Glucosamin-Studie: Gelenkmedikament erhöht Alzheimer-Risiko um 25%
Veröffentlicht am: 21.06.2026 um 16:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine aktuelle Studie zeigt einen deutlichen Zusammenhang.
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Forscher der University of Florida werteten Gesundheitsdaten von über 50.000 Personen aus dem Zeitraum 2012 bis 2024 aus. Das Ergebnis: Bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) steigt das Risiko für eine Alzheimer-Demenz um 25 Prozent – wenn sie regelmäßig Glucosamin einnehmen. Bei bereits erkrankten Patienten erhöhte sich das Sterberisiko ebenfalls um 25 Prozent.
Als möglichen biologischen Mechanismus identifizierten die Wissenschaftler die sogenannte Hyperglykosylierung. In Tierversuchen mit Mäusen führte eine tägliche Dosis von 2500 mg Glucosamin zu einer Verschlechterung der Gedächtnisleistung. Die Studie wurde im Juni in Nature Metabolism veröffentlicht.
Wichtig: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Sie liefert einen statistischen Zusammenhang, aber noch keinen endgültigen Kausalnachweis.
Auch Alltagsmedikamente unter Verdacht
Glucosamin ist nicht der einzige Wirkstoff, der in die Kritik gerät. Bereits eine Untersuchung aus dem Jahr 2023 zeigte: Antihistaminika, die den Botenstoff Acetylcholin blockieren, können das Demenzrisiko um 54 Prozent erhöhen.
Auch Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol oder Esomeprazol stehen unter Beobachtung. Eine Studie aus dem Jahr 2016 deutete bei diesen Wirkstoffen auf ein um 44 Prozent gesteigertes Risiko hin. Ursache könnte eine Senkung des Vitamin-B12-Spiegels sein.
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Omega-3-Präparate: Kein Schutz fürs Gehirn
Viele Menschen schwören auf Fischöl-Kapseln. Doch eine aktuelle Doppelblindstudie der Keck Medicine of USC enttäuscht die Hoffnungen.
365 Erwachsene zwischen 55 und 80 Jahren mit erhöhtem Alzheimer-Risiko nahmen teil. Trotz einer täglichen Dosis von 2000 mg DHA und einem Anstieg des Omega-3-Index von 4,9 auf 11 Prozent: Die Forscher fanden keine positiven Effekte auf Gedächtnis, allgemeine Kognition oder das Volumen des Hippocampus. Die Studie erschien im Juni in eBioMedicine.
Diabetes-Medikamente als Hoffnungsträger
Positive Signale kommen aus der Diabetesforschung. Eine Langzeitstudie des National Institutes of Health (NIH), im Juni im JAMA veröffentlicht, analysierte Daten von 2014 bis 2023.
Das Ergebnis: SGLT2-Inhibitoren senken das Alzheimer-Risiko bei Diabetikern um 43 Prozent. Für GLP-1-Agonisten wurde eine Risikoreduktion von 33 Prozent ermittelt.
Gürtelrose-Impfung als Schutzfaktor
Analysen von mehr als 500.000 Datensätzen deuten zudem darauf hin: Eine Gürtelrose-Impfung kann das Demenzrisiko um 24 Prozent senken.
Bluttest ermöglicht schnelle Diagnose
In der klinischen Praxis gewinnen neue Diagnoseverfahren an Bedeutung. Seit Mai 2026 verfügt ein Bluttest auf den Biomarker p-Tau217 über eine CE-Kennzeichnung. Das Verfahren ermöglicht eine schnelle Diagnose mit einer Genauigkeit von über 90 Prozent. Ergebnisse können auf spezialisierten Plattformen innerhalb von 17 Minuten vorliegen.
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