Google-Sicherheit, Selfie-Video-Authentifizierung

Google-Sicherheit: Selfie-Video-Authentifizierung startet heute

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 17:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Google startet Selfie-Video-Authentifizierung für Logins und Kontowiederherstellung. Das Verfahren soll vor Deepfakes schützen, bleibt aber optional.

Google führt Selfie-Video-Check für mehr Kontosicherheit ein
Smartphone-Display zeigt eine biometrische Gesichtserkennung mit digitalem Overlay zur sicheren Identitätsprüfung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Google erweitert die Sicherheitsoptionen für seine Nutzerkonten durch eine neue biometrische Komponente. Ab dem 27. Juli 2026 erfolgt der schrittweise Rollout einer Selfie-Video-Authentifizierung, die sowohl für den regulären Login als auch für die Wiederherstellung des Kontozugriffs genutzt werden kann. Das Verfahren soll eine zusätzliche Barriere gegen unbefugte Zugriffsversuche bilden und die Identitätsprüfung automatisieren.

Funktionsweise und technische Umsetzung

Der Prozess sieht vor, dass Nutzer zunächst ein Referenzvideo aufzeichnen. Dabei müssen spezifische Kopfbewegungen ausgeführt werden, die vom System erfasst werden. Im Falle einer Kontosperrung oder eines verdächtigen Anmeldeversuchs wird der Anwender aufgefordert, ein neues Selfie-Video aufzunehmen. Dieses wird anschließend mithilfe von künstlicher Intelligenz und einer sogenannten Liveness-Erkennung mit dem hinterlegten Referenzmaterial abgeglichen.

Diese Technologie zielt insbesondere darauf ab, die Sicherheit gegenüber Deepfakes zu erhöhen. Durch die Anforderung von Live-Bewegungen und den Einsatz spezieller Prüfverfahren soll sichergestellt werden, dass es sich bei der Person vor der Kamera um einen echten Menschen und nicht um eine digitale Fälschung oder eine statische Aufnahme handelt.

Datenschutz und Verfügbarkeit

Hinsichtlich des Datenschutzes gibt das Unternehmen an, dass die Videoaufnahmen verschlüsselt gespeichert werden. Nutzer haben zudem die Möglichkeit, ihr Referenzvideo jederzeit eigenhändig zu löschen. Die Teilnahme an diesem Verfahren ist optional. Google betont in diesem Zusammenhang, dass Passkeys weiterhin die empfohlene Methode für die Absicherung von Konten bleiben.

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Die neue Funktion steht jedoch nicht allen Nutzergruppen zur Verfügung. Ausgenommen von der Selfie-Video-Authentifizierung sind Google Workspace-Konten, Konten für Kinder sowie Nutzer, die am Advanced Protection Program teilnehmen. Der Rollout erfolgt schrittweise, sodass das Feature nicht unmittelbar für die gesamte Nutzerbasis weltweit verfügbar ist. Vor der jetzigen Veröffentlichung hatte Google das System bereits in Brasilien getestet.

Kritik und Sicherheitsaspekte

Trotz der technischen Hürden für Angreifer äußern Fachleute und Branchenbeobachter auch Vorbehalte. Berichte von PCWorld weisen auf potenzielle Risiken hin, die mit der Preisgabe biometrischer Daten verbunden sind. Es bestehen Bedenken, dass die Selfie-Aufnahmen für das Training von KI-Modellen verwendet werden könnten, etwa zur automatisierten Gesichtserkennung oder zur Schätzung des Alters. Zwar werden Schutzmaßnahmen seitens des Unternehmens bestätigt, die Weitergabe von Daten bleibe jedoch ein sensibler Punkt.

Zudem warnen IT-Sicherheitsexperten davor, dass biometrische Merkmale – im Gegensatz zu Passwörtern – bei einer Kompromittierung nicht einfach geändert werden können. Nutzer sollten daher trotz der neuen Sicherheitsfeatures weiterhin vorsichtig gegenüber Phishing-Angriffen agieren.

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Weitere Entwicklungen im Google-Ökosystem

Parallel zur Einführung der neuen Authentifizierungsmethode gibt es Hinweise auf weitere Funktionen innerhalb der Gerätefamilie. Berichten zufolge arbeitet das Unternehmen an einer Möglichkeit, die Pixel Watch in umgekehrter Weise zum bisherigen Verfahren über das Smartphone zu entsperren. Eine offizielle Präsentation dieser Funktion wird für das Made by Google Event am 12. August 2026 erwartet.

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