PĂ€dagogische, Katakombenzeit

Das PÀdagogische ist politisch / Katakombenzeit portrÀtiert den Erziehungswissenschaftler Wilhelm Flitner in Hamburg

19.03.2025 - 10:00:04

Hamburg - Wilhelm Flitner (1889-1990) gehört zu den prĂ€genden Persönlichkeiten der Erziehungswissenschaft im 20. Jahrhundert. Eine Biografie schildert nun sein Wirken an der UniversitĂ€t Hamburg zwischen 1929 bis 1969 und bietet erstmals Einblicke in Flitners bislang unveröffentlichte TagebĂŒcher.

"Katakombenzeit" zeigt die Facetten eines Wissenschaftlerlebens, das sich wĂ€hrend der nationalsozialistischen Jahre zu bewĂ€hren wusste. Vor allem gestaltete Flitner das akademische Fundament der Lehrerausbildung durch seine "Systematische PĂ€dagogik" entscheidend mit. WĂ€hrend des "Dritten Reiches" ĂŒbte Flitner Gegenwarts- und Politikkritik. So bot er beispielsweise im Wintersemester 1944/45 ein Kolleg ĂŒber Geschichtsphilosophie an. Damit lieferte er Gegenpositionen zur nationalsozialistischen Staats- und Erziehungslehre und stimulierte das eigenstĂ€ndige Denken der Studierenden. Es war denn auch kein Zufall, dass sich in seinen Seminaren Mitglieder der Widerstandsgruppe der Hamburger "Weißen Rose" trafen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte Flitner als wichtiger Berater der Bildungspolitik der jungen Bundesrepublik.

Der zehnte Band der Reihe "Wissenschaftler in Hamburg" der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung rĂŒckt eine besondere Persönlichkeit und deren intellektuelles Profil ins Zentrum. Ekkehard NĂŒmann, PrĂ€sident der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung: "Wilhelm Flitner war nicht nur Erziehungswissenschaftler, er war auch ein Netzwerker mit nationalen und internationalen Verbindungen. Seine Verwurzelung in der Volksbildung, seine tiefe Menschenkenntnis, seine reichen gesellschaftlichen und kulturellen AktivitĂ€ten ließen ihn zum Mittelpunkt geselliger Kreise werden, fĂŒr die eins besonders charakteristisch war: Haltung in schwieriger Zeit."

Meike G. Werner, neben Rainer Hering Co-Autorin der Biografie: "Wilhelm Flitner hat die UniversitĂ€t Hamburg zu einem theoretisch und praktisch MaßstĂ€be setzenden Ort moderner Erziehungswissenschaft gemacht. Sein Einfluss als Mitherausgeber der Zeitschrift 'Die Erziehung', sein Wirken als Anreger bildungspolitischer Debatten zeigen ihn als gesellschaftlich wachen Zeitgenossen, der strenge MaßstĂ€be an sich selbst legte, gerade wĂ€hrend der Zeit des Nationalsozialismus. Stets zielte er darauf ab, sich vom herrschenden Denken zu distanzieren. Seine weit gespannten kulturellen Interessen gaben ihm dabei Orientierung und Perspektive."

Meike G. Werner, Rainer Hering, Katakombenzeit. Wilhelm Flitner in Hamburg 1929-1969, Göttingen (Wissenschaftler in Hamburg, hg. von Ekkehard NĂŒmann fĂŒr die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung, Bd. 10), Wallstein Verlag 2025, 488 S., 140 z.T. farb. Abb., geb., Schutzumschlag, ISBN 978-3-8353-5638-2, 39 Euro

Die Reihe "Wissenschaftler in Hamburg"

Überzeugend konzipiert und kenntnisreich geschrieben - die Biographien der Reihe "Wissenschaftler in Hamburg" schildern Werk und Leben bedeutender Persönlichkeiten, die an der UniversitĂ€t Hamburg und weit darĂŒber hinaus gewirkt haben.

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