HĂ€moglobin, Demenz

HÀmoglobin und Demenz: Studie mit 316.542 Erwachsenen findet auffÀlligen Zusammenhang

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 07:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Langzeitbeobachtung verknĂŒpft niedrige und hohe HĂ€moglobinwerte mit mehr DemenzfĂ€llen, belegt jedoch keinen ursĂ€chlichen Zusammenhang.
Ein klinisches Labor mit medizinischen DiagnosegerÀten in einer sterilen und minimalistischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Routineblutuntersuchungen liefern bereits heute wichtige Hinweise auf zahlreiche Stoffwechsel- und Organkrankheiten. Eine sĂŒdkoreanische Langzeitstudie weist darauf hin, dass auch die Konzentration des roten Blutfarbstoffs HĂ€moglobin mit dem spĂ€teren Risiko fĂŒr Demenzerkrankungen in Verbindung stehen könnte.

Die Untersuchung stĂŒtzt sich auf einen umfangreichen Datensatz von 316.542 Erwachsenen im Alter ab 40 Jahren, die in den Jahren 2004 und 2005 an routinemĂ€ĂŸigen Gesundheitschecks teilnahmen. Deren Gesundheitsdaten wurden ĂŒber einen Zeitraum von 15 Jahren bis Ende 2019 nachverfolgt.

Abweichungen nach unten und oben erhöhen das Erkrankungsrisiko

Die Auswertung der Daten verdeutlicht, dass sowohl auffallend niedrige als auch besonders hohe HĂ€moglobinwerte mit einer gesteigerten Wahrscheinlichkeit fĂŒr kognitive EinschrĂ€nkungen einhergehen. Die stĂ€rksten Effekte traten bei Personen auf, deren HĂ€moglobinwerte zu den niedrigsten 20 Prozent der Kohorte zĂ€hlten. Im Vergleich zur Referenzgruppe wies diese Gruppe ein um 16 Prozent erhöhtes Risiko fĂŒr alle erfassten Demenzformen auf.

AufgeschlĂŒsselt nach spezifischen Krankheitsbildern zeigte sich bei den niedrigsten Werten ein um 14 Prozent höheres Risiko fĂŒr Alzheimer sowie ein um 19 Prozent höheres Risiko fĂŒr vaskulĂ€re Demenz.

Anzeige

Was Ihre Blutwerte wirklich ĂŒber Ihre zukĂŒnftige Gesundheit aussagen, bleibt fĂŒr viele Patienten oft im Verborgenen. Dieser kostenlose Report erklĂ€rt verstĂ€ndlich, welche Werte wirklich wichtig sind und welche oft ĂŒberbewertet werden. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck jetzt sichern

Allerdings war auch das obere Spektrum der Messwerte nicht frei von AuffĂ€lligkeiten: Die höchsten 20 Prozent der HĂ€moglobinwerte waren mit einem um 7 Prozent gesteigerten Risiko fĂŒr alle Demenztypen verbunden. Bei der vaskulĂ€ren Demenz lag das Risiko in dieser Gruppe sogar um 18 Prozent ĂŒber dem der Referenzgruppe.

Geschlechtsspezifische Unterschiede und methodische Einordnung

Neben den reinen Messwertbereichen rĂŒckten auch demografische Faktoren in den Fokus der Analyse. Der beteiligte Forscher Hyun-Soo Kim hielt fest, dass der beobachtete Zusammenhang zwischen HĂ€moglobinspiegeln und dem Demenzrisiko bei Frauen deutlich ausgeprĂ€gter und konsistenter ausfalle als bei mĂ€nnlichen Probanden.

Trotz der großen Kohorte und der 15-jĂ€hrigen Nachbeobachtungszeit mahnen die Autoren zur Vorsicht bei der Interpretation der Ergebnisse. Da es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelt, liefert die statistische Korrelation keinen Kausalnachweis dafĂŒr, dass verĂ€nderte HĂ€moglobinwerte Demenzerkrankungen direkt auslösen.

Anzeige

Wer sich mit dem Thema der langfristigen Gehirngesundheit befasst, findet in diesem Leitfaden wertvolle AnsĂ€tze zur PrĂ€vention. Erfahren Sie, wie Sie Ihre geistige LeistungsfĂ€higkeit durch einfache Übungen und die richtige ErnĂ€hrung gezielt fördern können. 7 Geheimnisse mentaler Fitness kostenlos herunterladen

Dennoch betonen Fachleute die Bedeutung regelmĂ€ĂŸiger Kontrollen: Werden im Rahmen eines Routineblutbilds auffĂ€llige HĂ€moglobinwerte festgestellt, wird eine weiterfĂŒhrende Ă€rztliche AbklĂ€rung empfohlen, um potenzielle Grunderkrankungen frĂŒhzeitig zu identifizieren und zu behandeln.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70411751 |