Glasfaser: Vodafone und OXG überschreiten eine Million Anschlüsse
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 08:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Ausbau der digitalen Infrastruktur in Deutschland verzeichnet einen signifikanten Fortschritt. Am 10. September 2026 meldeten Vodafone und das Joint Venture OXG das Erreichen der Marke von einer Million versorgten Haushalten im Glasfaserbereich. Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres planen die Unternehmen eine Steigerung auf mehr als 1,2 Millionen Anschlüsse.
Das Infrastrukturunternehmen OXG, eine Tochtergesellschaft von Vodafone, hat im Rahmen seiner Breitband-Offensive die Millionen-Grenze beim sogenannten „Homes Passed“-Status überschritten. Damit ist die Technologie für eine Million Haushalte physisch verfügbar.
Ein regionaler Schwerpunkt liegt dabei auf dem Ruhrgebiet, wo bereits über 250.000 Glasfaser-Anschlüsse realisiert wurden. Ziel der Kooperation ist es, den Bewohnern in städtischen Gebieten schnelles Internet bei freier Anbieterwahl zu ermöglichen.
Erweiterte Verfügbarkeit und infrastruktureller Wandel
Aktuellen Unternehmensangaben zufolge ist Glasfaser von Vodafone mittlerweile für insgesamt 15,2 Millionen Haushalte buchbar. Diese Zahl beinhaltet neben dem eigenen Ausbau auch Kapazitäten aus Partnernetzen wie Deutsche Giganetz und Westconnect.
Parallel dazu bildet das bestehende Kabelnetz weiterhin das Rückgrat der Gigabit-Versorgung: Rund 31,3 Millionen Haushalte, was etwa 76 Prozent der Haushalte in Deutschland entspricht, können über die Kabel-Infrastruktur Gigabit-Geschwindigkeiten beziehen.
Innerhalb der Eigentümerstruktur von OXG steht zudem eine Veränderung bevor. Die Société Générale übernimmt den 50-prozentigen Anteil von Altice an dem Unternehmen. Der Abschluss dieser Transaktion wird für das Ende des Jahres 2026 erwartet.
Wettbewerbsumfeld und Investitionszahlen
Auch andere Marktteilnehmer treiben den Ausbau voran. Die Deutsche Telekom gab am 9. September 2026 bekannt, weitere 500.000 Haushalte an ihr Glasfasernetz angeschlossen zu haben, wobei ein Fokus auf ländlichen Regionen in Hessen und Rheinland-Pfalz liegt. Branchenweit wurden im Jahr 2025 insgesamt 15,3 Milliarden Euro in die Infrastruktur investiert. Davon entfielen 9,8 Milliarden Euro auf Wettbewerber und 5,5 Milliarden Euro auf die Telekom.
Eine Million Haushalte sind beim Glasfaser-Ausbau erreicht, bis Geschäftsjahresende sollen mehr als 1,2 Millionen folgen — doch bundesweit stagniert die tatsächliche Nutzung bei 27 Prozent. Wer wissen will, ob die eigene Immobilie schon erschlossen ist und was ein Hausanschluss kostet, findet hier die passende Schritt-für-Schritt-Anleitung. Kostenlosen Glasfaser-Leitfaden jetzt anfordern
Trotz der Fortschritte zeigt eine aktuelle Marktanalyse ein gemischtes Stimmungsbild: Während die aktuelle Geschäftslage mit einem Plus von 26,8 Punkten und die Aussichten mit plus 15,8 Punkten positiv bewertet werden, sank das Investitionsklima auf einen Wert von minus 13,3 Punkten.
Branchenkennzahlen und regionale Dynamik
Der Branchenverband Breko bezifferte die bundesweite Quote für „Homes Passed“ Anfang September auf 62 Prozent, was 28,7 Millionen Haushalten entspricht. Die tatsächliche Anschlussquote („Homes Connected“) liegt bei 29,8 Prozent, während die aktive Nutzung („Take-up“) bei 27 Prozent stagniert.
Die Kosten für einen einzelnen Hausstich werden dabei auf rund 2.000 Euro geschätzt. Der Verband fordert eine Quote von 85 Prozent bei den verfügbaren Anschlüssen, bevor eine Abschaltung des Kupfernetzes in Erwägung gezogen werden könne.
Auf regionaler Ebene sticht Hessen hervor. Das Bundesland steigerte seine Glasfaser-Anschlussquote binnen eines Jahres um 2 Prozentpunkte auf 37,9 Prozent und liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Die allgemeine Ausbauquote in Hessen kletterte von 61,2 auf knapp 70 Prozent.
Lokale Modernisierungen und technische Aufrüstung
Neben dem großflächigen Netzausbau wurden zuletzt zahlreiche lokale Projekte abgeschlossen. Vodafone beendete Modernisierungsmaßnahmen in Karlsruhe, Pfinztal, Bruchsal und Dettenheim, wovon über 5.600 Kabelhaushalte profitieren.
Ein einzelner Hausstich kostet rund 2.000 Euro — und in vielen Gemeinden wird überhaupt erst gebaut, wenn genügend Eigentümer vorab zusagen. Verwalter und Hausbesitzer, die den Anschluss nicht verpassen wollen, brauchen einen klaren Fahrplan von der Verfügbarkeitsprüfung bis zur Beauftragung. Glasfaser-Fahrplan für Eigentümer sichern
Im Landkreis Karlsruhe wird ein jährliches Wachstum des Datenverkehrs von 12 Prozent verzeichnet. Ähnliche Trends zeigen sich im Ortenaukreis, wo nach Abschluss von Arbeiten in Kehl rund 1.600 Haushalte von stabileren Leitungen profitieren.
Zusätzlich zur Reichweite steigt die technologische Kapazität. Das Unternehmen TelemaxX rüstet seinen Glasfaser-Backbone in Baden-Württemberg und Hessen auf 400 Gbit/s auf, was Kunden Anschlüsse mit bis zu 100 Gbit/s ermöglicht. Im Raum Ludwigsburg treiben zudem Kooperationen zwischen GVG Glasfaser und Wisotel den Ausbau voran, sofern in den betroffenen Gemeinden eine Vorvermarktungsquote von 35 Prozent erreicht wird.
Mehr zum Thema bei Caschys Blog: „Vodafone und OXG: Eine Million Haushalte beim Glasfaserausbau erreicht“
