Glucosamin erhöht Demenzrisiko um 25 Prozent â Studie warnt
01.07.2026 - 09:19:07 | boerse-global.de
Laut dem Lebensmittelverband Deutschland erreichte das Marktvolumen 2025 rund 4,3 Milliarden Euro. Insgesamt wurden 415 Millionen Packungen verkauft. Vitamine und Mineralstoffe machen dabei den Kern aus: 48 Prozent des Umsatzes und 63 Prozent des Absatzes entfallen auf sie.
Besonders gefragt: Magnesium mit 75,3 Millionen verkauften Packungen, gefolgt von Vitamin C und MultivitaminprÀparaten. Der Online-Handel hat sich mit 22,5 Prozent Marktanteil als wichtiger Vertriebskanal etabliert.
Protein-Boom: Von der Nische zum Massenmarkt
Was einst Sportlern vorbehalten war, ist heute Mainstream. YouGov-Daten vom Juni 2026 zeigen: Der Markt fĂŒr âHigh Proteinâ-Produkte wuchs bis Mai 2026 um 39,1 Prozent.
Fast jeder zweite Deutsche greift inzwischen zu proteinreichen Lebensmitteln. Bei der Gen Z liegt die Akzeptanz bei beeindruckenden 75 Prozent. Der Absatz von Proteinpulvern explodierte regelrecht: plus 112 Prozent. Die Preise stiegen im Schnitt um 13,1 Prozent.
Neue Studien: Wirken die Mittel ĂŒberhaupt?
Trotz der enormen Nachfrage mehren sich Zweifel an der Wirksamkeit populÀrer Inhaltsstoffe.
Eine Ende Juni veröffentlichte Studie der Keck Medicine of USC untersuchte hochdosiertes Omega-3 (DHA) bei 365 Ă€lteren Erwachsenen mit erhöhtem Alzheimer-Risiko. Ăber zwei Jahre hinweg zeigte die placebokontrollierte Doppelblindstudie: Die DHA-Konzentration im Liquor stieg zwar um 17 Prozent â doch eine Verbesserung der kognitiven Leistung oder eine Verlangsamung der Hirnatrophie blieb aus.
âDie Daten stĂŒtzen die Verwendung von FischölprĂ€paraten zur Alzheimer-PrĂ€vention nichtâ, erklĂ€rte Studienleiter Dr. Hussein Naji Yassine.
Noch alarmierender: Eine im Juni in Nature Metabolism veröffentlichte Studie mit 66.000 Probanden assoziierte die Einnahme von Glucosamin mit einem um 25 Prozent erhöhten Demenzrisiko. Die langfristige Einnahme solcher PrĂ€parate zur PrĂ€vention chronischer Erkrankungen steht damit auf dem PrĂŒfstand.
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Zoll-Schock fĂŒr Online-KĂ€ufer
Seit dem 1. Juli 2026 hat sich fĂŒr Verbraucher, die NahrungsergĂ€nzungsmittel aus Nicht-EU-LĂ€ndern bestellen, einiges geĂ€ndert. Die bisherige Zollfreigrenze von 150 Euro fiel weg. Jetzt wird fĂŒr jedes Paket aus Drittstaaten eine pauschale GebĂŒhr von 3 Euro pro Warengruppe fĂ€llig.
Hintergrund: Das Volumen von Kleinsendungen erreichte 2025 rund 5,9 Milliarden Pakete. Rund 60 Prozent der online gekauften Produkte in Kategorien wie Kosmetik und NahrungsergĂ€nzungsmittel verstoĂen gegen EU-Standards.
Ab November 2026 ist zudem eine zusĂ€tzliche BearbeitungsgebĂŒhr geplant. Direktimporte werden also noch teurer.
QualitÀtssicherung wird zum entscheidenden Faktor
Angesichts der unĂŒbersichtlichen Marktlage gewinnen etablierte Marken und wissenschaftliche Zertifizierungen an Bedeutung. Ein Beispiel: OMNi-BiOTiC des Instituts AllergoSan. Die Marke wurde Ende 2025 als weltweit zweitstĂ€rkste Probiotika-Marke gelistet und stĂŒtzt sich auf ĂŒber 150 wissenschaftliche Studien.
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Ein wachsender Trend betrifft Produkte fĂŒr Kinder und Jugendliche. Branchenvertreter in der Schweiz bestĂ€tigten Ende Juni eine steigende Nachfrage. Fachleute warnen jedoch vor Ăberdosierungen und der sĂŒĂigkeitenĂ€hnlichen Aufmachung vieler PrĂ€parate. Eine Supplementierung sei nur bei Ă€rztlich diagnostiziertem NĂ€hrstoffmangel sinnvoll.
Globaler Ausblick: Der Markt wÀchst weiter
Weltweit bleibt der Markt fĂŒr funktionelle Lebensmittel auf Expansionskurs. Marktforscher von IMARC prognosticieren fĂŒr 2025 ein globales Volumen von rund 74,2 Milliarden US-Dollar. Unternehmen wie Kolmar BNH investieren verstĂ€rkt in Forschung und Entwicklung, um den steigenden QualitĂ€tsanforderungen gerecht zu werden.
Der koreanische Markt erreichte bereits 2022 ein Volumen von 5,7 Billionen KRW. Die Branche steht vor der Herausforderung, Wachstum und wissenschaftliche SeriositÀt in Einklang zu bringen.
