Google Personal Intelligence: Geteilte Daten können Werbung personalisieren
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 14:35 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer US-Technologiekonzern Google hat seine Datenschutzerklärung angepasst und eine jahrelange Zusage gelockert. Daten, die Nutzer über die Funktion Personal Intelligence mit dem KI-Modus der Google-Suche sowie dem Chatbot Gemini teilen, können künftig für zielgerichtete Werbeeinblendungen verwendet werden.
Die Richtlinienänderung trat am 16. Oktober 2026 in Kraft und wurde am 23. Oktober durch Android Authority bekannt. Noch in einer Vorversion vom 12. Oktober war die Nutzung von Inhalten aus Drive, Gmail oder Fotos für personalisierte Anzeigen ohne Einschränkung untersagt.
Ausnahme von früheren Datenschutzversprechen
Mit der Überarbeitung weicht der Konzern von einer Zusage aus dem Jahr 2021 ab. Das Versprechen, keine personalisierten Werbeanzeigen auf Basis von Inhalten aus Drive, Gmail oder Fotos auszuspielen, gilt nun mit einer Ausnahme: Es greift nicht mehr, wenn Nutzer diese Daten aktiv anderen Google-Diensten zur Verfügung stellen.
Betroffen sind ausschließlich Anwender, die Gmail, Google Fotos oder Google Drive über Personal Intelligence mit dem KI-Suchmodus oder Gemini verbunden haben. Ohne eine solche Verknüpfung bleibt personalisierte Werbung auf Basis dieser Inhalte weiterhin ausgeschlossen.
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Google bezeichnet die Verknüpfung als vollständig freiwillig per Opt-in. Werbetreibende erhalten laut den Richtlinien keinen direkten Zugriff auf Dokumenteninhalte oder identifizierende Merkmale wie Namen und E-Mail-Adressen.
Zudem bleiben sensible Kategorien wie ethnische Herkunft, sexuelle Orientierung, Religion oder Gesundheitsdaten für die Anzeigenschaltung gesperrt. Ein Google-Sprecher erklärte gegenüber Ars Technica, dass das Unternehmen keine vollständigen Posteingänge für Werbeprofile scanne.
Anzeigen basierten vielmehr auf Suchbegriffen, dem Kontext der Antworten und abgeleiteten Interessen. Gleichzeitig erlaubt die Schnittstelle das Training generativer KI-Modelle mit Zusammenfassungen der Inhalte, an deren Auswertung teilweise auch menschliche Prüfer beteiligt sind.
Regionale Einschränkungen und wirtschaftliches Umfeld
Die im Januar 2026 im Rahmen von Gemini vorgestellte Funktion Personal Intelligence ist nicht global verfügbar. Sie richtet sich an Nutzer ab 18 Jahren, schließt jedoch die Europäische Union, das Vereinigte Königreich, die Schweiz, Norwegen und Nigeria aus. In Brasilien ist das Werkzeug für Privatkonten freigeschaltet, wenngleich die Einbindung von Google Fotos dort regional limitiert bleibt.
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Betroffene Nutzer können die Verknüpfung in ihren Google-Kontoeinstellungen unter den Daten- und Datenschutzeinstellungen bei den personalisierten Empfehlungen für Suchdienste deaktivieren. Eine nachträgliche Trennung löscht die zuvor erfassten Daten jedoch nicht rückwirkend; bereits gespeicherte Informationen bleiben erhalten.
Während Gemini selbst weiterhin werbefrei betrieben wird, enthält die KI-Suche bereits gesponserte Ergebnisse. Laut einem Bericht von Search Engine Land vom 16. Oktober läuft im KI-Modus der Google-Suche derzeit ein Werbetest.
Das Werbegeschäft bleibt für den Mutterkonzern Alphabet die wichtigste Ertragsquelle: Im zweiten Quartal 2026, das am 30. Juni endete, belief sich der Google-Werbeumsatz auf 81,6 Milliarden US-Dollar. Die Sparte Google Search and other erwirtschaftete dabei 63,3 Milliarden US-Dollar und machte damit über die Hälfte des gesamten Konzernumsatzes von 119,8 Milliarden US-Dollar aus.
