GLP-1-Agonisten, Krebsrisiko

GLP-1-Agonisten: Senken Krebsrisiko um 38 bis 50 Prozent

13.06.2026 - 11:50:12 | boerse-global.de

Studien belegen: Adipositas verursacht chronische Entzündungen. GLP-1-Medikamente senken Krebsrisiko, epigenetische Spuren bleiben bestehen.

Adipositas-Forschung: Neue Erkenntnisse zu Entzündungen und Therapien
GLP-1-Agonisten - Mikroskopische Ansicht von Zellen und Biomarkern, die Entzündung und Immunantwort darstellen, mit blauen und roten Farbtönen. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Im Zentrum stehen chronische Entzündungsprozesse, die den Krankheitsverlauf maßgeblich beeinflussen.

Blutwerte verraten Entzündungsstatus

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Eine Meta-Analyse von Yang et al. im International Journal of Obesity identifizierte mehrere Biomarker im Blutbild. Bei Betroffenen sind das Verhältnis von Neutrophilen zu Lymphozyten (NLR) sowie von Thrombozyten zu Lymphozyten (PLR) signifikant erhöht. Auch der systemische Immun-Inflammations-Index (SII) und der systemische Inflammations-Response-Index (SIRI) korrelieren mit Adipositas.

Die Werte könnten als Indikatoren für den Entzündungsstatus dienen. Die Ergebnisse variieren jedoch nach Alter, Geschlecht und geografischer Lage.

Eine Studie der University of California zeigte zudem: Bestimmte weiße Blutkörperchen, sogenannte Neutrophile, wandern aktiv ins Körperfett ein. Dort bremsen sie den vollständigen Fettabbau – ein evolutionärer Schutzmechanismus, der heute zu Stoffwechselstörungen beiträgt.

Das Immunsystem vergisst nicht

Forscher der University of Birmingham entdeckten ein Phänomen: Adipositas hinterlässt epigenetische Spuren in T-Helferzellen. Diese DNA-Methylierungen bleiben fünf bis zehn Jahre nach erfolgreicher Gewichtsreduktion bestehen.

Das Immunsystem verharrt also weiterhin in einem Zustand, der typisch für Übergewicht ist. Das erklärt, warum das Risiko für Folgeerkrankungen bei ehemals Betroffenen oft erhöht bleibt.

GLP-1-Agonisten: Mehr als nur Gewichtsverlust

Moderne Medikamente gegen Adipositas scheinen über die reine Gewichtsabnahme hinauszuwirken. Auf dem ASCO-Kongress in Chicago wurden Daten präsentiert: GLP-1-Rezeptoragonisten senken das Metastasenrisiko bei Brust-, Leber-, Darm- und Lungenkrebs um 38 bis 50 Prozent.

Die Cleveland Clinic bestätigt diese Beobachtungen. Bei Patienten mit adipositas-assoziierten Krebsarten im Stadium I bis III sank die Krebssterblichkeit um 33 Prozent. Besonders deutlich war der Effekt bei Brustkrebs: Hier fiel das Sterberisiko um 45 Prozent.

Eine Studie der University of Pennsylvania mit über 111.000 Frauen zeigte eine Senkung des Brustkrebsrisikos um bis zu 35 Prozent. Als Ursache nennen Experten neben der Gewichtsreduktion die Hemmung systemischer Entzündungen.

Muskelschwund verhindern

Ein Problem bei medikamentöser Gewichtsreduktion: Der Verlust von Muskelmasse. Die Phase-II-Studie EMBRAZE untersuchte eine Kombination aus Tirzepatid (GLP-1/GIP-Agonist) und Apitegromab. Letzteres blockiert Myostatin, das natürlicherweise das Muskelwachstum hemmt.

102 Probanden erhielten 24 Wochen lang entweder die Kombination oder ein Placebo. Der Gewichtsverlust war ähnlich – aber die Kombinationsgruppe verlor rund 1,9 Kilogramm weniger Muskelmasse.

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Neue OP-Option für Lipödem-Patientinnen

Ab Juli 2026 wird die Liposuktion bei Lipödemen der Stadien I bis III in Deutschland zur Kassenleistung. Voraussetzung: Die entsprechenden Abrechnungsziffern im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) sind eingeführt. Betroffen sind ambulante und belegärztliche Eingriffe.

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