Microsoft-SicherheitslĂŒcke in Deutschland weit verbreitet
01.08.2025 - 06:00:48Deutsche Firmen, Behörden und Bildungseinrichtungen sind in Europa am stĂ€rksten von der schwerwiegenden Schwachstelle in der Sharepoint-Software von Microsoft betroffen. Nach einer Analyse des europĂ€ischen Cybersecurity-Unternehmens Eye Security wurden bislang weltweit 396 infizierte Server in 145 Organisationen identifiziert â 42 davon betreffen demnach Unternehmen, die in Deutschland tĂ€tig sind. Zehn dieser Organisationen haben ihren Hauptsitz in der Bundesrepublik.
Deutschland weltweit auf Platz 3
An der Spitze liegen die USA mit 18 Prozent der bestĂ€tigten VorfĂ€lle, erklĂ€rten die niederlĂ€ndischen Sicherheitsexperten, die vor zwei Wochen die Schwachstelle entdeckt hatten. Auf Platz 2 folgt Mauritius mit 8 Prozent der bestĂ€tigten VorfĂ€lle gefolgt von Deutschland (7 Prozent), Frankreich (5 Prozent), Spanien, den Niederlanden, Italien mit jeweils 4 Prozent und GroĂbritannien (3 Prozent). Mauritius, ein Inselstaat im Indischen Ozean, ist aufgrund seiner fortschreitenden Digitalisierung, seiner Rolle als regionales Finanzzentrum und seiner gut entwickelten digitalen Infrastruktur zunehmend Ziel von CyberkriminalitĂ€t.Â
Bei den Attacken sei es den Angreifern nicht um Zufallstreffer gegangen, sondern um strategisch wichtige Ziele, sagte Lodi Hensen, VP Security Operations bei Eye Security. «Diese Kampagne war weder zufÀllig noch opportunistisch. Die Angreifer wussten genau, wonach sie suchten.»
Nach EinschĂ€tzung der Sicherheitsexperten ist die Gefahr weiterhin nicht gebannt. Zwar sei die Schwachstelle von Microsoft inzwischen behoben und ein Sicherheitsupdate veröffentlicht. Man verzeichne weiter steigende Infektionszahlen. Viele Unternehmen hĂ€tten das Update noch nicht eingespielt â oder die Angreifer hĂ€tten sich bereits vor dem Update im System festsetzen können.
Erste Angriffswelle aus China
Microsoft selbst ordnet die ersten Angriffe chinesischen Gruppen wie Linen Typhoon, Violet Typhoon und Storm-2603 zu. Die Experten von Eye Security weisen darauf hin, dass inzwischen auch kriminelle Gruppen aktiv sind, die kompromittierte SharePoint-ZugĂ€nge beispielsweise zur Vorbereitung von Ransomware-Angriffen nutzen. Bei diesen Attacken verschlĂŒsseln die Angreifer die Daten ihrer Opfer und versuchen damit, Lösegeld (englisch: ransom) zu erpressen.
Eye Security betonte, das Risiko betreffe lĂ€ngst nicht mehr nur Staaten oder Konzerne. Besonders der europĂ€ische Mittelstand, der hĂ€ufig auf Lösungen in eigenen Rechenzentren (On-Premises) setze und keine durchgehende SicherheitsĂŒberwachung hat, gerĂ€t zunehmend ins Visier.


