Google Gemini bei Blutdruckgeräten: Bis zu 15 Prozent der Antworten sind falsch
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 16:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Führende KI-basierte Suchsysteme haben erhebliche Schwierigkeiten, medizinisch geprüfte Blutdruckmessgeräte für den Heimgebrauch zuverlässig zu erkennen. Eine Untersuchung der American Heart Association (AHA) zeigt, dass entsprechende Systeme empfohlene Geräte nur in etwa zwei Dritteln der Fälle korrekt identifizieren.
Die Ergebnisse wurden am 7. Oktober 2026 als noch nicht durch ein Peer-Review geprüftes Abstract im Rahmen der AHA Hypertension Scientific Sessions 2026 vorgestellt, die vom 7. bis 11. Oktober 2026 in Arlington im US-Bundesstaat Virginia stattfinden.
Signifikante Fehlerquoten bei etablierten Sprachmodellen
Die Untersuchung der American Heart Association überprüfte vier weit verbreitete KI-Suchtools auf ihre Treffsicherheit bei der Einstufung von Heim-Blutdruckmessgeräten. Drei der getesteten Systeme – ChatGPT, Microsoft Copilot und Perplexity AI – erkannten validierte Geräte lediglich in 63 bis 83 % der Fälle korrekt.
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Google Gemini erzielte unter den Testkandidaten das beste Resultat und erreichte je nach konkreter Frageformulierung eine Quote von 86 bis 91 % korrekten Antworten. Allerdings lieferte das System dennoch in 10 bis 15 % der Abfragen falsche Ergebnisse. Alle vier untersuchten Tools fielen zudem dadurch auf, dass sie tatsächlich validierte Geräte fälschlicherweise als nicht standardkonform deklarierten.
Vor diesem Hintergrund raten die Autoren der Untersuchung davon ab, sich bei Kaufentscheidungen für medizinische Messgeräte auf automatisierte Chatbots zu verlassen.
Verbraucher und Patienten sollten stattdessen unabhängige Register wie validatebp.org heranziehen, um verlässliche Auskünfte über geprüfte Modelle zu erhalten. Die vollständige Veröffentlichung des Abstracts ist für den 17. November 2026 im Supplement der Fachzeitschrift Hypertension angekündigt.
Relevanz für das Hypertonie-Management
Die Verlässlichkeit von Heimgeräten besitzt im Bereich des Herz-Kreislauf-Managements hohe klinische Relevanz. Nach Angaben des Heart Disease and Stroke Statistics Update 2026 der American Heart Association sind über 125 Millionen Erwachsene in den USA von Bluthochdruck betroffen, was rund 47 % entspricht. Jedoch erreicht lediglich etwa eine von vier betroffenen Personen den empfohlenen Zielwert von unter 120/80 mm Hg.
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Um eine wirksame Überwachung und Therapieanpassung zu gewährleisten, empfiehlt die Leitlinie der AHA aus dem Jahr 2025 ausdrücklich den Einsatz validierter Geräte für die Heimmessung. Falsche Einstufungen durch algorithmische Suchdienste bergen das Risiko, dass Patienten auf nicht überprüfte Instrumente zurückgreifen oder taugliche Hardware grundlos ablehnen.
