Google verklagt KI-Betrüger: 1,9 Milliarden Euro Schaden durch Gemini
13.06.2026 - 15:57:50 | boerse-global.de
Der Suchmaschinenriese Google hat gemeinsam mit dem FBI einen massiven Schlag gegen eine chinesische Cyberkriminellen-Gruppe geführt. Die Bande namens "Outsider Enterprise" soll mit Hilfe künstlicher Intelligenz weltweit Millionen Menschen betrogen haben.
Die Aktion vom 12. Juni 2026 umfasst sowohl eine Zivilklage als auch eine koordinierte Beschlagnahmeaktion. Es ist das erste Mal, dass Google mit dem FBI und den großen US-Telekommunikationsanbietern AT&T, T-Mobile und Verizon zusammenarbeitet, um eine kriminelle Organisation zu verklagen, die seine KI-Tools missbraucht hat.
KI als Waffe der Betrüger
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Laut den Gerichtsunterlagen nutzten die Täter Googles KI-System Gemini, um 131 verschiedene Phishing-Kits zu entwickeln. Zwischen November 2025 und April 2026 sollen sie über 9.000 betrügerische Websites und mehr als eine Million schädliche URLs erstellt haben. Die Seiten imitierten bekannte Marken – darunter auch T-Mobile – um Nutzerdaten zu stehlen.
Googles Chefjustiziarin Halimah Delaine Prado erklärte, die Kriminellen hätten mit KI täuschend echte Kopien legitimer Webseiten erschaffen. Das Ziel: Hunderttausende Amerikaner in die Falle locken.
„Operation Ghost Hook" trifft die Infrastruktur
Parallel zur Klage führten FBI, Google und der Netzbetreiber Lumen Technologies die „Operation Ghost Hook" durch. Die Behörden beschlagnahmten mehrere Domains, einen Shopify-Online-Shop und rund 100.000 Euro von verschiedenen Zahlungsplattformen.
Seit Juli 2023 soll Outsider Enterprise Schäden in Höhe von rund 1,9 Milliarden Euro verursacht haben. Die Gruppe steht im Verdacht, fast 3,9 Millionen Kreditkartendatensätze gestohlen zu haben. Allein in zwei Wochen im Mai 2026 verschickte das Netzwerk 2,5 Millionen SMS an Android-Nutzer – was zu 55.000 formellen Beschwerden führte.
Explosion der KI-Kriminalität
Der Fall zeigt einen dramatischen Wandel in der Cyberkriminalität. FBI-Daten für 2025 beziffern die Gesamtschäden durch Internetkriminalität auf rund 21 Milliarden Euro – davon entfielen 893 Millionen Euro allein auf Betrug mit Künstlicher Intelligenz.
Erst diese Woche veröffentlichte auch OpenAI einen Bericht über die Sperrung zweier weiterer Einflussoperationen, die ebenfalls China zugeschrieben werden. Sicherheitsfirmen wie CloudSEK identifizierten zudem mindestens 40 gefälschte FIFA-WM-Ticket-Seiten, die Kreditkartendaten von US-Nutzern abgriffen.
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Auch Europa betroffen
Während die US-Klage die internationale Infrastruktur ins Visier nimmt, steigen die lokalen Schäden durch Phishing weiter. Am 10. Juni 2026 verlor ein Bewohner von Baumkirchen in Österreich über 10.000 Euro, nachdem er auf eine gefälschte Webseite gelockt worden war.
Die Google-Klage stützt sich unter anderem auf das US-amerikanische Anti-Mafia-Gesetz RICO und das Markenrechtsgesetz Lanham Act. Auch in Deutschland gibt es Erfolge: Am 12. Juni wurde ein Callcenter-Betreiber in Osnabrück verurteilt, und in Bad Neustadt nahm die Polizei zwei Verdächtige fest, die sich als Beamte ausgegeben hatten.
