Halos for Robotics: NVIDIA revolutioniert Sicherheit für Industrieroboter
27.06.2026 - 23:29:50 | boerse-global.de
Das System soll die Sicherheitsarchitektur für humanoide und Industrieroboter revolutionieren.
Der US-Chipkonzern baut dabei auf bewährter Technologie aus dem autonomen Fahren auf. Das Ziel: ein einheitlicher Sicherheitsstandard für die nächste Generation physischer KI-Systeme.
Vier Sicherheitsschichten für autonome Maschinen
Die Plattform setzt auf einen mehrschichtigen Ansatz. Die Basis bildet Platform Safety mit dem IGX Thor System-on-a-Chip. Dieser Chip enthält eine dedizierte Functional-Safety-Unit und die Holoscan Sensor Bridge.
Darauf aufgebaut ist Halos OS – ein hybrides Betriebssystem, das Linux- und QNX-Umgebungen vereint. Die dritte Schicht, Algorithmic Safety, überwacht Sprachmodelle und Handlungssteuerungen der Roboter. Den Abschluss bildet Ecosystem Safety mit einem speziellen Prüflabor.
Dieses Labor hat bereits die Akkreditierung durch mehrere internationale Zertifizierungsstellen erhalten – darunter TÜV Rheinland, TÜV SÜD und UL.
Hinter der Entwicklung stecken mehr als 18.600 Ingenieursjahre Erfahrung aus dem autonomen Fahren. Der Code umfasst über sieben Millionen Zeilen.
Agility Robotics geht an die Börse
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Der erste große Partner für Halos ist Agility Robotics. Das Unternehmen kündigte am Donnerstag eine Fusion mit Churchill Capital Corp XI an. Der Börsengang an der Nasdaq unter dem Kürzel AGLT bewertet die Firma mit rund 2,3 Milliarden Euro.
Agilitys Roboter Digit v5 ist der erste, der die NVIDIA-Sicherheitsplattform integriert. Er ist bereits bei Kunden wie Amazon, Toyota und Schaeffler im Einsatz. Der 1,75 Meter große Roboter hebt 23 Kilogramm und arbeitet bis zu 22 Stunden am Tag.
Das Unternehmen vermietet seine Roboter im RaaS-Modell (Robotics as a Service) für schätzungsweise 28 Euro pro Stunde. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt: Über 280 Millionen Euro an Mehrjahresbestellungen liegen vor. Die Produktionsstätte RoboFab hat eine Jahreskapazität von 10.000 Einheiten.
Sicherheitsökosystem wächst rasant
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Parallel zu NVIDIAs Ankündigung bringen weitere Unternehmen Sicherheitslösungen auf den Markt. Kendrion präsentierte ein neues System, das die ISO-Norm 10218:2025 erfüllt. Es überwacht Position, Geschwindigkeit und Drehmoment von Robotern in Echtzeit – mit einer Reaktionszeit von nur zwei Millisekunden.
Advantech stellte die Edge-KI-Plattform MIC-735 vor, die ebenfalls auf NVIDIAs IGX Thor basiert. Das System ist für eine Lebensdauer von zehn Jahren ausgelegt.
BlackBerrys Tochter QNX kündigte eine erweiterte Zusammenarbeit mit NVIDIA an. Die Integration von QNX OS for Safety 8.0 mit Halos zielt auf medizinische Bildgebung und Chirurgierobotik ab.
Industrieroboter auf dem Vormarsch
Der Zeitpunkt für die Sicherheitsoffensive ist gut gewählt. Laut International Federation of Robotics wurden 2024 weltweit 542.000 Industrieroboter installiert.
Große Hersteller verstärken ihr engagement im Bereich Physical AI. LG Electronics arbeitet mit NVIDIA an neuen Roboter-Formfaktoren und einer Datenfabrik, die auf 770 Terabyte Produktionsdaten aus 31 Werken zurückgreift. FANUC wiederum nutzt NVIDIAs Isaac Sim für digitale Zwillinge – um komplexe Aufgaben wie das Greifen von Teilen zu automatisieren.
