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Google Play Store: Tausende Fake-Apps über Early Access verbreitet

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 20:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bitdefender entdeckt tausende betrügerische Android-Apps im Testbereich von Google Play. Fehlende Bewertungen erleichtern deren Verbreitung.

Bitdefender warnt vor tausenden Fake-Apps im Google Play Store
Ein minimalistischer, dunkel beleuchteter Serverraum mit leeren Racks, der eine Atmosphäre digitaler Unsicherheit vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Sicherheitsanalysten des IT-Sicherheitsunternehmens Bitdefender haben eine weitreichende Kampagne identifiziert, bei der Angreifer die „Early Access“-Funktion des Google Play Stores für betrügerische Zwecke missbrauchen. Einem aktuellen Bericht zufolge werden tausende täuschende Android-Apps über diesen Kanal verbreitet, um Sicherheitsmechanismen und Nutzerbewertungen zu umgehen.

Fehlende Transparenz in Testversionen als Einfallstor

Die Schwachstelle im System liegt laut Bitdefender nicht in einer technischen Sicherheitslücke, sondern im Design der „Early Access“-Funktion selbst. In diesem Bereich des Google Play Stores werden Anwendungen als Testversionen geführt, was dazu führt, dass Sterne-Bewertungen und Rezensionen für Nutzer ausgeblendet bleiben. Angreifer nutzen diesen Umstand gezielt aus, da potenzielle Opfer keine Warnungen anderer Anwender vor betrügerischen Inhalten sehen können.

Betroffen sind nach Angaben der Experten tausende Einträge. Das Spektrum der schädlichen Anwendungen reicht von Casino-Nachbauten über vermeintliche PDF-Reader und QR-Scanner bis hin zu Phone-Trackern. Besonders auffällig sei die Verwendung bekannter Markennamen, um Vertrauen zu suggerieren.

Ein prominentes Beispiel ist eine App mit dem Titel „Vice Streets: Open World“ (Paketname com.gamblechaos.withfriends.game), die als Nachbau der „Grand Theft Auto“-Reihe (GTA) auftritt. Trotz fehlender Bewertungen verzeichnete diese Anwendung bereits mehr als 1 Mio. Installationen.

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Strategien zur Verbreitung und Monetarisierung

Die Bewerbung dieser Apps erfolgt laut Bitdefender hochprofessionell über soziale Netzwerke wie TikTok und Facebook. Dabei kämen verstärkt KI-generierte Deepfakes zum Einsatz, um Nutzer zum Download zu bewegen.

In einigen Fällen wurden Apps wie „Grand Theft Auto V (Early Access)“ nach ihrer Indexierung im Store umbenannt, um die Entdeckung zu erschweren oder neue Zielgruppen anzusprechen. Zu den weiteren identifizierten Titeln gehören Anwendungen wie „Chicken Road“ und „Ice Fishing“.

Das primäre Ziel der Hintermänner sei die Monetarisierung durch Werbeeinnahmen. Durch die Platzierung in der Testkategorie könnten zudem strenge Auflagen für Glücksspiel-Lizenzen umgangen werden.

Über die reine Werbung hinaus warnen die Analysten vor technischen Risiken: Ein untersuchter QR-Scanner forderte auf Pixel-Geräten dazu auf, den Standard-Launcher des Betriebssystems zu ersetzen. Der Analyst Silviu Stahie warnte in diesem Zusammenhang vor einer möglichen Ausweitung von Zugriffsrechten durch solche Manipulationen.

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Gegenmaßnahmen und Empfehlungen für Unternehmen

Google hat die Untersuchung der Vorfälle bereits bestätigt. In der offiziellen Dokumentation des Unternehmens sei derzeit keine feste Frist für den Verbleib einer App im Testkanal vorgesehen, was den dauerhaften Missbrauch begünstige. Um die Sicherheit zu erhöhen, plant Google laut vorliegenden Informationen ab dem 30.09.2026 die Einführung einer verpflichtenden Entwickler-Verifizierung in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand.

Für die IT-Sicherheit in Unternehmen empfiehlt Bitdefender den Einsatz des „Android Enterprise Work Profile“, insbesondere in BYOD-Szenarien (Bring Your Own Device). Administratoren haben zudem die Möglichkeit, die Installation von Early-Access-Apps zentral zu deaktivieren.

Da gelöschte Apps im Google Play Store oft unmittelbar durch identische Kopien ersetzt werden, raten Experten zur Vorsicht beim Umgang mit Testversionen. Nutzer sollten keine Anwendungen aus dem Early-Access-Programm installieren, ohne zuvor den Entwickler und die geforderten Berechtigungen einer eingehenden Prüfung zu unterziehen.

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