Google, KI-Stars

Google verliert vier KI-Stars: NobelpreistrÀger und Gemini-Chef gehen

25.06.2026 - 00:32:33 | boerse-global.de

Vier fĂŒhrende KI-Forscher verlassen Google innerhalb weniger Tage. Die AbgĂ€nge schwĂ€chen das Gemini-Projekt und belasten die Aktie schwer.

Google verliert vier KI-Experten: Gemini-Projekt in Gefahr
Google - A digital brain with glowing neural pathways, partially fragmented, with some pieces drifting away. A corporate skyscraper is in the background. 25.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Vier leitende KI-Experten haben innerhalb weniger Tage den Google-Konzern verlassen. Die AbgÀnge schwÀchen das prestigetrÀchtige Gemini-Projekt und lassen Anleger zweifeln.

Die jĂŒngsten AbgĂ€nge trafen Alphabet besonders hart. Am 24. Juni verließen Jonas Adler und Alexander Pritzel das Unternehmen – beide wechseln zum Konkurrenten Anthropic. Adler galt als Spezialist fĂŒr KI-gestĂŒtztes Programmieren, Pritzel als Experte fĂŒr Modelltraining.

NobelpreistrÀger geht von Bord

Bereits am 19. Juni hatte NobelpreistrĂ€ger John Jumper seinen Abschied erklĂ€rt. Nach neun Jahren bei Google DeepMind wechselte der Entwickler von AlphaFold ebenfalls zu Anthropic. Jumper hatte maßgeblich an jenem System gearbeitet, das rund 200 Millionen Proteinstrukturen entschlĂŒsselte.

Nur einen Tag zuvor, am 18. Juni, hatte Noam Shazeer seinen Posten als Co-Leiter des Gemini-Projekts aufgegeben. Der Mitautor der bahnbrechenden Arbeit „Attention is All You Need" schloss sich OpenAI an. Shazeer war erst durch einen milliardenschweren Deal zurĂŒck zu Google gekommen – sein Startup Character.AI hatte der Konzern ĂŒbernommen. Insider berichten, dass bĂŒrokratische HĂŒrden innerhalb des Konzerns eine Rolle bei seiner Entscheidung spielten.

Börse reagiert mit Kursrutsch

Die AbgĂ€nge hinterließen deutliche Spuren an der Börse. Am 19. Juni verlor Alphabet rund 270 Milliarden Euro an Marktwert – die Aktie fiel um fĂŒnf Prozent. Es war der stĂ€rkste Tagesverlust seit ĂŒber einem Jahr.

Anzeige

WĂ€hrend Tech-Giganten um die besten Köpfe kĂ€mpfen, nutzen immer mehr Menschen die Technologie bereits fĂŒr ihre private Effizienz. Wie Sie die Möglichkeiten von ChatGPT ganz einfach und ohne Vorwissen fĂŒr Ihre persönliche Organisation einsetzen, zeigt dieser kostenlose Ratgeber. Urlaub planen, Sprachen lernen, Zeit sparen: So erledigt ChatGPT Ihre Alltagsaufgaben in Sekunden

Die Talfahrt setzte sich fort: Am 22. Juni notierte die Aktie bei 349,56 Euro, am 24. Juni fiel sie auf 342,07 Euro. Zwar liegt der Kurs seit Jahresbeginn noch rund 11,7 Prozent im Plus – doch allein im letzten Monat verlor das Papier 8,1 Prozent. Anleger fĂŒrchten um Googles Vorsprung im Wettlauf um die Vorherrschaft bei KĂŒnstlicher Intelligenz.

Anthropic wird zum Magneten fĂŒr KI-Talente

Besonders Anthropic profitiert von der Abwanderung. Interne Daten zeigen, dass Ingenieure von Google deutlich hĂ€ufiger zu Anthropic wechseln als umgekehrt. Das Startup bereitet sich auf einen Börsengang vor und wird inzwischen auf rund 965 Milliarden Euro geschĂ€tzt – und liegt damit in aktuellen Bewertungen vor OpenAI.

Anzeige

Die rasante Entwicklung von KI-Modellen betrifft lĂ€ngst nicht mehr nur das Silicon Valley, sondern auch die deutsche Wirtschaft und deren Regulierung. In diesem kostenlosen E-Book erhalten Unternehmen einen kompakten Überblick ĂŒber alle neuen Pflichten und Fristen der EU-KI-Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklĂ€rt

Branchenbeobachter sehen in der bevorstehenden IPO-Perspektive einen starken Anreiz fĂŒr Spitzenforscher, etablierte Tech-Riesen zu verlassen. Alphabet hat zwar immense Mittel in die KI-Zukunft gesteckt – seit Oktober 2024 flossen 141 Milliarden Euro in die Infrastruktur, fĂŒr 2026 sind Investitionen zwischen 180 und 190 Milliarden Euro geplant. Doch der Verlust von SchlĂŒsselfiguren bleibt ein wunder Punkt.

Microsoft-CEO Satya Nadella brachte es kĂŒrzlich auf den Punkt: Der KI-Markt werde zunehmend zur Massenware. Entscheidend fĂŒr einen technologischen Vorsprung sei spezialisiertes Personal. Genau daran mangelt es Alphabet derzeit.

de | wissenschaft | 69620627 |