Gürtelrose-Impfung, Shingrix

Gürtelrose-Impfung: Shingrix mit 9 Prozent weniger Herzinfarkten verbunden

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 11:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Beobachtungsdaten verbinden die Impfung mit weniger Herz-Kreislauf-Ereignissen; ein ursächlicher Schutz ist bislang nicht belegt.

Gürtelrose-Impfung: Studien zeigen mögliche Vorteile fürs Herz
Symbolbild: Wärmflasche, Handtuch und Kräutertee Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Untersuchungen widmen sich verstärkt der Frage, ob eine Impfung gegen Gürtelrose das Risiko für Herzinfarkte verringern kann. Da Entzündungsprozesse bei kardiovaskulären Ereignissen eine zentrale Rolle spielen, rückt der Schutz vor dem Herpes-Zoster-Virus auch in den Fokus kardiologischer Präventionsansätze. Mehrere Beobachtungen deuten auf eine enge Wechselwirkung zwischen viralen Infektionen und Gefäßerkrankungen hin.

Ergebnisse aus den USA und Taiwan

Hinweise auf einen schützenden Effekt liefert unter anderem eine Oxford-Studie zum Impfstoff Shingrix. Im Rahmen eines natürlichen Experiments in den USA wurden zwei Gruppen von jeweils 36.000 Personen über einen Zeitraum von sieben Jahren nachverfolgt. Eine Gruppe hatte den älteren Impfstoff in den sechs Monaten vor dem Präparatewechsel erhalten, die andere Shingrix.

Die Auswertung ergab, dass die Verabreichung von Shingrix mit einem um 9 % geringeren Risiko für einen Herzinfarkt oder Hirnschlag verbunden war. Die Studienautoren betonten jedoch, dass damit keine Kausalität bewiesen sei und prospektive Studien folgen müssen.

Zusätzliche Daten lieferte eine Beobachtungsstudie der National Taiwan University (NTU) und des Losheng Hospital, die im August 2026 in der Fachzeitschrift Hypertension Research veröffentlicht wurde.

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Bei chronisch Nierenkranken zeigte sich nach einer rekombinanten Gürtelrose-Impfung ein um rund 37 % geringeres Risiko für schwere Nierenereignisse, ein um 26 % verringertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie ein um 49 % geringeres Sterberisiko.

Auch dieses Forschungsteam hob hervor, dass die Ergebnisse lediglich eine Assoziation belegen und keinen Kausalnachweis darstellen; die Impfung sei keine Therapie für bestehende Nieren- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Erhöhte Risiken nach einer Gürtelrose-Infektion

Die Dringlichkeit präventiver Maßnahmen wird durch Erkenntnisse über die Belastung des Gefäßsystems während einer Erkrankung unterstrichen. Daten zeigen, dass das Schlaganfallrisiko in den ersten drei Monaten nach einer Gürtelrose-Episode um 34 % erhöht ist. Das Risiko für einen Herzinfarkt steigt im ersten Monat nach der Erkrankung um 35 %.

Diese Wechselwirkung verläuft zudem in beide Richtungen: Menschen mit einer vorbestehenden Herzerkrankung weisen ein um 34 % höheres Risiko auf, an einer Gürtelrose zu erkranken. Verläuft die Infektion so schwer, dass ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist, steigt das Risiko für eine Herzinsuffizienz. Umgekehrt müssen Personen mit einer bestehenden Herzinsuffizienz bei einer Gürtelrose-Erkrankung häufiger stationär behandelt werden.

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Präventionsempfehlungen und weitere Studien

Aufgrund dieser Zusammenhänge empfehlen argentinische kardiologische Fachgesellschaften die Gürtelrose-Impfung als Bestandteil der allgemeinen Prävention. Allgemein tragen Schutzimpfungen weltweit dazu bei, jährlich schätzungsweise 3,5 bis 5 Millionen Todesfälle zu verhindern. In der Schweiz wird die Impfung gegen Gürtelrose regulär für Personen ab 65 Jahren empfohlen.

Um die offenen Fragen zur Kausalität zu klären, sind weitere Forschungsvorhaben angelaufen. In Finnland soll eine randomisierte Demenzstudie mit 35.000 Personen rekrutiert werden; darüber hinaus sind spezielle Herzstudien geplant, um die kardiovaskulären Effekte der Impfstoffe vertieft zu untersuchen.

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