Groq 3 LPX: NVIDIA startet Serienproduktion für agentische KI
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 22:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-amerikanische Technologiekonzern NVIDIA hat den Übergang des Groq 3 LPX in die volle Serienproduktion bekannt gegeben. Die neue Hardware-Einheit ist speziell für sogenannte agentische KI-Workloads optimiert und zielt auf eine deutliche Steigerung der Verarbeitungsgeschwindigkeit bei komplexen KI-Anwendungen ab. Damit integriert das Unternehmen eine Schlüsseltechnologie aus der im vergangenen Dezember abgeschlossenen, 20 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme von Groq in sein bestehendes Portfolio.
Höchstwerte bei Verarbeitungsgeschwindigkeit und Latenz
In aktuellen Leistungsvergleichen erzielt die neue Hardware-Generation neue Bestmarken. Laut Angaben von NVIDIA erreichte der Groq 3 LPX im Benchmark von Artificial Analysis unter Verwendung des Modells Gemma 4 31B bei einem Kontextfenster von 100K eine Geschwindigkeit von bis zu 3.431 Output-Tokens pro Sekunde. Im direkten Vergleich zur nächstbesten verfügbaren Alternative sei das System in der Reaktionsfähigkeit um den Faktor vier überlegen.
Besonders bei agentischen Coding-Aufgaben soll die Architektur ihre Stärken ausspielen und ebenfalls eine vierfach höhere Geschwindigkeit bieten. Die technologische Basis bildet eine compiler-gesteuerte Workload-Planung, die auf 256 Language Processing Units (LPUs) sowie 128 GB SRAM zurückgreift. Jeder Chip verfügt dabei über 96 Chip-to-Chip-Links (C2C) mit einer Übertragungsrate von 112 Gbps.
Integration in die Vera-Rubin-Plattform
Der Groq 3 LPX erweitert das bestehende Ökosystem von NVIDIA und wird in die Vera-Rubin-Plattform sowie das Vera Rubin NVL72-System integriert. Ein einzelnes Rack-System ist mit 256 LP30-Chips bestückt und erreicht eine Rechenleistung von 315 PFLOPS im FP8-Format. Die SRAM-Bandbreite wird mit 40 PB/s angegeben.
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Die Fertigung der Chips übernimmt Samsung. Die Komponenten verfügen über 500 MB SRAM und unterstützen Verfahren wie die Prefill-Decode-Disaggregation. Nach Angaben des Herstellers ist die Architektur darauf ausgelegt, auf Modelle mit mehr als zwei Billionen Parametern zu skalieren. NVIDIA-Chef Jensen Huang bezeichnete Inferenz in diesem Zusammenhang als den wesentlichen Wachstumsmotor der aktuellen Branchenentwicklung.
Markteinführung und erste Partner
Als erster AI-Cloud-Anbieter wird Nebius die neue Technologie über die sogenannte Nebius Token Factory in sein Angebot aufnehmen. Es ist geplant, dass die ersten Groq-3-LPX-Racks noch im Laufe des aktuellen Kalenderjahres online gehen. Diese Systeme werden bei Nebius in Kombination mit Vera-CPUs und Rubin-GPUs eingesetzt.
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Trotz der Ankündigung der Serienproduktion reagierte der Kapitalmarkt verhalten. Die NVIDIA-Aktie verzeichnete zuletzt einen Rückgang. Je nach Handelsplatz sank der Kurs um 2,02 Prozent auf 210,39 US-Dollar beziehungsweise um 2,31 Prozent auf 209,76 US-Dollar. Branchenbeobachter werten die Markteinführung dennoch als strategischen Schritt, um die Marktführerschaft im Bereich der KI-Inferenz-Hardware gegen aufstrebende Wettbewerber zu verteidigen.
