Handy am Steuer: ADAC zĂ€hlt eine Milliarde VerstöĂe pro Jahr
09.06.2026 - 02:26:26 | boerse-global.de
Der ADAC schĂ€tzt die Zahl der HandyverstöĂe auf rund eine Milliarde pro Jahr. Die offizielle Statistik zĂ€hlt dagegen nur etwa 400.000 FĂ€lle.
Die Zahlen klaffen gewaltig auseinander. Grundlage der Hochrechnung sind Beobachtungen in fĂŒnf deutschen Metropolen. Der Automobilclub warnt vor massiven Sicherheitsrisiken â besonders durch kurze Ablenkungsphasen im Stadtverkehr.
Jeder 37. Autofahrer nutzt das Handy am Steuer
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Die Erhebungen fanden im FrĂŒhjahr 2026 in Berlin, Hamburg, MĂŒnchen, Köln und Frankfurt statt. Ergebnis: Durchschnittlich 2,7 Prozent aller KraftfahrzeugfĂŒhrer nutzten wĂ€hrend der Fahrt ein Mobiltelefon. Bei Pkw-Fahrern lag der Wert mit 2,8 Prozent etwas höher. In Köln waren es 2,4 Prozent.
Auch Radfahrer, E-Bike- und E-Scooter-Nutzer sind betroffen. Hier lag die Quote bei 1,4 Prozent. In Köln dokumentierten die Beobachter 1,5 Prozent. Ein Vergleich mit Daten der Bundesanstalt fĂŒr StraĂenwesen aus dem Jahr 2024 zeigt: FrĂŒher lag die aktive Handynutzung teils noch höher. MĂ€nner neigen statistisch hĂ€ufiger zum Griff zum GerĂ€t als Frauen.
30 Meter Blindflug bei nur zwei Sekunden Ablenkung
Die Gefahr wird massiv unterschĂ€tzt. Bei 50 km/h legt ein Fahrzeug in zwei Sekunden fast 30 Meter zurĂŒck. Ein kurzer Blick aufs Display reicht â und der Fahrer ist blind fĂŒr das Verkehrsgeschehen.
Der ADAC untermauert das mit eigenen Umfragen: Mehr als die HÀlfte der befragten Autofahrer gab zu, das Smartphone wÀhrend der Fahrt zu nutzen. Gleichzeitig berichteten 41 Prozent von gefÀhrlichen Situationen, die durch Handynutzung anderer Verkehrsteilnehmer ausgelöst wurden. Die Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln ist enorm.
Was erlaubt ist â und was nicht
Die StraĂenverkehrsordnung ist klar: § 23 Abs. 1 verbietet die Nutzung elektronischer GerĂ€te, wenn sie in der Hand gehalten werden mĂŒssen. Das gilt fĂŒr Smartphones, Tablets und NavigationsgerĂ€te â auch an roten Ampeln oder im Stau. Ausnahme: Der Motor ist komplett abgestellt.
Erlaubt bleibt die Nutzung per Sprachsteuerung oder ein sehr kurzer, der Verkehrssituation angepasster Blick. Ein VerstoĂ kostet 100 Euro BuĂgeld und einen Punkt in Flensburg.
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ADAC fordert flÀchendeckende Handy-Blitzer
Die Dunkelziffer ist enorm â und die Politik muss reagieren, fordert der ADAC. Rund 70 Prozent der BĂŒrger befĂŒrworten laut der Untersuchung den Einsatz sogenannter Handy-Blitzer. Diese Systeme können die Handynutzung automatisiert erfassen.
In Rheinland-Pfalz laufen bereits Pilotprojekte. Der Automobilclub drĂ€ngt darauf, die rechtlichen Voraussetzungen fĂŒr einen flĂ€chendeckenden Einsatz zu schaffen. Nur so lasse sich die Verkehrssicherheit nachhaltig erhöhen.
