Google Pixel 10: Drei Teams hacken das vollstÀndig gepatchte Smartphone
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deBeim Sicherheitswettbewerb Pwn2Own Ireland in Cork ist es am 8. Oktober 2026 drei unabhÀngigen Forschungsteams gelungen, ein vollstÀndig gepatchtes Google Pixel 10 aus der Ferne erfolgreich anzugreifen.
Die Zero Day Initiative (ZDI) bestĂ€tigte die drei erfolgreichen Remote-Exploits gegen das Smartphone-Modell. Google hatte das regulĂ€re Pixel-Sicherheitsbulletin fĂŒr Oktober erst am 6. Oktober 2026 und damit zwei Tage vor den Demonstrationen freigegeben.
Hohe Preisgelder fĂŒr erfolgreiche Angriffsketten
Den gröĂten Einzelerfolg gegen das Smartphone erzielte das Team Ikotas Labs. Die Forscher sicherten sich ein Preisgeld von 300.000 US-Dollar fĂŒr die Verkettung mehrerer Schwachstellen gegen das Google Pixel 10. Mit diesem Exploit und weiteren Erfolgen erzielte Ikotas Labs ĂŒber die gesamte Veranstaltung hinweg Einnahmen von 361.000 US-Dollar. Die Gruppe gewann zudem die Gesamtwertung des Wettbewerbs und ist damit das erste japanische Team, das den Titel des Master of Pwn erringen konnte.
Den zweiten Platz belegte das Team Xint, bestehend aus Tim Becker und Yves Bieri. Sie erhielten fĂŒr die demonstration eines Remote-Exploits gegen das Pixel 10 ĂŒber eine einzelne Bug-Kollision eine PrĂ€mie von 150.000 US-Dollar. Ein weiteres Forscherteam, bestehend aus Dimitrios Valsamaras, Ken Gannon und Tenia Valsamara, erhielt 112.500 US-Dollar fĂŒr eine Zwei-Bug-Kette, die sich aus einer Kollision und einem Zero-Day zusammensetzte.
Alle drei VorfĂŒhrungen gegen das Smartphone betrafen sogenannte Bug-Kollisionen, bei denen die ausgenutzten Schwachstellen bereits intern oder anderen Forschern bekannt waren. Lediglich das dritte Team setzte zusĂ€tzlich eine zuvor gĂ€nzlich unbekannte Zero-Day-LĂŒcke ein. Die ZDI nannte zunĂ€chst keine spezifischen betroffenen Komponenten, CVE-Kennungen oder verfĂŒgbare Korrekturen fĂŒr das GerĂ€t.
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Mehr als 1,2 Millionen US-Dollar fĂŒr 98 Zero-Day-LĂŒcken
Der dreitĂ€gige Wettbewerb wurde von TrendAI ausgerichtet. Insgesamt schĂŒttete das Unternehmen 1.262.000 US-Dollar fĂŒr 98 einzigartige Zero-Day-Schwachstellen aus. Das Spektrum der geprĂŒften Kategorien reichte von Mobiltelefonen, Smart-Home-GerĂ€ten, Wellness-Produkten und Druckern ĂŒber Messaging-Dienste bis hin zu KI-Infrastruktur sowie KI-Coding-Agenten.
Den Aufzeichnungen der ZDI und Berichten von BleepingComputer zufolge verteilten sich die Entdeckungen wie folgt auf die Veranstaltungstage: Am ersten Tag wurden 32 Zero-Days demonstriert und 388.500 US-Dollar ausgezahlt. Am zweiten Tag folgten 45 Zero-Days mit PrÀmien von 232.500 US-Dollar. Am dritten Tag kamen bei 21 Zero-Days weitere 641.000 US-Dollar an Preisgeldern zusammen.
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Nach den Richtlinien der ZDI gilt grundsĂ€tzlich ein Standardfenster von 120 Tagen ab Benachrichtigung der jeweiligen Hersteller, um SicherheitslĂŒcken zu beheben; bei fehlerhaften Fehlerbehebungen greifen Fristen von 30, 60 oder 90 Tagen. FĂŒr die im Rahmen des Pwn2Own Ireland gemeldeten Zero-Days nannte BleepingComputer eine Offenlegungsfrist von 90 Tagen.
Dustin Childs, Head of Threat Awareness bei TrendAI ZDI, erklĂ€rte hierzu, dass die frĂŒhzeitige Kenntnis der Schwachstellen dazu beitrage, TrendAI-Kunden mittels virtuellem Patching abzusichern. Nach Unternehmensangaben sind Anwender von TrendAI Vision One durch diesen koordinierten Offenlegungsprozess im Schnitt 115 Tage frĂŒher geschĂŒtzt als der restliche Markt. Die nĂ€chste Ausgabe des Pwn2Own-Wettbewerbs wird fĂŒr Anfang 2027 erwartet.
