Google-Authentifizierung: Sicherheitsexperten warnen vor Deepfake-Risiken
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 16:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Internetkonzern setzt künftig auf Gesichtserkennung per Video zur Kontowiederherstellung – doch Sicherheitsexperten warnen.
Google hat am Mittwoch eine neue Authentifizierungsmethode vorgestellt. Nutzer können künftig per Selfie-Video den Zugriff auf ihr Konto zurückgewinnen. Die Funktion dient als sekundäre Wiederherstellungsoption – etwa wenn das Hauptgerät oder die Passkeys nicht verfügbar sind.
So funktioniert die Live-Erkennung
Zur Einrichtung zeichnen Nutzer ein kurzes Video mit der Kamera ihres Smartphones oder Computers auf. Das System gibt dabei Anweisungen für bestimmte Kopfbewegungen, um verschiedene Gesichtswinkel zu erfassen. Dieses Referenzvideo wird verschlüsselt in der Cloud gespeichert.
Bei einer Kontowiederherstellung muss der Nutzer ein neues Selfie-Video aufnehmen. Googles System vergleicht die Live-Aufnahme mit der gespeicherten Referenz. Um Betrug mit Standbildern oder vorab aufgezeichneten Clips zu verhindern, setzt die Technologie auf „Liveness Detection" – eine Erkennung, die prüft, ob tatsächlich ein lebender Mensch vor der Kamera agiert. Mehrere Sicherheitsebenen sollen zudem Deepfake-Imitationen identifizieren und blockieren.
Datenschutz und Kontrolle
Google betont, dass die biometrischen Daten nicht weitergegeben werden. Die Nutzung der Videos ist standardmäßig auf Anmelde- und Wiederherstellungsfunktionen beschränkt. Nutzer können optional einem Programm zustimmen, das Google erlaubt, die Aufnahmen zur Verbesserung seiner Gesichtserkennungsdienste zu verwenden.
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Das Unternehmen versichert, dass die Nutzer die Kontrolle über ihre Daten behalten. Das gespeicherte Referenzvideo kann jederzeit gelöscht werden. Die neue Funktion soll bestehende Sicherheitsmaßnahmen wie Passkeys und Wiederherstellungskontakte ergänzen – nicht ersetzen.
Sicherheitsexperten warnen vor Risiken
Trotz der technischen Schutzmaßnahmen äußerten Cybersicherheitsanalysten am Donnerstag Bedenken. Experten von Firmen wie Kaspersky und Ankura wiesen darauf hin, dass Gesichtsdaten ein permanentes Identifikationsmerkmal sind. Anders als Passwörter oder Hardware-Schlüssel lassen sich biometrische Informationen nicht ändern oder zurücksetzen, wenn die zugrunde liegenden Daten kompromittiert wurden.
Branchenbeobachter merkten an, dass die KI-gestützte Lebenderkennung zwar einfache Betrugsversuche abwehren könne. Hochwertige Konten blieben jedoch potenzielle Ziele für ausgeklügelte KI-Angriffe. Zudem bestehe das Risiko eines dauerhaften Identitätsdiebstahls, falls biometrische Datenbanken jemals gehackt würden.
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Eingeschränkte Verfügbarkeit
Die Selfie-Video-Funktion wird derzeit schrittweise weltweit ausgerollt. Sie steht primär für private Google-Konten zur Verfügung. Mehrere Kontotypen sind vorerst ausgeschlossen:
- Google Workspace-Konten
- Kinderkonten mit Family Link-Verwaltung
- Konten im Advanced Protection Program
Nutzer können auf einer speziellen Selfie-Seite prüfen, ob die Funktion für ihr Konto verfügbar ist. Einige berichten von Fehlermeldungen, dass die Option noch nicht freigeschaltet sei – Grund dafür ist der gestaffelte Ausrollprozess.
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