Großrazzia gegen Krypto-Betrüger: 276 Festnahmen, 700 Mio. Euro gefroren
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 16:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
000 betrügerischen Kryptowährungs-Domains entdeckt. Alle basieren auf demselben chinesischen Entwicklungs-Framework.
Die Analyse des Sicherheitsunternehmens Infoblox offenbart das erschreckende Ausmaß organisierter Digitalwährungs-Betrügereien. Die 236.493 gefälschten Domains wurden mit DCloud Uni-App erstellt, einem quelloffenen Entwicklungs-Framework aus China. Die Betreiber zielen mit ihren Seiten auf Nutzer in mindestens acht verschiedenen Sprachen ab – ein globales Netz der Täuschung.
Infrastruktur im Schatten der Cloud
Um ihre illegalen Seiten am Leben zu halten, nutzen die Betrüger bekannte Hosting-Dienste. Die Forscher identifizierten Infrastruktur von Amazon Web Services, Cloudflare, Alibaba und Tencent. Ein kleiner Teil der Domains liegt auf sogenannten "bulletproof"-Servern – speziell gehärteten Systemen, die Löschungsaufforderungen und rechtlichen Schritten trotzen.
Besonders bemerkenswert: Die Betrugswelle nahm nach einem spektakulären Investment-Skandal Ende 2024 massiv an Fahrt auf. Seither wächst das Netzwerk ungebremst.
Internationale Großrazzia: 276 Festnahmen
Die Strafverfolger schlagen zurück. In einer koordinierten Aktion mit der Dubai-Polizei und thailändischen Behörden wurden 276 Verdächtige festgenommen. Die meisten Festnahmen erfolgten in Dubai – die Operationen selbst wurden von Burma aus gesteuert.
Die Behörden froren über 700 Millionen Euro in Kryptowährungen ein. Parallel dazu verhängte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen regionale politische Figuren. Das Außenministerium setzte Belohnungen für Hinweise aus, die zur Zerschlagung der Betrugskomplexe führen. Und das FBI löschte einen Rekrutierungskanal auf Telegram, der zur Anwerbung von Personal für die Betrugszentren diente.
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Falsche Ledger-App: 9,5 Millionen Euro Schaden
Doch die Betrüger beschränken sich nicht auf Webseiten. Sie haben offizielle App-Stores infiltriert. Anfang des Jahres entdeckten Sicherheitsexperten eine gefälschte Version der Ledger Live-App im Apple Mac App Store. Zwischen dem 7. und 13. April 2026 erbeuteten die Betrüger damit rund 9,5 Millionen Euro von über 50 Opfern.
Ein prominentes Opfer: Ein bekannter Musiker verlor 5,92 Bitcoin – damals über 424.000 Euro wert. Die Ermittler verfolgten die gestohlenen Gelder durch mehr als 150 verschiedene Börsen-Adressen und spezialisierte Mischdienste. Apple entfernte die App nach Bekanntwerden der Vorfälle.
Weltweite Offensive gegen Investment-Betrug
Die Behörden verschärfen den Druck. In Australien hat die Wertpapieraufsicht ASIC seit Juli 2023 über 7.300 betrügerische Webseiten entfernen lassen. Darunter: mehr als 5.500 gefälschte Investment-Plattformen und über 1.000 Phishing-Seiten. Viele dieser Betrugsseiten wurden über Social-Media-Anzeigen mit Deepfake-Empfehlungen prominenter Persönlichkeiten beworben.
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In Indien zerschlugen die Behörden eine Operation mit gefälschten Kredit-Apps, die Dutzende von Scheinfirmen umfasste. Die Ermittler nahmen einen Buchhalter am Flughafen von Delhi fest. Er soll mit internationalen Partnern zusammengearbeitet haben, um über 15 Fake-Apps zu betreiben, die persönliche Daten sammelten und Opfer erpressten. Die Bande soll bereits seit 2019 aktiv gewesen sein.
Die Botschaft der Sicherheitsexperten ist klar: Wer in Kryptowährungen investiert, muss wachsamer sein denn je. Ein Framework, tausende Domains, Millionenverluste – der Kampf gegen digitalen Betrug hat gerade erst begonnen.
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