Glasfaser-Boom: AT&T peilt acht Millionen neue Anschlüsse 2026 an
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 17:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Nachfrage nach schnellem Internet treibt den Glasfaserausbau weltweit auf ein neues Niveau. Regierungen und Telekommunikationskonzerne schnüren Milliardenpakete, um die digitale Infrastruktur massiv auszubauen – von den USA über Europa bis nach Südamerika.
USA: Milliarden-Investitionen und neue Regeln
Der US-Senat hat am 22. Juli 2026 den Weg für das „Accelerating Broadband Permits Act“ freigemacht. Das Gesetz soll die Genehmigungsverfahren für den Breitbandausbau beschleunigen. Geplant ist ein öffentliches Dashboard, das den Fortschritt der geförderten Projekte transparent macht.
Ein Bundesrichter entschied zudem Ende Juli, dass das „Digital Equity Act Competitive Grant Program“ fortgeführt werden muss. Zwar wurden einzelne Passagen als verfassungswidrig gestrichen, das Programm zur digitalen Teilhabe bleibt aber bestehen.
Auf Bundesstaatsebene investiert Indiana 856 Millionen Euro in den Anschluss von rund 123.000 Haushalten und Unternehmen in 91 Bezirken. Der erste Bauvertrag ging an Decatur County REMC mit einem Volumen von 7,1 Millionen Euro für 2.800 Anschlüsse. Die Bauarbeiten starten im Sommer 2026.
Allerdings stocken einige Fördergelder. Die Bundesstaaten warten noch auf die Freigabe von rund 21 Milliarden Euro aus dem BEAD-Programm. Die zuständige Behörde NTIA kündigte eine Entscheidung für den Spätsommer an. Zudem sollen die Bundesstaaten satellitenbasierte BEAD-Zuschüsse überprüfen – dies könnte zu Kürzungen von durchschnittlich einem Drittel in 47 Bundesstaaten führen.
AT&T und Co.: Gigantische Ausbaupläne
AT&T peilt für 2026 acht Millionen neue Glasfaseranschlüsse an – mehr als die Hälfte davon in Partnerschaft mit Lumen. Im zweiten Quartal 2026 erreichte der Konzern bereits 38,6 Millionen Glasfaserstandorte und schaltete über eine Million neue Anschlüsse frei. Das Ziel: bis Ende 2026 mehr als 40 Millionen, bis 2030 über 60 Millionen Standorte.
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Auch öffentliche Netze wachsen rasant. Kalifornien hat sein Mittelstrecken-Breitbandnetz verdreifacht – auf umgerechnet 2.000 Kilometer. Das Netz soll auf rund 13.000 Kilometer ausgebaut werden. Erster Kunde war der Stamm der Bishop Paiute.
Europa: Kooperation und Regulierung
In Belgien hat die Wettbewerbsbehörde eine Partnerschaft von Fiberklaar, Wyre, Proximus und Telenet genehmigt. Ziel ist der Anschluss von über zwei Millionen Haushalten und Unternehmen in Flandern. Der Großteil soll bis 2029 stehen, die Fertigstellung ist für 2037 geplant. Andere Anbieter erhalten offenen Zugang zur Infrastruktur.
Die Bundesnetzagentur hat eine Standardangebotsverordnung erlassen: Die Telekom muss Leerrohre und Masten für mindestens fünf Jahre an Wettbewerber vermieten. Das soll den Glasfaserausbau für kleinere Anbieter günstiger machen. Die Telekom prüft rechtliche Schritte gegen die Konditionen.
Globaler Ausbau: Von Brasilien bis zur Ukraine
- Brasilien: Das Programm „Norte Conectado“ verlegt Unterwasserkabel im Amazonasgebiet. Die 1.326 Kilometer lange Route „Infovia 05“ soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 fertig sein und über 700.000 Menschen in neun Gemeinden versorgen.
- Jamaika: Die Regierung sucht Partner für ein 200-Millionen-Euro-Projekt zum Aufbau eines landesweiten Breitbandnetzes. Interessensbekundungen sind bis zum 14. August 2026 möglich, die Ausschreibung folgt im Oktober.
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- Philippinen: Der Private Sector Advisory Council schlägt eine „One Canal Policy“ vor: standardisierte, gemeinsam genutzte Trassen für Glasfaserkabel sollen Kosten und Bauzeit senken.
- Ukraine: Trotz des Krieges baut Ukrtelecom weiter aus. 2025 kamen hunderte Kilometer Glasfaser in den Regionen Charkiw, Tschernihiw und Sumy hinzu. Solaranlagen und Notstrom sichern die Energieversorgung.
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