GrayKey, Preserve

GrayKey Preserve: Geleaktes Video zeigt Umgehung von Apples 72-Stunden-Schutz

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 18:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein geleaktes Video zeigt GrayKey-Funktionen zur Sicherung des zugÀnglicheren iPhone-Zustands; die technische Umsetzung bleibt unbestÀtigt.

GrayKey soll Apples iPhone-Neustart nach 72 Stunden umgehen
Ein steriler Laborarbeitsplatz mit hochprÀzisen MessgerÀten und elektronischen Bauteilen in einer technologischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Ein geleaktes Video bringt neue Details ĂŒber die FĂ€higkeiten des Entsperr-Werkzeugs GrayKey ans Licht: Laut einem Bericht von 404 Media vom 1. Oktober 2026 hat der Hersteller Magnet Forensics mit den Funktionen GrayKey Preserve und Evidence Preservation Mode Mittel entwickelt, um Apples automatischen Sicherheitsneustart auszuhebeln. Dieser seit November 2024 geltende Mechanismus startet iPhones nach 72 Stunden ohne Entsperrung automatisch neu und versetzt sie damit in einen deutlich schwerer zu knackenden Sicherheitszustand.

Wie der Umgehungsmechanismus funktioniert

Dem geleakten Video zufolge aktiviert die neue GrayKey-Funktion auf einem sichergestellten iPhone den Flugmodus und deaktiviert gezielt Bluetooth, WLAN und Mobilfunkverbindung. Dadurch wird das GerĂ€t dauerhaft im sogenannten After-First-Unlock-Zustand (AFU) eingefroren – selbst wenn ein Neustart erfolgt.

Dieser Zustand gilt in der digitalen Forensik als deutlich zugĂ€nglicher als der Before-First-Unlock-Zustand, in den Apples 72-Stunden-Reboot-Mechanismus GerĂ€te eigentlich zurĂŒckversetzen soll.

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ZusĂ€tzlich verhindert die Software laut dem Bericht das automatische Löschen von zwischengespeicherten Standortdaten sowie von bereits gelöschten Fotos und iMessages-Nachrichten – Informationen, die fĂŒr forensische Auswertungen besonders wertvoll sind.

Offene Fragen zur technischen Umsetzung

Wie genau Magnet Forensics die Umgehung technisch realisiert, bleibt unklar. Die Sicherheitsforscherin Jiska Classen vom Hasso-Plattner-Institut Ă€ußerte gegenĂŒber 404 Media die Vermutung, dass das Unternehmen die interne Uhr des iPhones manipuliert, um den 72-Stunden-Countdown auszutricksen. Eine BestĂ€tigung dafĂŒr gibt es bislang nicht: Sowohl Apple als auch Magnet Forensics Ă€ußerten sich auf Anfragen zu der Berichterstattung nicht.

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Bedeutung fĂŒr die digitale Forensik

GrayKey wird von Strafverfolgungsbehörden eingesetzt, um gesperrte Smartphones auszulesen. Apples 72-Stunden-Reboot-Funktion war explizit eingefĂŒhrt worden, um den Zeitraum zu verkĂŒrzen, in dem solche Werkzeuge an sichergestellten GerĂ€ten erfolgreich ansetzen können.

Sollte sich die im Video gezeigte Umgehung bestĂ€tigen, wĂŒrde das diesen Schutzmechanismus fĂŒr eine zentrale forensische Angriffsmethode faktisch wirkungslos machen, solange das GerĂ€t vor Ablauf der 72 Stunden sichergestellt und in den beschriebenen Modus versetzt wird.

Der Vorgang reiht sich in ein fortlaufendes WettrĂŒsten zwischen Apples Betriebssystem-Absicherungen und spezialisierten Forensik-Anbietern ein, bei dem neue Schutzfunktionen regelmĂ€ĂŸig von Werkzeugen wie GrayKey adressiert werden. Da weder Apple noch Magnet Forensics Stellung bezogen haben, bleibt offen, ob und wann Apple auf die im Video dokumentierte Umgehungsmethode reagieren wird.

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