Grafikkarten-Krise, RTX

Grafikkarten-Krise: RTX 5090 nur im XXL-Paket für 7.800 Euro

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 15:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die anhaltende Speicherkrise treibt Elektronikpreise in die Höhe. Händler in Asien bündeln High-End-Grafikkarten mit Mainboards, während Hersteller wie Apple und Microsoft ihre Preise anheben.

Speicherkrise: Nvidia RTX 5090 nur noch im Bundle mit Mainboards erhältlich
Hochwertige Grafikkarten und Mainboards auf dunklem Schreibtisch, die Hardware-Einzelhandelstrends darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die globale Speicherkrise trifft den Elektronikmarkt mit voller Wucht: Während Hersteller wie Apple, Microsoft und Lenovo ihre Preise teils drastisch erhöhen, greifen Händler in Asien zu ungewöhnlichen Methoden, um begehrte Grafikkarten zu verkaufen. Für deutsche Verbraucher wird der Technikeinkauf zunehmend zur Geduldsprobe.

Nvidia RTX 5090: Nur noch im XXL-Paket zu haben

Wer sich eine der begehrten High-End-Grafikkarten sichern möchte, muss in Taiwan tief in die Tasche greifen – und nebenbei ein kleines Lager aufbauen. Händler wie PChome24h verkaufen die RTX 5090 ausschließlich in Kombination mit bis zu acht Mainboards. Die Idee dahinter: Ein High-End-System und gleich mehrere Einsteiger-PCs aus einem Einkauf realisieren.

Die Preise für diese Pakete sind beachtlich. Ein Asus ROG Astral RTX 5090 Bundle schlägt mit umgerechnet rund 7.100 Euro zu Buche, die MSI-Gaming-Trio-OC-Variante kostet fast 7.800 Euro. Auch Gigabyte-Konfigurationen liegen zwischen 6.900 und 7.600 Euro. Die Bündelung zeigt, wie angespannt die Lage bei Flaggschiff-Hardware weiterhin ist.

Konsolen und Tablets: Preise steigen spürbar

Der gesamte Elektronikmarkt steht unter Druck. Microsoft erhöhte die Preise für die Xbox Anfang August um 100 bis 150 Euro – es ist bereits die dritte Anpassung seit Mai 2025. Apple zog Ende Juni nach und verteuerte Macs und iPads um rund 20 Prozent, verursacht durch gestiegene Speicherkosten.

Lenovo warnt ebenfalls vor strukturellen Preiserhöhungen für Produkte mit DRAM- und NAND-Flash-Speicher. In China sollen Gaming-Laptops, die zuvor umgerechnet etwa 1.150 Euro kosteten, inzwischen bei fast 1.500 Euro liegen. Beobachter rechnen im Vorfeld der Gamescom in Köln mit weiter steigenden Konsolenpreisen: Einige Sony- und Microsoft-Modelle kosten bereits 200 bis 300 Euro mehr als zum Marktstart Ende 2020.

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Deutschland: Zwischen Schnäppchen und Preistreiberei

Der deutsche Handel zeigt ein geteiltes Bild. Während die großen Hersteller aufschlagen, gibt es bei Einsteigergeräten durchaus Schnäppchen: Das Teclast-M50T-Tablet mit Android 16 erreichte Ende Juli einen Tiefstpreis von 109,99 Euro bei Amazon – ein Rabatt von 21 Prozent. Ganz anders sieht es bei interaktiven Spielzeugen aus: Hier stiegen die Preise seit Mai um bis zu 220 Prozent, weil große Zulieferer ihre Produktion eingestellt haben.

Auch technische Probleme sorgen für Ärger. Besitzer der Lenovo-Legion-Go-Handheld-Konsole berichten, dass ihre Geräte nach einem BIOS-Update Mitte Juni nicht mehr funktionieren. Außerhalb der Garantie kostet die Reparatur rund 237 Euro.

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Speicherkrise: Kein Ende in Sicht

Die Ursache der Misere: eine volatile Halbleiter-Lieferkette. Realtek und MediaTek erhöhten im Juli die Preise für ausgewählte Produkte und begründeten dies mit höheren Kosten für Wafer, Verpackung und Materialien. Analysten befürchten, dass sich die Lage bis 2027 weiter zuspitzen könnte – ein Großteil der DRAM- und NAND-Kapazitäten fließt in High-Bandwidth-Speicher für KI-Anwendungen. Für Verbraucher bedeutet das: Wer Elektronik kaufen möchte, sollte nicht zu lange warten.

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