GLP-1-Medikamente: Bis zu 50% weniger Krebsrisiko nachgewiesen
14.06.2026 - 13:47:32 | boerse-global.de
Unter dem Begriff „Metabolic Psychiatry“ untersuchen Wissenschaftler, wie chronische Entzündungen, Insulinresistenz und Mitochondrienfunktion mit Depressionen, Ängsten und „Brain Fog“ zusammenhängen.
Ernährung beeinflusst die Stimmung
Ein narratives Review aus Juni 2026 wertete Studien von 2000 bis 2024 aus. Die Forscher identifizierten Polyphenole, Omega-3-Fettsäuren, Ballaststoffe und Probiotika als relevante Faktoren für die psychische Verfassung. Besonders die mediterrane Ernährung und fermentierte Lebensmittel mit Lactobacillus und Bifidobacterium stehen mit einer Reduktion depressiver Symptome in Verbindung.
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Die Wirkung läuft über die Darm-Hirn-Achse. Eine pflanzenbetonte Kost scheint dabei besonders vorteilhaft zu sein.
Charité startet Hormonstudie gegen Depressionen
Die Berliner Charité hat eine neue Forschungsinitiative gestartet. Das mit 2,3 Millionen Euro geförderte Projekt untersucht das Hormon Dehydroepiandrosteron (DHEA) als Zusatztherapie bei therapieresistenten Depressionen.
DHEA ist eng mit Stressachsen, Immunmodulation und Stoffwechselprozessen verflochten. Ziel ist es, die Ansprechraten der Patienten zu erhöhen und Behandlungspfade zu beschleunigen.
Dass psychische und körperliche Leiden oft gemeinsam auftreten, belegt eine Studie der Universität Basel und der Ruhr-Universität Bochum aus dem Jahr 2015. Die Analyse von 14.348 Personen zeigte ein erhöhtes Risiko für Arthrose und Arthritis bei depressiven Patienten. Rund ein Drittel der depressiven Menschen in der Schweiz leidet demnach an mindestens einer zusätzlichen körperlichen Erkrankung.
GLP-1-Medikamente: Überraschende Effekte auf Gehirn und Krebs
GLP-1-Rezeptor-Agonisten, ursprünglich gegen Diabetes und Adipositas entwickelt, zeigen unerwartete Wirkungen. Eine Untersuchung der University of Colorado fand heraus, dass sich nach monatelanger Anwendung die Verbindungen im Salience Network des Gehirns vervielfachen können. Gleichzeitig berichten Anwender von emotionaler Abflachung und Motivationsverlust.
Die Medikamente haben aber auch somatische Effekte:
- Muskelatrophie: Bei Gewichtsreduktion durch GLP-1-Analoga können bis zu 40 Prozent der verlorenen Masse auf Muskelgewebe entfallen. Der Antikörper Apitegromab, kurz vor der Zulassung, könnte diesen Effekt abmildern.
- Krebsrisiko: Eine Beobachtungsstudie der University of Pennsylvania an über 111.000 Frauen ergab eine Senkung des Brustkrebsrisikos. Auf dem ASCO-Kongress in Chicago wurden Daten von 12.000 Patienten präsentiert: GLP-1-Präparate senken das Metastasenrisiko bei verschiedenen Krebsarten um 38 bis 50 Prozent.
- Marktentwicklung: In Deutschland wird im Sommer 2026 die Zulassung einer oralen Variante von Semaglutid für Erwachsene erwartet.
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Versorgungskrise in der Psychotherapie
Während die Forschung neue Wege aufzeigt, kämpft die praktische Versorgung mit Hürden. Auf dem 5. Deutschen Psychotherapie Kongress in Berlin warnten rund 1.300 Teilnehmende vor einer drohenden Versorgungskrise. Fachverbände und Patientenvertreter kritisierten geplante Honorarkürzungen und Budgetierungen im ambulanten Sektor.
Die Nachfrage nach Therapieplätzen bleibt stabil hoch – die Verfügbarkeit könnte jedoch sinken.
Musik als Therapie: Nicht jeder Effekt ist direkt
Das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik untersuchte den Zusammenhang zwischen Musik und psychischer Gesundheit. Eine Auswertung eines schwedischen Zwillingsregisters (2012 bis 2022) zeigte: Alltägliches Musikhören allein hat keinen direkten ursächlichen Effekt auf die psychische Gesundheit.
Allerdings nutzen Menschen mit Angststörungen oder Depressionen Musik häufiger zur Emotionsregulation. Das unterstreicht die Bedeutung strukturierter musiktherapeutischer Ansätze im klinischen Kontext.
