Google-Rechenzentrum, Alabama

Google-Rechenzentrum Alabama: 1,5 Milliarden Euro mit Kernkraft

16.06.2026 - 00:06:41 | boerse-global.de

Google startet mit 50 Millionen Euro ein Bildungsprogramm, baut Rechenzentren aus und verstärkt die KI-gestützte Cyberabwehr.

Google investiert 50 Millionen in Fachkräfte und KI-Sicherheit
Google-Rechenzentrum - A glowing neural network overlayed on a blueprint of a data center, symbolizing AI, technology, and skilled trades. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de
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50 Millionen für den Fachkräftemangel

Google.org steckt 50 Millionen Euro in ein neues Programm zur Fachkräfteausbildung. Ziel ist es, mehr als 300.000 Arbeiter in über 20 US-Bundesstaaten für Bau- und Fertigungsberufe zu qualifizieren. Die Mittel stammen aus dem hauseigenen „AI Opportunity Fund". 14 Gewerkschaften und vier Verbände sollen die Schulungen in Elektrotechnik, Schweißen, Sanitärinstallation, Klimatechnik und Glasfasertechnik durchführen.

Erst Anfang der Woche hatte Meta ein ähnliches Programm mit umgerechnet 115 Millionen Euro angekündigt. Seit 2022 hat Google bereits über eine Milliarde Euro in weltweite Bildungsinitiativen gesteckt. Das Ziel: Moderne technische Fähigkeiten in traditionelle Handwerksberufe integrieren – der Bedarf an Infrastrukturprojekten wächst rasant.

Rechenzentrum auf dem Gelände eines Kohlekraftwerks

Parallel dazu baut Google sein Rechenzentrum im Jackson County, Alabama, für umgerechnet 1,5 Milliarden Euro aus. Die Bauarbeiten auf dem Gelände eines ehemaligen Kohlekraftwerks sind für 2026 und 2027 geplant. Der Standort wird über das Stromnetz der Tennessee Valley Authority (TVA) versorgt.

Für die langfristige Energieversorgung setzt das Unternehmen auf Kernkraft: Ab 2035 sollen 50 Megawatt aus dem Reaktor von Kairos Power kommen. Eine Besonderheit: Google hat sich per „Ratepayer Protection Pledge" verpflichtet, sämtliche Infrastrukturkosten selbst zu tragen. Kein Cent soll auf die Stromkunden umgelegt werden.

Hochschulen setzen auf Google-KI

Mehrere Universitäten starten heute neue Kooperationen mit Google. Die University of Illinois Chicago (UIC) führt das „Google AI for Education Accelerator Program" ein. Studierende und Dozenten erhalten Zugang zu „Gemini for Education" sowie verschiedenen Karriere-Zertifikaten.

Die Southern Illinois University Carbondale (SIUC) bietet ab sofort das „Google AI Professional Certificate" an – sowohl für den Campus als auch für lokale Unternehmen. Möglich macht das die Initiative „Grow with Google".

Ein besonderes Forschungsprojekt läuft an der University of California, San Diego: Dort untersuchen Wissenschaftler, ob ausgemusterte Pixel-Smartphones zu günstigen Rechenzentren zusammengeschaltet werden können. Erste Tests zeigen: Ein Cluster aus 25 bis 50 alten Handys erreicht die Rechenleistung eines Dual-Socket-Servers. Aktuell arbeiten die Forscher mit 20 Geräten – geplant ist eine Skalierung auf 2.000.

KI-gestützte Cyberabwehr und juristische Schritte

Chris Betz, Chief Information Security Officer bei Google Cloud, stellte eine neue Strategie für KI-basierte Bedrohungsabwehr vor. Demnach können KI-Teams heute Tausende Sicherheitslücken innerhalb weniger Stunden identifizieren – eine Aufgabe, die früher Monate dauerte. Die Strategie ruht auf vier Säulen: Reduzierung der Angriffsfläche, priorisiertes Scannen, automatische Fehlerbehebung und permanente Überwachung.

Parallel dazu geht Google juristisch gegen ein chinesisches Cyberkriminellen-Netzwerk namens „Outsider Enterprise" vor. Der Konzern wirft der Gruppe vor, seit Juli 2023 eine KI-gestützte Phishing-Plattform betrieben zu haben. Der Schaden: umgerechnet rund 1,9 Milliarden Euro in 95 Ländern. In Zusammenarbeit mit dem FBI und großen Telekommunikationsanbietern konnte Google nachweisen, dass die Gruppe über eine Million betrügerische Domains nutzte, um Millionen von Spam-Nachrichten zu verbreiten.

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10 Millionen für Sicherheitsforschung

Google DeepMind hat gemeinsam mit mehreren Partnern einen Fonds über 10 Millionen Euro für die Erforschung von Multi-Agenten-KI-Sicherheit aufgelegt. Forscher können sich bis zum 8. August 2026 bewerben. Die Förderung liegt zwischen 300.000 und einer Million Euro pro Projekt. Im Fokus: die Risiken, wenn mehrere KI-Agenten miteinander interagieren.

Die Sicherheitsinitiativen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Rolle der KI im Militär zunehmend in der Kritik steht. Mehrere Organisationen forderten heute ein Verbot von KI-gesteuerten militärischen Zielerfassungssystemen. Bereits am 27. April 2026 hatten 560 Google-Mitarbeiter in einer internen Petition gefordert, dass der Konzern keine Militärverträge mehr annehmen solle. Die Beratung über den Einsatz von KI in internationalen Konflikten reißt nicht ab.

de | wissenschaft | 69547971 |