Google, Rekordstrafe

Google zahlt Rekordstrafe: EU verhängt 890 Millionen wegen DMA-Verstößen

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 02:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Erstmals belegt die EU Google wegen Verstößen gegen den Digital Markets Act mit einer Milliardenstrafe und droht mit weiteren Sanktionen.

EU verhängt Rekordstrafe von 890 Millionen Euro gegen Google
EU-Flagge vor modernem Regierungsgebäude, Symbol für digitale Regulierungsaufsicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Europäische Union hat eine Rekordstrafe von 890 Millionen Euro gegen Google verhängt. Es ist das erste Mal, dass der US-Konzern wegen Verstößen gegen den Digital Markets Act (DMA) zur Kasse gebeten wird. Die Strafe betrifft gleich zwei Vergehen: Zum einen wirft die EU Google vor, eigene Dienste bei Suchergebnissen zu bevorzugen – etwa bei Flügen, Hotels oder Shopping-Angeboten. Dafür wurden 460 Millionen Euro fällig. Zum anderen kassierte Google 430 Millionen Euro, weil der Konzern App-Entwickler im Play Store daran hinderte, günstigere Angebote außerhalb des Google-Ökosystems zu bewerben.

60 Tage Zeit zur Nachbesserung

Die EU-Kommission gibt Google nun 60 Tage, um die Praktiken anzupassen. Bleibt der Konzern untätig, drohen tägliche Strafzahlungen von bis zu fünf Prozent des weltweiten Tagesumsatzes. EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera stellte klar: „Die besten Produkte sollen sich am Markt durchsetzen – nicht durch unfaire Plattformvorteile.“ Auch Kommissarin Virkkunen kritisierte, Googles Vorgehen habe Wettbewerber benachteiligt.

Google-Verantwortlicher Kent Walker zeigte sich wenig begeistert. Die Umsetzung des DMA verschlechtere das Nutzererlebnis, so sein Einwand. Aus seiner Sicht handelt es sich um eine Form von Produktverschlechterung, nicht um fairen Wettbewerb. Verbraucherschützer sehen das anders: Organisationen wie der VZBV und BEUC begrüßten die Strafe als längst überfälligen Schritt.

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Börse reagiert nervös

Die Ankündigung schlug auch an der Börse Wellen. Die Alphabet-Aktie, Googles Mutterkonzern, verlor im vorbörslichen Handel rund vier Prozent. Die Entscheidung ist der Höhepunkt einer Untersuchung, die die EU bereits im März 2024 eingeleitet hatte.

Die aktuelle Strafe reiht sich ein in eine lange Liste europäischer Sanktionen gegen Google. Bereits zuvor hatte die EU Kartellstrafen von insgesamt rund 8,2 Milliarden Euro verhängt – darunter 2,42 Milliarden Euro im Jahr 2017 wegen ähnlicher Vergehen bei der Suche.

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Politischer Zündstoff

Der Zeitpunkt der Entscheidung ist brisant. Die Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA sind angespannt. Die Trump-Administration hatte EU-Digitalregulierungen wiederholt als Handelshemmnisse kritisiert und mit Vergeltungszöllen gedroht. Analysten sehen in dem Urteil einen Test für das Verhältnis zwischen Brüssel und Washington.

Zwar macht die aktuelle Strafe nur rund 0,22 Prozent von Googles Umsatz aus. Doch die drohenden Folgezahlungen wiegen schwer – zumal der Konzern bereits über eine mögliche Berufung nachdenkt.

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