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Golden Chickens: Hackergruppe kehrt mit vier neuen Malware-Familien zurück

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 15:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Hackergruppe Golden Chickens hat ihr Arsenal modernisiert und setzt auf modulare Schadsoftware, um Browserdaten zu stehlen.

Golden Chickens zurück: Neue Malware-Welle bedroht Browser-Daten
Cybersicherheitsanalyst-Monitor mit komplexem digitalem Code und Datenströmen, die eine modulare Malware-Bedrohung darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Hackergruppe Golden Chickens ist zurück – und bringt gleich vier neue Schadsoftware-Familien mit. Sicherheitsforscher von Recorded Future schlagen Alarm.

Die Gruppe, die auch unter den Namen TAG-195 und Venom Spider bekannt ist, hat ihr Arsenal grundlegend modernisiert. Das berichtet das Insikt-Team von Recorded Future am heutigen Freitag. Das Ziel: Moderne Sicherheitsvorkehrungen aushebeln und sensible Browserdaten stehlen.

Modularer Baukasten für maximale Tarnung

Der neue Werkzeugkasten setzt auf ein Baukastenprinzip. Die Forscher betonen: Diese Modularität soll die Erkennungsrate drastisch senken und den gezielten Einsatz einzelner Schadfunktionen ermöglichen. Vier neue Malware-Familien wurden identifiziert:

  • TinyEgg: Eine schlanke Hintertür für den ersten Zugriff
  • ChonkyChicken: Ein umfassendes Schadprogramm, das Browser-Zugangsdaten stiehlt und Browser-Sitzungen über das Chrome DevTools Protocol (CDP) kontrolliert
  • Modular ChonkyChicken: Eine Variante mit 14 verschiedenen Modulen – die Angreifer können die Infektion exakt auf das Ziel anpassen
  • ChromEggscalator: Ein Spezialwerkzeug, das die Chrome-Verschlüsselung umgeht und gespeicherte Passwörter abgreift

Ein weiterer Akteur namens TAG-127 setzt TinyEgg bereits über sogenannte „ClickFix"-Kampagnen ein. Diese nutzen Social Engineering: Nutzer werden getäuscht, unter dem Vorwand eines Browser-Problems schädlichen Code auszuführen.

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Weitere Bedrohungen im Schatten

Die Rückkehr von Golden Chickens ist nur die Spitze des Eisbergs. Gleich mehrere Sicherheitswarnungen überschlagen sich:

Cisco Talos meldete am Donnerstag einen neuen Rust-basierten Trojaner namens msaRAT. Die Chaos-Ransomware-Gruppe nutzt ihn – ebenfalls über das Chrome DevTools Protocol und WebRTC über Twilio. Der Clou: Die Schadsoftware läuft in unsichtbaren Chrome- oder Edge-Fenstern, tarnt den Datenverkehr als legitime Browseraktivität und umgeht so klassische Netzwerkerkennung.

Group-IB enttarnte am selben Tag die China-nahe Gruppe JadeProx – durch einen peinlichen Fehler: Die Hacker hatten Mitte April einen Alibaba-Cloud-Server offen stehen gelassen. Forscher konnten so den „TriBack"-Lader analysieren, der signierte Programme und Win32-Callback-Funktionen nutzt, um Endpunkt-Sicherungssysteme zu umgehen. Die Angriffe zielen breit: Ein vietnamesisches Krankenhaus, das malaysische Außenministerium und der Nationalkongress von Honduras waren betroffen.

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Ukraine im Fadenkreuz

In Osteuropa schlägt CERT-UA Alarm: Die Russland-nahe Gruppe UAC-0099 attackiert ukrainische Organisationen mit einem präparierten Notepad++-Plugin. Die getarnte NppExport.dll installiert die Malware-Familien LUNCHPOKE, BURNYBEAR und MATCHBOIL.V2.

Proofpoint berichtet zudem von einer Kampagne der Gruppe TA488, die eine Sicherheitslücke in der Zimbra Collaboration Suite ausnutzte (CVE-2025-66376). Von Juli 2025 bis zu einem kürzlichen Patch waren Regierungs- und Nuklearsektor in den USA und der Ukraine betroffen.

Die Botschaft der Sicherheitsexperten ist ernüchternd: Trotz öffentlicher Enthüllungen und behördlicher Maßnahmen zeigen Gruppen wie Golden Chickens keine Ermüdungserscheinungen. Sie verfeinern ihre modularen Werkzeuge – und bleiben in hochwertigen Netzwerken präsent.

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