Glucosamin: Beliebtes Supplement erhöht Alzheimer-Risiko um 25%
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 00:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine neue Studie entdeckt gegensätzliche Effekte von Nahrungsergänzungsmitteln und Diabetes-Medikamenten auf die Gehirngesundheit. Während SGLT2-Hemmer das Alzheimer-Risiko drastisch senken, könnte Glucosamin die Erkrankung beschleunigen.
Glucosamin beschleunigt kognitiven Verfall
Forscher der University of Florida haben in Nature Metabolism einen alarmierenden Zusammenhang gefunden. Die Analyse von rund 66.000 Patientenakten zeigt: Bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung steigt das Risiko für Alzheimer-Demenz um 25 Prozent, wenn sie Glucosamin einnehmen. Bereits erkrankte Patienten hatten eine um 25 Prozent erhöhte Sterblichkeit innerhalb von fünf Jahren.
Der Mechanismus dahinter: Glucosamin überwindet die Blut-Hirn-Schranke und fördert die sogenannte Hyperglykosylierung. Dabei lagern sich übermäßig Zuckerketten an Proteine im Gehirn an – mit verheerenden Folgen für die Nervenzellen. Mausversuche bestätigten den Effekt: Die Gabe von Glucosamin verschlechterte das Gedächtnis, während ein blockierendes Enzym die Symptome verbesserte.
Wichtig: Gesunde Gehirne zeigten keine negativen Reaktionen. Dennoch mahnen Wissenschaftler zur Vorsicht – schließlich konsumieren allein in den USA rund 40 Millionen Menschen das Supplement jährlich.
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Diabetes-Medikamente als Schutzschild
Ganz anders die Daten aus JAMA Network Open: SGLT2-Inhibitoren senken das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent. GLP-1-Rezeptor-Agonisten erreichen immerhin 33 Prozent. Die Analyse umfasste über 14.000 Teilnehmer.
Das ist besonders relevant, weil Typ-2-Diabetes das Alzheimer-Risiko um etwa 50 Prozent erhöht. Aktuell läuft die Phase-III-Studie PrevenTRON mit 1.600 Teilnehmern, die den präventiven Effekt weiter untersucht. Parallel entdeckten Forscher im Juli 2026, dass das Protein SORLA vor Tau-Ablagerungen und Hirnatrophie schützen könnte – ein vielversprechender Ansatz für neue Medikamente.
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Supplement-Markt boomt trotz Warnungen
Die WHO betont: Bis zu 45 Prozent der weltweiten Demenzfälle wären durch Lebensstiländerungen vermeidbar. Neben Bluthochdruck, Adipositas und Diabetes zählen Bewegung, Ernährung und weniger Umweltbelastungen zu den Stellschrauben. Weltweit leben aktuell 57 Millionen Menschen mit Demenz.
Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel wächst parallel rasant: 2025 wurden in Deutschland 415 Millionen Packungen verkauft – doppelt so viele wie 2022. Verbraucherschützer warnen: Vitamin D nur bei ärztlich bestätigtem Mangel einnehmen. Für viele Produkte wie Kollagen-Drinks fehlen wissenschaftliche Belege.
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