Google Password Manager: Drei Angriffsmethoden gefÀhrden Passkeys
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 00:51 Uhr | Redaktion boerse-global.deSicherheitsforscher der Einheit Unit 42 von Palo Alto Networks haben drei spezifische Angriffsmethoden identifiziert, die den Google Password Manager innerhalb des Chrome-Browsers auf Windows-Systemen gefĂ€hrden. Die unter den Bezeichnungen Pass-ta-key, Silver und Golden gefĂŒhrten Techniken zielen auf die Kompromittierung digitaler IdentitĂ€ten ab, sofern die betroffenen GerĂ€te ĂŒber ein Trusted Platform Module (TPM) verfĂŒgen. Eine wesentliche Voraussetzung fĂŒr alle drei Szenarien ist jedoch eine bereits erfolgte Infektion des Computers mit Schadsoftware.
Mechanismen der Pass-ta-key- und Silver-Angriffe
Bei der als Pass-ta-key bezeichneten Methode gelingt es einer unprivilegierten Malware, eine gĂŒltige Authentifizierung ohne explizite Benutzerverifizierung zu erlangen. Dies geschieht laut den Experten durch die Imitation eines vertrauenswĂŒrdigen GerĂ€ts. Im Rahmen von Untersuchungen zeigte sich, dass dieser Angriffsweg bei verschiedenen Diensten unterschiedliche Ergebnisse lieferte. WĂ€hrend ein entsprechender Versuch beim Onlinedienst GitHub scheiterte, erwies sich die Methode beim Handelsportal eBay als erfolgreich. Inzwischen wurde die SicherheitslĂŒcke bei eBay durch entsprechende Patches geschlossen.
Die zweite identifizierte Methode trĂ€gt den Namen Silver. Hierbei registriert die eingesetzte Malware einen eigenen VerifikationsschlĂŒssel im System. Dies wird möglich, indem der Passwort-Manager durch die Schadsoftware dazu verleitet wird, eine biometrische Freischaltung als legitim anzunehmen, obwohl keine tatsĂ€chliche Nutzerinteraktion in dieser Form stattgefunden hat.
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Die Golden-Methode und das Security Domain Secret
Als besonders schwerwiegend stufen die Forscher den Golden-Angriff ein. Bei diesem Verfahren extrahiert die Schadsoftware den sogenannten Security Domain Secret (SDS) Master-Key aus dem Prozessspeicher von Chrome. Dieser SchlĂŒssel umfasst eine LĂ€nge von 32 Byte. Mit dem Zugriff auf diesen Master-Key ist die Malware in der Lage, sĂ€mtliche synchronisierten Passkeys des Nutzers zu entschlĂŒsseln. Ein besonderes Risiko besteht hierbei in der BestĂ€ndigkeit des SchlĂŒssels, da laut den Untersuchungen von Unit 42 eine Rotation dieser Master-Keys derzeit nicht möglich ist.
In einer Reaktion auf die Erkenntnisse der Sicherheitsforscher nahm Google bereits erste Anpassungen vor. So wurde das Security Domain Secret aus den Chrome-Logs entfernt, um die Sichtbarkeit des SchlĂŒssels zu reduzieren. Dennoch merken die Experten an, dass der Master-Key weiterhin im Prozessspeicher des Browsers zugĂ€nglich bleibt, was den Kern der Schwachstelle nicht vollstĂ€ndig beseitigt.
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Status der Sicherheitsbehebung und Offenlegung
Die Forschungsergebnisse wurden Anfang August 2026 veröffentlicht, nachdem die Schwachstellen zuvor an Google offengelegt worden waren. Bisher wurden den identifizierten SicherheitslĂŒcken keine offiziellen CVE-Kennungen (Common Vulnerabilities and Exposures) zugewiesen. Nach Angaben der Forscher gibt es zudem keine Hinweise darauf, dass diese Angriffsmethoden bisher in realen Angriffsszenarien auĂerhalb von Testumgebungen ausgenutzt wurden.
Da ein vollstĂ€ndiger technischer Fix fĂŒr alle Aspekte der Angriffe bislang nicht vorliegt, liegt die Verantwortung fĂŒr SchutzmaĂnahmen teilweise bei den Dienstanbietern. WĂ€hrend Plattformen wie eBay ihre Systeme bereits gegen die beschriebenen Methoden abgesichert haben, bleibt die grundsĂ€tzliche Problematik der SchlĂŒsselextraktion aus dem Prozessspeicher auf lokaler Ebene bestehen. Anwender sind daher weiterhin darauf angewiesen, die Infektion ihrer Systeme mit Malware durch prĂ€ventive SicherheitsmaĂnahmen zu verhindern, da dies die notwendige Basis fĂŒr alle drei Angriffsvarianten darstellt.
