Glaukom, KĂ€lte

Glaukom bei KÀlte: Studie zeigt möglichen Anstieg des Augeninnendrucks

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 16:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei medikamentös behandeltem Offenwinkelglaukom kann sinkende Außentemperatur den Augeninnendruck erhöhen; regelmĂ€ĂŸige Kontrollen bleiben wichtig.
Frost auf einer Fensterscheibe an einem kalten Wintertag mit verschwommener, winterlicher Landschaft im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

VerĂ€nderungen der Umgebungstemperatur können den Verlauf von Augenerkrankungen direkt beeinflussen. Eine im Fachjournal British Journal of Ophthalmology im Jahr 2026 veröffentlichte Untersuchung einer Arbeitsgruppe der Kyoto Prefectural University of Medicine zeigt, dass Schwankungen der Außentemperatur bei Personen mit primĂ€rem Offenwinkelglaukom (POAG), die unter medikamentöser Behandlung stehen, Auswirkungen auf den Augeninnendruck haben.

Insbesondere kĂ€ltere Lufttemperaturen können den Druck im Auge erhöhen. Die beteiligte Forschungsgruppe empfiehlt daher, derartige thermische ZusammenhĂ€nge bei der therapeutischen Betreuung der Betroffenen zu berĂŒcksichtigen.

Aussagekraft des Augeninnendrucks und Diagnostik

Ein regulĂ€rer Augeninnendruck bewegt sich nach Angaben von Glaukom-Fachleuten ĂŒblicherweise in einem Bereich von 10 bis 21 mmHg. Dabei liegt die Differenz zwischen beiden Augen zumeist bei maximal 4 bis 5 mmHg, wĂ€hrend die tĂ€glichen Schwankungen in der Regel einen Wert von höchstens 8 mmHg erreichen. Allerdings reicht die alleinige Messung dieses Wertes fĂŒr eine zuverlĂ€ssige Glaukom-Diagnose nicht aus.

Um das Vorliegen oder Fortschreiten eines Glaukoms prĂ€zise zu beurteilen, mĂŒssen AugenĂ€rzte den Augeninnendruck, die Beschaffenheit sowie die Dicke des Sehnervs und das Gesichtsfeld gemeinsam untersuchen und bewerten. Da der Sehnervzustand und funktionelle GesichtsfeldausfĂ€lle wesentliche Kriterien darstellen, lĂ€sst sich eine gesicherte Diagnose ausschließlich ĂŒber eine umfassende augenĂ€rztliche Untersuchung stellen.

Risikofaktoren fĂŒr eine Erkrankung

Die Entstehung eines Glaukoms wird von diversen EinflussgrĂ¶ĂŸen begĂŒnstigt. Glaukom-Experten verweisen darauf, dass das Erkrankungsrisiko ab einem Alter von 40 Jahren generell ansteigt. Dies gilt in besonderem Maße bei anatomischen Gegebenheiten wie einer kurzen Augenachse und Weitsichtigkeit. Liegt ein Glaukom bereits in der familiĂ€ren Vorgeschichte vor, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit fĂŒr Angehörige um das Vier- bis Neunfache.

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Zu den weiteren wesentlichen Risikofaktoren zĂ€hlen eine ausgeprĂ€gte Kurzsichtigkeit, frĂŒhere Verletzungen des Auges sowie eine langfristige lokale oder systemische Behandlung mit Kortikosteroiden. Ebenso gelten Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Rauchen und der Konsum von Alkohol als gefahrbringende Faktoren.

Bei Vorliegen eines Engwinkelglaukoms, das sowohl chronisch verlaufen als auch zu einem akuten Anfall mit raschem Druckanstieg fĂŒhren kann, spielen neben dem Alter und einer familiĂ€ren Vorbelastung auch ein enger Abflusskammerwinkel, bestimmte Herkunftsgruppen und Diabetes eine Rolle.

Bedeutung von Vorsorge und Warnsignalen

Das primĂ€re Offenwinkelglaukom als hĂ€ufigste Variante der Erkrankung verlĂ€uft oft ĂŒber viele Jahre hinweg vollkommen symptomlos. Da entstandene SchĂ€den am Sehnerv irreversibel sind, kommt der rechtzeitigen FrĂŒherkennung eine zentrale Rolle zu.

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Fachleute empfehlen Personen ab dem 40. Lebensjahr jĂ€hrliche Kontrollen beziehungsweise regelmĂ€ĂŸige Untersuchungen, wenn spezifische Risikofaktoren vorliegen. Bei einer bekannten Familienanamnese oder auffĂ€lligen Vorbefunden sollte ein individuelles Kontrollintervall mit dem behandelnden Fachpersonal abgestimmt werden.

Treten dagegen plötzliche Beschwerden auf, ist umgehende Ă€rztliche Hilfe erforderlich. Glaukom-Experten betonen, dass manche Formen durch abrupte und starke Symptome gekennzeichnet sind. Dazu zĂ€hlen ausgeprĂ€gte Augenschmerzen, Kopfschmerzen, das Sehen farbiger Ringe um Lichtquellen, verschwommenes Sehen, Augenrötungen sowie Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen, die unverzĂŒglich einer medizinischen AbklĂ€rung bedĂŒrfen.

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