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Google Gemini an Schulen: App lässt sich abschalten, Suche bleibt zugänglich

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 09:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Google ermöglicht getrennte Einstellungen für Gemini und Suche, doch KI-Funktionen bleiben in der Websuche integriert.
Ein leerer, modern gestalteter Schulflur mit neutralem Licht und minimalistischer Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Google hat nach deutlicher politischer Kritik klargestellt, dass Schulen die Gemini-App deaktivieren können, ohne dabei den Zugang zur Suchmaschine zu verlieren. Für Konten von Schülern im K-12-Bereich bleiben Anwendungen wie Gemini, Gemini Notebook, Gemini in Classroom sowie Google Search standardmäßig ausgeschaltet, bis Administratoren sie ausdrücklich freischalten.

Bildungseinrichtungen erhalten damit die Möglichkeit, Dienste einzeln zu steuern, anstelle einer Alles-oder-Nichts-Vorgabe. Eine vollständig KI-freie Websuche bietet der Konzern den Schulen jedoch weiterhin nicht an.

Suchfunktion bleibt fest mit KI-Funktionen verknüpft

Die Ankündigung erfolgte am 3. November 2026 durch Chris Phillips, Vice President und General Manager für Bildung bei Google, in einem Beitrag über verantwortungsvolle künstliche Intelligenz für das Lernen.

Zwar können Administratoren die Suchmaschine nun unabhängig von den separaten Gemini-Programmen aktivieren, die Websuche selbst bleibt jedoch unweigerlich mit KI-Elementen versehen. Die Suche umfasst weiterhin einen KI-Modus sowie KI-Übersichten mit angeleitetem Lernen, die sich innerhalb des Suchdienstes nicht abschalten lassen.

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Phillips erklärte dazu, dass die Suchmaschine und künstliche Intelligenz tief integriert seien. Schulen, die den Einsatz von KI grundsätzlich ablehnen, müssten daher vollständig auf die Google-Suche verzichten. Rufen Schüler an solchen Einrichtungen die Suchmaske auf, erhalten sie eine Meldung ihrer Schule, dass der Dienst nicht zur Verfügung steht.

Mit diesem Schritt revidiert das Unternehmen eine im August 2026 eingeführte Voreinstellung, mit der bestimmte KI-Funktionen in Classroom standardmäßig freigeschaltet worden waren. Ab Anfang 2027 will Google KI-Werkzeuge für Schülerkonten standardmäßig deaktivieren, sofern Administratoren nicht aktiv eingreifen.

Für die Websuche ist ab November 2026 zunächst ein Testlauf an ausgewählten US-Schulen geplant. Anfang 2027 sollen nach Berichten zwei Suchoptionen für Schulkonten folgen, die beide KI nutzen.

Bei aktivierten Funktionen ersetzt der Modus für angeleitetes Lernen die herkömmlichen KI-Übersichten in der Suche; zudem läuft Gemini in Classroom in diesem Modus, der weltweit bereitgestellt wird. Google räumte ein, dass generative KI-Systeme Fehler machen können.

Breite Kritik an Kopplung und Markteinfluss

Die ursprüngliche Verknüpfung von Websuche und KI stieß auf erheblichen Widerstand in Politik und Zivilgesellschaft. Senator Bernie Sanders aus Vermont stufte das Vorgehen als Erpressung ein. Der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani verwies auf die Monopolmacht des Konzerns und betonte, kein Unternehmen dürfe bestimmen, wie Schüler unterrichtet werden.

Am 3. November 2026 warnte auch die frühere FTC-Vorsitzende Lina Khan vor den Gefahren eines unregulierten Monopolisten. Rohit Chopra von der kalifornischen Behörde für Verbraucherschutz kritisierte den Druck, der auf Schulen ausgeübt werde.

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Ablehnung äußerten zudem Randi Weingarten von der Lehrergewerkschaft AFT sowie Josh Golin von der Organisation Fairplay. Lila Byock von Schools Beyond Screens sprach von einem feindseligen Ultimatum, während Eisha Buch von Common Sense Media die Handlungsoptionen als Scheinauswahl einstufte.

Common Sense Media bewertet Gemini für Schüler als hohes Risiko und stuft die KI-Übersichten sogar als inakzeptables Risiko ein. Die Forscherin Ying Xu von der Harvard Graduate School of Education warnte am 3. November 2026 vor einem Verlust grundlegender Informationskompetenzen bei Kindern und vor wachsender Bildungsungleichheit.

Die Debatte trifft auf eine erhebliche Abhängigkeit des Bildungssystems von Google-Diensten. Google Classroom zählt weltweit über 150 Millionen Schüler und Lehrkräfte. Laut einem Bericht von Schoolytics aus dem Jahr 2023 wurden knapp zwei Drittel der schulischen Aufgaben über Google-Produkte bearbeitet.

Eine Umfrage unter den 20 größten US-Schulbezirken im Jahr 2025 ergab zudem, dass rund 80 Prozent der Lehrkräfte von der Nutzung von Chromebooks berichteten, auf denen die Google-Suche standardmäßig eingerichtet ist.

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