstums und Einfluss auf Makrophagen

Die experimentellen Untersuchungen stĂŒtzen sich unter anderem auf in-vivo-Versuche an einem orthotopen KPC-Modell in C57BL/6-MĂ€usen. Bei einer intraperitonealen Verabreichung von Rb1 in Dosierungen von 25, 50 und 100 mg/kg/Tag verzeichneten die Forscher eine dosisabhĂ€ngige Reduktion des Tumorwachstums. In der höchsten Dosierung erwies sich der Effekt als vergleichbar mit dem etablierten Chemotherapeutikum Gemcitabin.

ZusĂ€tzlich beobachteten die Wissenschaftler eine Verringerung der Lebermetastasierung, begleitet von einer Herabregulierung der Marker Zeb-1 und Vimentin. Als wesentlicher Ansatzpunkt wird die Modulation der Tumormikroumgebung beschrieben: Ginsenosid Rb1 blockierte die Polarisierung von M2-Makrophagen ĂŒber den PI3K-AKT-Signalweg.

WÀhrend die M2-Marker CD206, CD163 und ARG1 dosisabhÀngig sanken, blieben die M1-Marker, darunter CD86, unbeeinflusst. In kultiviertem Ginseng beziffern die Daten den Rb1-Gehalt auf eine Spanne von 2,22 bis 11,22 mg/g.

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Erkenntnisse aus Netzwerkpharmakologie und Signalwegen

ErgĂ€nzend zu den zellulĂ€ren und tierexperimentellen Daten setzten die Autoren Methoden der Netzwerkpharmakologie ein, um die molekularen ZusammenhĂ€nge aufzuschlĂŒsseln.

In den Analysen wurden 587 Zielstrukturen fĂŒr Rb1 sowie 905 Zielstrukturen im Kontext von Pankreaskrebs identifiziert, woraus sich eine Schnittmenge von 110 gemeinsamen Targets ergab. Das konstruierte Protein-Protein-Interaktionsnetzwerk wies 491 Knoten und 3.728 Kanten auf. Als zentrale sogenannte Hub-Gene kristallisierten sich dabei STAT3, AKT1, CASP3, BCL2, HIF1A, MTOR sowie SRC heraus.

Toxikologische Marker und bestehende Limitationen

Hinsichtlich der toxikologischen VertrÀglichkeit im Modellversuch ergaben sich keine AuffÀlligkeiten bei relevanten Laborwerten. Die Parameter ALT, AST, BUN, Kreatinin sowie HarnsÀure blieben unter der Behandlung unverÀndert, was auf ein ausbleibendes akutes OrgantoxizitÀtssignal bei den getesteten Dosen hinweist.

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Dennoch verweisen die Studienautoren auf methodische EinschrĂ€nkungen der bisherigen Ergebnisse. So ist der kausale Nachweis fĂŒr den PI3K-AKT-Signalweg noch nicht abschließend erbracht. Zudem beschrĂ€nkten sich die Tests auf lediglich eine Organoid-Linie. Da die Applikation im Tiermodell ĂŒber intraperitoneale Injektionen erfolgte, bleibt zudem die Frage der oralen BioverfĂŒgbarkeit von Rb1 fĂŒr potenzielle kĂŒnftige Anwendungen bislang offen.

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