Grippeimpfung, Optimaler

Grippeimpfung: Optimaler Zeitraum Oktober bis November für vollen Schutz

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 19:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Grippeimpfung 2026/27 ist verfügbar, doch geringe Impfquoten bremsen den Schutz. Apotheken sollen den Zugang künftig erleichtern.

Grippeimpfung 2026/27: Empfehlungen, Schutzwirkung und Impfquoten
Ein heller, minimalistischer Behandlungsraum in einer Arztpraxis mit herbstlichem Tageslichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Ratgeber fassen vor dem Beginn der kühleren Monate die grundlegenden Fakten zur saisonalen Influenzaimpfung zusammen, um über den Schutz vor Ansteckungen und typische Krankheitsverläufe aufzuklären. Angesichts wiederkehrender Infektionswellen im Herbst und Winter bleibt die Immunisierung das zentrale Instrument, um schwere Verläufe zu verhindern.

Empfehlungen und optimaler Zeitpunkt für den Immunschutz

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Grippeimpfung insbesondere für Personen ab 60 Jahren, Schwangere ab dem zweiten Trimester sowie Menschen mit Vorerkrankungen. Zudem richtet sich die Empfehlung an Bewohner von Pflegeheimen, Kontaktpersonen von Risikopatienten und medizinisches Gesundheitspersonal. Für die Schweiz gelten diese Altersgrenzen der Stiko hingegen nicht.

Der Impfstoff für die Saison 2026/2027 steht seit Ende August bereit. Ein voller Schutz baut sich nach etwa 10 bis 14 Tagen auf. Als idealer Zeitraum für die Verabreichung gilt laut Ratgebern die Phase von Ende Oktober bis Anfang November.

Da die Wirkung nach etwa drei Monaten wieder abnimmt, deckt dieser Zeitraum den typischen Höhepunkt der Grippewelle im Winter optimal ab. Bei anstehenden Großveranstaltungen wie dem Münchner Oktoberfest, das am 19. September 2026 beginnt, wird zu einer Impfung mindestens eine Woche vorab geraten.

Bei der umgangssprachlichen Wiesn-Grippe handelt es sich laut dem Infektiologen Christoph Spinner allerdings nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern um einen Sammelbegriff für unterschiedliche virale Atemwegserreger wie Rhino-, Adeno-, Corona-, Influenza- oder RS-Viren.

Gefahrenpotenzial und stagnierende Impfquoten

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Der Impfstoff für die Saison steht seit Ende August bereit, doch ein voller Schutz baut sich erst nach etwa 10 bis 14 Tagen auf und lässt nach rund drei Monaten wieder nach. Deshalb gilt die Phase von Ende Oktober bis Anfang November als ideales Impffenster. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wann Sie impfen lassen, ob Sie zur Risikogruppe zählen und wo Sie einen Termin bekommen. Kostenlosen Impf-Leitfaden jetzt anfordern

Die Relevanz des Schutzes unterstreichen historische Daten des Robert Koch-Instituts (RKI). Influenzatote versterben demnach meist an einer bakteriellen Lungenentzündung infolge der Virusinfektion. In der schweren Saison 2017/18 verzeichnete das RKI über 25.000 Grippetote in Deutschland, was die höchste Zahl innerhalb der letzten 30 Jahre darstellt.

Trotz dieser Risiken bleibt die Inanspruchnahme moderat. Laut einer Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) ließen sich im Winter 2024/2025 lediglich 38 Prozent der TK-Versicherten gegen Influenza impfen, verglichen mit 49 Prozent im Coronawinter 2020/2021. Regional zeigten sich deutliche Unterschiede: Während Sachsen-Anhalt mit 52 Prozent die höchste Quote aufwies, bildete Baden-Württemberg mit 24 Prozent das Schlusslicht.

Die Europäische Union strebt eine Quote von 75 Prozent an. Auch in Nachbarländern stellt die Durchimpfung eine Herausforderung dar: In Frankreich lag die Impfquote bei Personen ab 65 Jahren in der Saison 2024–2025 laut Daten von Santé publique France bei 53,7 Prozent, während die Influenza dort jährlich rund 10.000 Todesfälle fordert.

Niedrigschwelliger Zugang über Apotheken

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Nur 38 Prozent der TK-Versicherten ließen sich im Winter 2024/2025 gegen Influenza impfen — in Baden-Württemberg sogar nur 24 Prozent, während die EU eine Quote von 75 Prozent anstrebt. Wer zu den Risikogruppen gehört, sollte den Zugang nicht dem Zufall überlassen: Apotheken dürfen seit 2022 impfen, doch bislang bietet nur rund jede zehnte diesen Service an. Unser Leitfaden hilft Ihnen, eine impfende Apotheke in Ihrer Nähe zu finden und den Termin rechtzeitig zu legen. Zum Apotheken-Impfstellen-Finder

Um die Impfquoten zu steigern, werden Zugangswege erweitert. Obwohl Grippeimpfungen in deutschen Apotheken seit 2022 möglich sind, bieten bislang nur rund 10 Prozent der Apotheken diesen Service an.

Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz erlaubt es den Einrichtungen künftig, über Grippe und COVID-19 hinaus sämtliche Totimpfstoffe zu verabreichen, darunter Auffrischungen gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten. Die Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände rechnet vor diesem Hintergrund damit, dass sich die Zahl der impfenden Apotheken bald verdoppeln könnte.

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