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Google DeepMind in Watertown: Neues Robotik-Labor soll 2027 fertig sein

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
DeepMind baut seine Robotikforschung in Watertown aus; Gemini 4 Argon zeigt in unabhängigen Tests jedoch noch Schwächen.
Moderne Industriebauten im Watertown-Areal bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Google DeepMind verstärkt die Entwicklung physischer Robotiksysteme und hat am 15. Oktober 2026 Pläne für ein neues Hardware-Labor im US-Bundesstaat Massachusetts bestätigt. Die neue Forschungsstätte entsteht in Watertown unter der Adresse 200 Talcott Avenue auf dem Areal Arsenal on the Charles. Die Fertigstellung der Anlage ist für das Jahr 2027 geplant.

Standortwahl im Innovationsumfeld von Greater Boston

Die Region Greater Boston gilt als wachsendes Zentrum für künstliche Intelligenz und Robotik, in dem sich neben Google auch Unternehmen wie Anthropic, Tutor Intelligence und Blitzy niedergelassen haben.

Google selbst beschäftigt in Kendall Square nahe dem MIT bereits rund 2.000 Mitarbeiter. Die Leitung des neuen Hardware-Teams übernimmt Aaron Saunders, der nach 22 Jahren bei Boston Dynamics und einer dortigen Tätigkeit als Technikvorstand im Jahr 2025 zu DeepMind wechselte.

Saunders stufte das Vorhaben als erstklassiges Labor ein. Derzeit rekrutiert DeepMind Mechaniker, Ingenieure und Forscher für den Standort. Finanzielle Aufwendungen, ein genaues Eröffnungsdatum sowie konkrete Fertigungspläne nannte das Unternehmen nicht.

Verzahnung von KI-Modellen und Hardware

Der inhaltliche Schwerpunkt der Einrichtung liegt auf Hardware, die KI- und Robotikforschung zusammenführt. Im Fokus stehen physische künstliche Intelligenz sowie die Integration von Gemini in humanoide Roboter. Nach Berichten des Boston Globe arbeitet DeepMind an einem eigenen humanoiden System, das gehen, sprechen und filigrane Aufgaben ausführen soll; eine offizielle Bestätigung für ein eigenständiges Robotermodell steht bislang jedoch aus.

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Flankiert wird der Hardware-Ausbau durch Fortschritte auf der Softwareseite. Am 13. Oktober 2026 stellte Google DeepMind mit Gemini 4 Argon ein universelles physikalisches Reasoning-Modell vor, das Entwicklungszyklen von der Steuerung über Simulationen bis hin zur Generierung von Trainingsdaten abdecken soll.

Nach Unternehmensangaben erreichte das Modell beim Benchmark für physikalisches Denken (ERQA) mit 400 Testfragen ohne Hilfsmittel einen Wert von 87 Prozent, während Claude Opus 5.5 auf 82,3 Prozent, GPT-6 Astra auf 81 Prozent und Claude Fable 5.1 auf 74 Prozent kamen.

Zu den gezeigten Demonstrationen zählten ein erfolgreicher Test mit dem humanoiden Roboter Apollo von Apptronik, bei dem sieben von sieben Würfen gelangen, sowie ein Versuch mit dem vierbeinigen Roboter Spot von Boston Dynamics in einer Simulationsumgebung.

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Ergänzend ermöglicht das System Real2Sim die Rekonstruktion physikalischer Parameter wie Masse, Trägheit und Reibung aus Videos, wodurch sich in Versuchen reale Erfolgsraten von 56 Prozent auf 75 Prozent steigern ließen.

Gemischte Resultate in unabhängigen Tests

Trotz der Demonstrationen zeigen sich in Praxistests noch technische Herausforderungen. Bei einer Evaluierung durch Artificial Analysis an einem echten sechsachsigen Roboterarm erzielte Gemini 4 Argon am 14. Oktober 2026 ein Gesamtergebnis von 55,3 von 100 Punkten sowie eine Greiferfolgsquote von 36 Prozent, womit das Modell den dritten Platz unter fünf getesteten Systemen belegte.

GPT-6 Astra erreichte im selben Test 69,4 Punkte. Mit einer Durchlaufzeit von rund 52 Minuten pro Aufgabe und Kosten zwischen 1,93 und 16,36 US-Dollar agierte das Modell deutlich langsamer als eine menschliche Vergleichsbasis.

Für Apptronik-Chef Cardenas markiert Googles Vorgehen dennoch den Versuch, ein übergreifendes Betriebssystem für die Robotikbranche zu etablieren. Google DeepMind selbst ordnet Argon als Zwischenschritt zu einer allgemeinen physischen Intelligenz ein, konzentriert sich derzeit aber weiterhin auf Demonstrationen statt auf serienreife Roboter.

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