Gmail: Nutzer können ab sofort ihre E-Mail-Adresse ändern
28.06.2026 - 01:43:14 | boerse-global.de
Google hat am 26. Juni 2026 die lang erwartete Funktion zur Änderung der eigenen Gmail-Adresse auch in Deutschland und Brasilien eingeführt. Erstmals können Nutzer ihren Benutzernamen vor dem @-Zeichen aktualisieren, ohne ihr bestehendes Konto mit all seinen Daten aufgeben zu müssen. Der Start in den USA erfolgte bereits im Frühjahr dieses Jahres.
Endlich Schluss mit peinlichen Jugend-Adressen
Wer sich vor über 20 Jahren bei Gmail anmeldete, kennt das Problem: Der damals gewählte Benutzername wirkt heute oft unpassend oder unprofessionell. Bislang blieb nur die Möglichkeit, ein völlig neues Konto anzulegen – mit all dem Ärger, den ein Umzug mit sich bringt. Das ändert sich jetzt.
Google-CEO Sundar Pichai betonte, dass das Startjahr des Dienstes 2004 zwar bedeutsam sei, Nutzer aber nicht an vor Jahrzehnten gewählte Namen gebunden sein sollten. Die neue Funktion erlaubt es, den Teil der E-Mail-Adresse zu ändern, der vor der @gmail.com-Domain steht.
So funktioniert die Umstellung
Die Änderung ist in die Google-Kontoverwaltung integriert. Nutzer rufen den Reiter „Persönliche Daten“ auf und wählen dort den Bereich „E-Mail“ unter „Google-Konto-E-Mail“. Nach Bestätigung der Änderung verschwindet die alte Adresse nicht – sie wird automatisch als alternative E-Mail-Adresse oder Alias gespeichert. Nachrichten an die alte Adresse landen weiterhin im primären Posteingang.
Der gesamte Datenbestand bleibt erhalten: Google Drive, Fotos und Kontaktlisten sind von der Änderung nicht betroffen. Für Google-Workspace-Nutzer gilt eine Einschränkung: Die Funktion ist standardmäßig deaktiviert und erfordert eine Freigabe durch den Administrator.
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Klare Grenzen: Nur alle zwölf Monate
Google hat die neue Möglichkeit mit klaren Regeln versehen. Nutzer dürfen ihre primäre E-Mail-Adresse nur einmal alle zwölf Monate ändern. Zudem gibt es eine Obergrenze von drei Änderungen pro Konto – insgesamt sind also vier verschiedene Adressen möglich.
Sicherheitsvorkehrungen verhindern, dass einmal gelöschte Benutzernamen erneut vergeben werden können. Wer seine Adresse ändert, darf zudem zwölf Monate lang kein weiteres neues @gmail.com-Konto eröffnen. Nutzer von Chromebooks müssen ihr Konto nach der Änderung unter Umständen manuell auf dem Gerät neu hinzufügen, um die Synchronisation sicherzustellen.
Weniger Speicher fĂĽr Neukunden
Parallel zur Einführung der Adressänderung zeichnen sich weitere Veränderungen im Gmail-Ökosystem ab. In einigen Regionen testet Google offenbar eine Reduzierung des kostenlosen Speicherplatzes für Neukonten von 15 auf 5 Gigabyte. Um die vollen 15 GB freizuschalten, müssten neue Nutzer dann eine Telefonnummer hinterlegen. Bestehende Konten sind von diesem Test nicht betroffen.
Viele Nutzer fürchten den Datenverlust bei einer Adressänderung – dabei bleiben Drive, Fotos und Kontakte vollständig erhalten. Diese Anleitung zeigt, wie Sie Ihre Adresse wechseln, ohne etwas zu verlieren. Datenverlust vermeiden – Anleitung anfordern
Aus fĂĽr Notion Mail
Einen weiteren Einschnitt gibt es bei den Drittanbieter-Integrationen: Der Dienst Notion stellt seinen speziellen Gmail-Client „Notion Mail“ zum 22. September 2026 ein. Das Unternehmen begründet den Schritt damit, dass die Mehrheit der Nutzer inzwischen auf automatisierte Agenten zur Korrespondenzverwaltung setzt. E-Mails bleiben über Gmail direkt erreichbar, doch Notion empfiehlt, Entwürfe zu sichern und benutzerdefinierte Postfach-Konfigurationen vor der September-Frist zu exportieren. Für Nutzer, die den strengen US-Gesundheitsdatenschutzbestimmungen HIPAA unterliegen, endet die Übergangsfrist bereits am 30. Juni 2026.
