Google-Speicher: Android-Backups zÀhlen ab sofort zum 15-GB-Limit
Veröffentlicht am: 07.07.2026 um 06:24 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer kostenlose 15-GB-Speicher von Google wird knapper: Seit heute zÀhlen auch Android-Backups zum Kontingent.
Bislang waren Sicherungskopien von SMS, Anruflisten und GerĂ€teeinstellungen vom Speicherlimit ausgenommen. Das Ă€ndert sich nun. Google hat seine Speicherrichtlinie zum 7. Juli 2026 aktualisiert. KĂŒnftig schlagen alle Android-Backup-Daten auf das gemeinsame 15-GB-Konto zu Buche, das sich Gmail, Google Drive und Google Fotos teilen.
Mehr Kontrolle ĂŒber die Sicherungen
Die gute Nachricht: Google liefert gleichzeitig neue Werkzeuge mit. Branchenbeobachter schĂ€tzen, dass Android-Backups im Schnitt rund 40 Megabyte zusĂ€tzlich belegen. Um den Nutzern entgegenzukommen, fĂŒhrt der Konzern mit der Google-Play-Services-Version 26.24 feinere Einstellungen ein.
Statt eines globalen Ein-Aus-Schalters lassen sich Backups nun pro App oder Kategorie verwalten. Wer etwa keine Sicherung der SMS oder des Anrufverlaufs benötigt, kann diese Daten gezielt deaktivieren und dauerhaft löschen. Die Funktion rollt zunĂ€chst auf Pixel-GerĂ€ten aus, spĂ€ter folgen Android-Versionen 16 und 17. Wer mehr Speicher braucht, kann fĂŒr 1,99 Euro monatlich auf 100 GB mit Google One aufstocken.
Platz schaffen mit Bordmitteln
FĂŒr Nutzer, die sich der 15-GB-Grenze nĂ€hern, bietet Google mehrere native Werkzeuge zur Datenreduktion. Der Speichermanager in Google One identifiziert groĂe Dateien und sogenannte âPlatzverschwender". Ein separates Bereinigungswerkzeug auf der Seite âSpeicherplatz freigeben" listet ĂŒbergroĂe E-Mails, Spam und gelöschte Fotos auf, die noch Speicher belegen.
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Die App âDateien von Google" erkennt zudem automatisch Junk-Dateien. Seit einer RichtlinienĂ€nderung im Juni 2021 zĂ€hlen ĂŒbrigens alle Fotos in der âSpeicherplatz sparen"-QualitĂ€t sowie neu erstellte Workspace-Dateien zum Kontingent. Google warnt: Ăberschreiten Nutzer ihr Limit zwei Jahre lang, droht die Löschung von Inhalten â allerdings erst nach mindestens drei Monaten VorankĂŒndigung.
KI-Dienste treiben Speicherbedarf
Die Verwaltung digitaler Daten wird zunehmend mit Googles KI-Angeboten verknĂŒpft. Anfang Juli 2026 fĂŒhrte das Unternehmen Gemini Spark ein, einen persistenten KI-Agenten auf Basis von Gemini 3.5 Flash fĂŒr Workspace-Anwendungen. Die Integration ermöglicht automatisierte Workflows in Docs, Sheets und Slides â etwa die Tabellenerstellung per Sprachbefehl.
Um den datenintensiven Charakter dieser Dienste abzufedern, hat Google seine Abo-Stufen angepasst. Der AI-Pro-Plan bietet nun 5 TB Speicher (bisher 2 TB) fĂŒr rund 18 Euro monatlich. Das High-End-Abo AI Ultra kostet in den USA umgerechnet etwa 92 Euro pro Monat und umfasst Gemini-Spark-Funktionen sowie erweiterte Möglichkeiten in Google Meet.
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In einem weiteren Schritt begann Google im Juni 2026, Fotos, Videos und Audioaufnahmen aus Diensten wie Suche, Maps und Ăbersetzer fĂŒr das Training seiner KI-Modelle zu nutzen. Nutzer können dieser Datennutzung in ihren Kontoeinstellungen widersprechen.
Alternativen und Ausweichstrategien
Angesichts der verschÀrften Speicherpolitik greifen viele Anwender zu Drittanbieter-Tools. Professionelle IT-Teams nutzen etwa Lösungen wie RcloneView, um Backups mehrerer Rechner zu synchronisieren und in einem zentralen Google-Drive-Ordner zu archivieren.
FĂŒr speicherintensive mobile Anwendungen bietet WhatsApp ein eigenes Verwaltungstool, das groĂe Mediendateien wie Videos und Sprachnachrichten identifiziert. Konkurrenzdruck kommt von Diensten wie Amazon Photos, das Prime-Mitgliedern unbegrenzten Speicher fĂŒr unkomprimierte Fotos bietet â ein deutlicher Kontrast zu Googles 15-GB-Limit.
Experten raten zu diversifizierten Backup-Strategien nach der 3-2-1-Regel: drei Kopien der Daten auf zwei verschiedenen Medien, eine davon an einem externen Standort. Googles Navigation und Bearbeitungswerkzeuge mögen ĂŒberlegen sein, doch die Kosten fĂŒr Cloud-Speicher treiben Nutzer zunehmend in die Arme von Alternativen.
