GTA, Cyber-Kriminelle

GTA 6: Cyber-Kriminelle verbreiten gefÀlschte Installer mit Malware

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 19:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Huntress entdeckt manipulierte GTA-6-Dateien mit Datendiebstahl und Wiper-Funktionen. Betroffene sollten Systeme trennen und Passwörter Àndern.

GTA 6: GefÀlschte Installer verbreiten gefÀhrliche Malware
Dunkler, minimalistischer Serverraum mit unbeschrifteten ServerschrÀnken in blÀulichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die Vorfreude auf die fĂŒr den 19. November angekĂŒndigte Veröffentlichung von Grand Theft Auto VI (GTA 6) wird derzeit massiv von Cyber-Kriminellen instrumentalisiert.

Experten des Sicherheitsunternehmens Huntress warnen vor einer neuen Kampagne, bei der Angreifer gefĂ€lschte „geleakte“ Installationsdateien des Spiels verbreiten. Diese prĂ€parierten Installer dienen als TrĂ€ger fĂŒr eine Vielzahl bösartiger Programme, die von Informationsdiebstahl bis hin zur vollstĂ€ndigen Datenzerstörung reichen.

Technisch komplexe Malware-Bundles und Datenlöschung

Die aktuellen Analysen zeigen, dass die Angreifer nicht nur auf einen einzelnen Schadtypus setzen, sondern umfangreiche Malware-Bundles schnĂŒren. In den untersuchten FĂ€llen wurden unter anderem die Fernzugriffstrojaner NJRAT und DCRAT sowie der Mercurial Grabber identifiziert.

Letzterer ist darauf spezialisiert, sensible Informationen wie Discord-Token, Chrome-Passwörter sowie Sitzungsdaten fĂŒr Spieleplattformen wie Roblox und Minecraft zu entwenden. Zudem zielen die Akteure auf den Diebstahl von KryptowĂ€hrungs-Informationen und allgemeinen Browser-Zugangsdaten ab.

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Besonders gefĂ€hrlich ist die Integration einer Variante der Chaos-Ransomware, die in diesem Szenario als sogenannter Wiper fungiert. Die Schadsoftware verschlĂŒsselt Dateien mit einer GrĂ¶ĂŸe von bis zu 200 MB.

GrĂ¶ĂŸere Dateien werden hingegen nicht verschlĂŒsselt, sondern mit Zufallsdaten ĂŒberschrieben, was eine Wiederherstellung unmöglich macht. Um die Rettung von Daten weiter zu erschweren, löscht das Programm zudem vorhandene Schattenkopien des Systems.

Ein ungewöhnlicher Bestandteil des Pakets ist zudem ein Installer fĂŒr den Yandex-Browser, der ebenfalls auf die Systeme der Opfer gelangt. Zur Absicherung ihrer AktivitĂ€ten manipuliert die Malware DCRAT die Windows-eigene hosts-Datei, um die Telemetriedaten von Antiviren-Lösungen zu blockieren und so eine Entdeckung zu verhindern.

Verbreitungswege und TÀuschungsmanöver

Um die Installationen glaubwĂŒrdig erscheinen zu lassen, greifen die HintermĂ€nner zu aufwendigen TĂ€uschungsmethoden. Die gefĂ€lschten ISO-Dateien weisen teilweise eine GrĂ¶ĂŸe von ĂŒber 100 GB oder in EinzelfĂ€llen sogar 113 GB auf. Ein Großteil dieses Volumens besteht jedoch lediglich aus wertlosen FĂŒlldaten, um die KapazitĂ€t eines modernen Blockbusters vorzutĂ€uschen.

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Die Verbreitung erfolgt ĂŒber manipulierte Suchergebnisse (SEO-Poisoning), Gaming-Foren, Torrent-Plattformen und soziale Medien. Die ausfĂŒhrbare Datei mit dem Namen gta6installer.exe verwendet dabei ein Icon von GTA 5. Nach dem Start legt die Software diverse Dateien im temporĂ€ren Verzeichnis %TEMP% ab, darunter getarnte Prozesse wie rockstar.exe, steam.exe, licensechecker.exe, gta6.exe und adminapp.exe. Zudem wird eine Batch-Datei namens checkinternetconnection.bat ausgefĂŒhrt, die den Edge-Browser öffnet und auf eine externe Webseite weiterleitet.

Zielgruppe und empfohlene Schutzmaßnahmen

Hinweise in den Programmen und die Gestaltung der Erpressernotizen deuten darauf hin, dass die Kampagne primĂ€r auf russischsprachige Gamer abzielt. Die Anweisungen und Fehlermeldungen – etwa ein Hinweis auf eine fehlende Lizenz samt Kontakt-E-Mail fĂŒr einen angeblichen „Crack-Fix“ – sind in russischer Sprache verfasst, teils jedoch mit grammatikalischen Fehlern. Obwohl Teile des Schadcodes bereits aus dem Jahr 2023 stammen, wird die Malware in ihrer aktuellen Form vom Windows Defender erkannt.

Sicherheitsexperten von Huntress raten Anwendern, die bereits mit den gefĂ€lschten Installern in Kontakt gekommen sind, zu drastischen Schritten. Da die Malware tiefgreifende Änderungen am System vornimmt und Zugangsdaten entwendet, sollte das betroffene GerĂ€t umgehend vom Netzwerk getrennt und das Betriebssystem vollstĂ€ndig neu aufgesetzt werden.

Zudem sei es zwingend erforderlich, sĂ€mtliche Passwörter von einem sauberen GerĂ€t aus zurĂŒckzusetzen und die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) fĂŒr alle Konten zu aktivieren.

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