Google verklagt Cyberkriminelle: Gemini für 1,9 Milliarden Betrug
15.06.2026 - 11:07:15 | boerse-global.de
Der Internetkonzern geht juristisch gegen eine chinesische Cyberkriminellen-Gruppe vor, die mit Hilfe von Googles eigener KI massenhaft Betrugsseiten erstellte. Die Schäden gehen in die Milliarden.
Google hat am Montag, den 15. Juni 2026, in Manhattan Klage gegen die Entwickler des Phishing-Kits „Outsider" eingereicht. Der Vorwurf: Die Gruppe habe die KI-Tools Gemini systematisch zweckentfremdet, um großangelegte Cyberkriminalität zu betreiben. Bereits am 12. Juni hatte der Konzern eine Zivilklage gegen das in China ansässige Netzwerk „Outsider Enterprise" eingereicht – eine regelrechte Fabrik für betrügerische Websites und Nachrichten.
Der aktuelle Fall zeigt, wie professionell Cyberkriminelle heute agieren, um an sensible Nutzerdaten zu gelangen. Schützen Sie Ihr Android-Gerät jetzt effektiv vor Hackern und Viren mit fünf einfachen und sofort umsetzbaren Schritten. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber für Android herunterladen
Phishing für Anfänger – mit KI-Unterstützung
Das „Outsider"-Kit lieferte seinen Nutzern eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie sich mit Gemini täuschend echte Phishing-Seiten erstellen lassen. Die Gruppe vermarktete ein Softwarepaket namens „Phishing-for-Dummies", das die Erstellung schädlicher Inhalte drastisch vereinfachte. Zwischen November und April identifizierten Googles Sicherheitsteams mehr als 1,5 Millionen URLs, die mit der Outsider-Infrastruktur in Verbindung standen.
Das Ausmaß der Operation eskalierte im Frühjahr massiv. Allein in zwei Wochen im Mai verschickte die Gruppe rund 2,5 Millionen betrügerische Nachrichten an Android-Nutzer. Die Folge: rund 55.000 Spam-Beschwerden. Die Ermittlungen verknüpfen die Operation mit mehr als 9.000 gefälschten Websites und über einer Million betrügerischer URLs, die vertrauenswürdige Marken imitierten.
Da Millionen Android-Nutzer täglich Ziel solcher Angriffe werden, ist ein aktuelles System die wichtigste Verteidigungslinie. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie durch die richtigen Updates Sicherheitslücken schließen und Malware dauerhaft verhindern. 5 Schritte für ein sicheres Android-Smartphone entdecken
Gemeinsamer Schlag gegen das Netzwerk
Die Klage ist Teil einer koordinierten Aktion von Google und den US-Bundesermittlungsbehörden. FBI-Vizedirektor Brett Leatherman bestätigte die Zusammenarbeit mit dem Technologieriesen sowie mit privaten Partnern wie Black Lotus Labs und den Telekommunikationsriesen AT&T, T-Mobile und Verizon.
Der gemeinsame Schlag führte zur Zerschlagung mehrerer Komponenten des Outsider-Enterprise-Netzwerks, das seit 2023 aktiv war. Die Behörden beschlagnahmten mehrere Server, einen digitalen Shop auf der Plattform Shopify sowie rund 100.000 US-Dollar in der Kryptowährung USDT.
Die kriminelle Operation hatte eine globale Reichweite. Laut Ermittlungsberichten erbeutete die Gruppe über 3,8 Millionen Kreditkartendaten – der geschätzte Schaden beläuft sich auf 1,9 Milliarden US-Dollar.
Klage und politische Forderungen
Google-Chefjuristin Halimah DeLaine Prado betonte das Engagement des Konzerns, seine Nutzer und die Integrität seiner KI-Werkzeuge auch auf zivilrechtlichem Weg zu schützen. Die Klage umfasst Vorwürfe wie bandenmäßige Erpressung (RICO), Betrug sowie Marken- und Urheberrechtsverletzungen.
Parallel zur juristischen Offensive sprach sich Google für sieben Anti-Scam-Gesetzesvorschläge aus, die derzeit dem US-Kongress vorliegen. Das Unternehmen fordert ein dauerhaftes Verbot der Outsider-Software sowie finanzielle Wiedergutmachung für die Schäden, die durch den Missbrauch seiner Gemini-Plattform entstanden sind.
